Die RVK baut in Mechernich ein Aus- und Weiterbildungszentrum für digitale und klimaneutrale Mobilität. 70 Arbeitsplätze werden geschaffen.
Die Zukunft fährt BusIn Mechernich entsteht ein 100-Millionen-Euro-Projekt der RVK

So könnte das RVK-Zentrum in Mechernich aussehen. Gebaut werden soll ab Herbst 2027.
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Leuchtturmprojekt. Zukunftsweisend. Signalwirkung. Das, was in der Mechernicher Peterheide entstehen wird, ist all dies zusammen. Auf dem ehemaligen Bundeswehrareal plant die Regionalverkehr Köln (RVK) ein umfangreiches Zukunftsprojekt: das Aus- und Weiterbildungszentrum für digitale und klimaneutrale Mobilität (AWM) sowie eine angeschlossene ÖPNV-Akademie mit Kompetenzzentrum – inklusive öffentlicher Wasserstofftankstelle.
Bis Ende 2029 muss der moderne Campus für Ausbildung, Technik und Betrieb im öffentlichen Personennahverkehr fertig sein, damit die RVK mit bis zu 90 Prozent Fördermitteln rechnen kann. Der Bau und Betrieb der Wasserstofftankstelle sowie des Elektrolyseurs werden nach Angaben der RVK im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gefördert.
RVK investiert mehr als 100 Millionen Euro – viel wird gefördert
Beide Investitionsvorhaben wurden über ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) mit Mitteln aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) bewilligt und durchliefen zudem das „Sofortprogramm Plus“ der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR). Das Gesamtprojekt umfasst nach Angaben von Thomas Schmalen, Prokurist und Abteilungsleiter Betrieb bei der RVK, Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro und soll rund 70 Arbeitsplätze schaffen.
Das Gelände wurde bereits weitgehend zurückgebaut und für die künftige Nutzung vorbereitet. Geplant ist ein integrierter Mobilitätscampus, der Ausbildung, Verwaltung, Werkstattbetrieb, Fahrzeugtechnik und Unterkünfte an einem Standort bündelt. Neben Schulungs- und Verwaltungsgebäuden entstehen Werkstätten, Fahrzeughallen, eine Parkpalette sowie eine umfangreiche technische Infrastruktur.
Theorie und Praxis sollen in Mechernich eng verzahnt werden
Der Schwerpunkt liegt laut Schmalen auf einer praxisnahen Ausbildung. Neben klassischen Schulungsräumen sollen auch reale Einsatzszenarien mit Bussen, Lkw, Landmaschinen und Spezialfahrzeugen in die Ausbildung integriert werden. Ziel ist eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis. „Ein Bus mit Wasserstoff- oder Batteriebetrieb lässt sich ganz anders fahren als ein Dieselbus – allein schon, weil die Technik auf dem Dach verbaut ist“, so Schmalen.

Auch im Inneren der Akademie soll es hell und modern zugehen.
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Die RVK investiert in Mechernich an der Peterheide mehr als 100 Millionen Euro. Unter anderem wird es eine Wasserstofftankstelle geben. Aber auch eine Fahrsicherheitsstrecke und eine Akademie sind geplant.
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Das Akademiegebäude ist vom Architekturbüro „agn“ offen und flexibel konzipiert. Ein zentraler Luftraum, variable Schulungsräume und multifunktionale Veranstaltungsbereiche ermöglichen eine vielseitige Nutzung. Für mehrtägige Lehrgänge sind rund 100 Übernachtungsplätze vorgesehen, darunter auch barrierefreie Zimmer. Die Unterkünfte sind direkt in den Campus integriert, um kurze Wege zwischen Wohnen, Lernen und Praxis zu ermöglichen.
Zentrum erhält eine Werkstatt für Busse und andere Fahrzeuge
Ergänzt wird das Konzept durch Aufenthaltsbereiche, einen begrünten Innenhof sowie eine Dachterrasse, die den Campus auch als Aufenthalts- und Begegnungsort aufwerten sollen.
Das Kompetenzzentrum umfasst umfangreiche Werkstattbereiche für Wartung, Reparatur und Prüfung von Fahrzeugen. Geplant sind mehrere Werkstattspuren, darunter Prüf-, Reinigungs- und Lackierbereiche sowie Krananlagen und spezielle Arbeitsplätze für Arbeiten an modernen Elektrobussen.
Technologieoffener Ansatz bei der Antriebstechnik ist Teil des Projekts
Ergänzt werden die Anlagen durch Lagerflächen für Ersatzteile, Reifen und Betriebsstoffe. Eine große Fahrzeughalle wird in mehrere Brandabschnitte unterteilt, um die Betriebssicherheit zu erhöhen. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der technologieoffene Ansatz bei der Antriebstechnik. Künftig sollen sowohl batterieelektrische Fahrzeuge als auch Wasserstoff-Brennstoffzellenbusse eingesetzt werden. Während im städtischen Bereich vor allem Elektromobilität genutzt wird, bleibt Wasserstoff insbesondere für längere Umläufe im ländlichen Raum ein wichtiger Baustein.

