Die Kürbisregatta auf dem Krewelshof Eifel ist bei Startern und Zuschauern beliebt. Die Hitze erschwerte in diesem Jahr die Ernte der Riesen-Kürbisse.
KürbisregattaPaddler mit Rursee-Erfahrung hatten in Obergartzem die Nase vorn

Im Finale der Männer konnte sich Fabio Sanchez-Burchardt (r.) mit gutem Vorsprung gegen Johannes Mahlke durchsetzen.
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Spannender hätte das Finale der Damen bei der diesjährigen Kürbisregatta auf dem See des Krewelshofs kaum ausfallen können. Bis zum Schluss lieferten sich die Kontrahentinnen ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen und nur Sekundenbruchteile trennten die Mitstreiterinnen im Ziel voneinander. Mit einem beherzten Schwung gelang es schließlich Kattia Sanchez-Burchardt, ihr Paddel zuerst am Steg anzuschlagen und sich damit die 200 Euro Preisgeld zu sichern.
„Letztes Jahr habe ich noch doppelt so lange gebraucht. Seitdem habe ich aber deutlich mehr Sport gemacht und konnte meine Zeit halbieren. Auch das Tennisspielen hat meine Arme offensichtlich gut auf das Paddeln heute vorbereitet“, berichtete die glückliche Siegerin.
Nur wenige Minuten später konnte die Freude verdoppelt werden. Denn auch ihr Bruder Fabio Sanchez-Burchardt verwies die Konkurrenz bei der Herren-Wertung auf die hinteren Plätze. „Das ist einfach der Wahnsinn“, schwärmte er noch außer Atem von der zurückliegenden Anstrengung: „Zu gewinnen ist schon großartig, gleich aber gemeinsam mit meiner Schwester oben auf dem Treppchen zu stehen ist noch viel besser.“
Training auf dem Rursee zahlte sich für die siegreichen Geschwister aus
Geholfen habe den Geschwistern auch ein Hobby ihrer Jugend, wie Kattia Sanchez-Burchardt lachend hinzufügte. „Wir sind in Rurberg am Rursee aufgewachsen und dort regelmäßig mit dem Kanu gefahren. So ein Kürbisboot ist zwar noch mal eine ganz andere Erfahrung, aber scheinbar hat sich die Übung trotzdem ausgezahlt.“

Große Freude herrschte nach dem Doppelsieg der Geschwister Fabio und Kattia Sanchez-Burchardt.
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Auf dem Krewelshof drehte sich alles um Kürbisse. Da durfte Kürbiskönigin Nataliia natürlich nicht fehlen. Sie freute sich über die Begeisterung, mit der das Publikum die Starter bei der Regatta anfeierte.
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Insgesamt 44 Hobbykapitäninnen und -kapitäne gingen am Sonntag bei der 15. Kürbisregatta auf dem Obergartzemer Löschteich an den Start. „Wir mussten dieses Jahr die Liste der Teilnehmer schon sehr früh schließen, da wir so viele Anmeldungen bekommen haben“, erklärte Gastgeberin Dani Bieger: „Die Regatta hat sich im Laufe der Zeit zu einem richtigen Highlight entwickelt. Besonders bei schönem Wetter kommen auch immer sehr viele Zuschauer hierher, um das Spektakel mitzuerleben.“
Auf den erhofften Sonnenschein mussten Veranstalter und Gäste am Sonntag zwar verzichten, doch auch die herannahenden Regenwolken schienen den finalen Zieleinlauf abwarten zu wollen. Kaum standen alle Starter mit ihren Kürbisbooten wieder auf festem Grund, brach über dem Krewelshof ein Schauer herein, der eine Fortsetzung des Wettbewerbs deutlich erschwert hätte. „Da haben wir wirklich ein gutes Timing gehabt“, scherzte Dani Bieger.
Auch erfahrene Kürbis-Paddler gingen diesmal baden
Völlig trocken blieben einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer dennoch nicht. Vorjahressieger René Henn landete in seinen Rennen sogar zwei Mal im kühlen Nass: „Ich wollte natürlich den Titel verteidigen und das hat schon einigen Druck mit sich gebracht. Trotzdem ist das ganze Event richtig cool und macht uns allen wirklich Spaß.“ Da die Einsatzkräfte der DLRG innerhalb weniger Sekunden zur Hilfe eilten und die Wassertemperatur mit 18 Grad deutlich angenehmer als in den Vorjahren ausfiel, war der unfreiwillige Tauchgang aber schnell wieder vergessen.

Für einige Teilnehmer endete die Fahrt im Kürbisboot mit einem Bad im kühlen Nass.
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Auf ähnliche Erfahrungen wie die beiden Sieger konnte am Sonntag auch Elisabeth Bachem zurückgreifen: „Ich bin seit 1971 Mitglied beim Wassersportverein Euskirchen und habe schon viel Zeit beim Rudern auf dem Rursee verbracht.“ Die Kürbisboote vom Krewelshof seien dennoch die ungewöhnlichsten Gefährte, in denen sie bislang Platz genommen hat. „Die Stimmung hier ist einmalig schön. Und auch, wenn nicht immer alles so klappt, wie man sich das im Vorfeld erhofft, macht es trotzdem Spaß.“ Nur knapp verpasste Elisabeth Bachem den Einzug in das Halbfinale, durfte im Anschluss aber dennoch jubeln, da ihre Tochter sich mit einem Sieg im kleinen Finale den dritten Platz mitsamt 50 Euro Preisgeld sicherte.
„Ich habe versucht, direkt zum Start alles zu geben“, berichtete Maria Bachem: „Das kostet eine Menge Kraft, aber wenn der Kürbis einmal in Bewegung ist, ist der Rest viel einfacher.“
Der heiße Sommer dezimierte die Ernte der Riesenkürbisse
Das Vergnügen, auch im 15. Jahr mit den mehrere hundert Kilogramm schweren Kürbissen überhaupt in See stechen zu können, hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Landwirt Max Bieger zu verdanken. „Das heiße Wetter hat den Pflanzen dieses Jahr stark zugesetzt. Nur drei der insgesamt 20 Pflanzen haben letztlich einen geeigneten Kürbis für die Regatta hervorgebracht“, erklärte er. Ein zweites Ersatz-„Boot“ habe man glücklicherweise von einem befreundeten Kollegen erhalten.
„Die Ernte hat nicht nur hier am Krewelshof gelitten, sondern in ganz Deutschland. Es war eine echte Herausforderung, heute mit vier Kürbissen starten zu können“, so Bieger. Dabei sei in den vergangenen Monaten enorm viel Zeit in die Pflege der Pflanzen geflossen: „Die Kürbisse brauchen zwar nur 80 Tage, bis sie diese Größe erreichen, aber in diesen 80 Tagen muss man sich ständig um sie kümmern.“
Auf einer Fläche von 100 Quadratmetern finde gerade einmal eine Pflanze Platz, die nachts sogar mit Decken vor der Kälte geschützt werden müsse. Die Ergebnisse erfüllten am Wochenende dennoch alle Hoffnungen und sorgten für Veranstalter, Zuschauer und Teilnehmer gleichermaßen für eine erneut ausgelassene Kürbisregatta auf dem Obergartzemer Krewelshof.