Thomas Schmalen, Prokurist und Abteilungsleiter Betrieb der RVK, während des Vortrags in Mechernich.
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Doch das AWM ist für das Unternehmen noch mehr. „Zum einen werden wir dort dem Fachkräftemangel mit einer starken Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung begegnen können. Mit dem Bau des ersten Elektrolyseurs bei einem ÖPNV-Unternehmen gehen wir den innovativen Weg weiter, den wir mit unseren mittlerweile etwa 170 Wasserstoffbussen begonnen haben“, sagt Schmalen. Das AWM werde konsequent auf alternative Antriebstechnologien wie Wasserstoff und Elektromobilität setzen.
Bau markiert einen bedeutenden Meilenstein in Richtung Nachhaltigkeit
Der Bau markiere einen bedeutenden Meilenstein in Richtung Nachhaltigkeit für die RVK und den Kreis Euskirchen, so Schmalen weiter. Ziel sei eine klimafreundliche Energieversorgung und eine nachhaltige Stärkung der regionalen Infrastruktur.
Geplant ist zudem eine eigene Wasserstoffproduktion mittels Elektrolyse. Die entstehende Abwärme soll in das Energiesystem des Campus integriert werden, um Gebäude und Infrastruktur mitzuversorgen. Zudem soll der auf dem Gelände gewonnene Strom auch für die Produktion des grünen Wasserstoffs genutzt werden.
SEK will auf dem Gelände in der Peterheide trainieren
Ziel sei ein möglichst geschlossener Energiekreislauf mit hoher Effizienz und weitgehender Unabhängigkeit. Auch das Wassermanagement folgt diesem Ansatz: Regen- und Betriebswasser sollen gesammelt, aufbereitet und wiederverwendet werden, etwa für die Fahrzeugwäsche oder um auf der Fahrsicherheitstrainingsfläche nassen Asphalt zu simulieren. Apropos Fahrsicherheitstraining: Laut Schmalen hat auch die Polizei für ihr Spezialeinsatzkommando (SEK) bereits Interesse bekundet, auf dem Gelände zu üben.
Wie die Vertreter von „agn“ in der Mechernicher Fachausschusssitzung berichteten, sollen die Gebäude eine harte Schale aus Aluminium und einen hölzernen Kern erhalten. Der ehemalige Bunker aus Bundeswehrzeiten muss übrigens vollständig zurückgebaut werden, da eine wirtschaftliche Sanierung aufgrund der Gründungssituation nicht möglich ist.
Der weitere Zeitplan sieht laut Schmalen vor, dass im August der Bauantrag eingereicht werden soll. Im dritten Quartal 2027 soll dann mit dem Bau begonnen werden, damit Ende 2029 alles fertig ist. „Das wird sportlich“, so der RVK-Mitarbeiter.
Leuchtturmprojekt BZE
Der Strukturwandel im Rheinischen Revier wird gemeinsam von Bund, Land und Region gesteuert. Das Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen, das die Bundesregierung 2020 auf den Weg brachte, sichert die notwendige Unterstü̈tzung. Insgesamt stehen für die nachhaltige Transformation des Rheinischen Reviers bis 2038 mehr als 14,8 Milliarden Euro aus Bundes- und Landesmitteln zur Verfü̈gung.
Neben dem RVK-Projekt in Mechernich gibt es ein weiteres Projekt im Kreis Euskirchen von enormer Strahlkraft. Das Berufsbildungszentrum (BZE) Euskirchen realisiert als eines von 19 offiziellen Ankerprojekten der Zukunftsagentur eine hochmoderne „Zukunftswerkstatt“. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 75 Millionen Euro ist aktuell der modernste Bildungs- und Ausbildungscampus für Handwerk und Industrie in Nordrhein-Westfalen geplant.
Entstehen wird die Zukunftswirtschaft in Euskirchen gegenüber der Bundeswehr an der Kommerner Straße. Auch das Neubau des Thomas-Eßer-Berufskollegs wird im Bereich der „Katzenhecke“ entstehen – allerdings nicht im Rahmen des Strukturwandels.
