In die Umgestaltung des Marmagener Eiffelplatzes fließen rund 1,2 Millionen Euro. Bereits Anfang Mai sollen die Arbeiten beginnen.
Neugestaltung beginnt im MaiEiffelplatz in Marmagen bekommt mehr Grün und eine WC-Anlage

Voller Vorfreude präsentieren Bernd Maus (v.l.), Christian Esser, Bernd Niedermeier und Norbert Crump die Pläne für die Neugestaltung des Eiffelplatzes in Marmagen.
Copyright: Stephan Everling
Seit mehr als 50 Jahren besteht der Eiffelplatz in Marmagen, und noch immer kann man mit ihm Wetten gewinnen: Was trägt den Namen der Eifel, schreibt sich aber nicht so? Denn der Platz, der in den 1960er-Jahren durch den Abriss zweier Häuser geschaffen wurde, ist eigentlich nach dem Erbauer des Eiffelturms, Gustave Eiffel, in Paris benannt. Einer seiner Vorfahren aus der Familie Bönickhausen soll in Marmagen geboren und später nach Frankreich ausgewandert sein, wo er als „Bönickhausen dit Eiffel“ in den historischen Dokumenten auftaucht.
1969, kurz vor der kommunalen Neugliederung, so ist es immer noch an der Hinterwand der kleinen, überdachten Bühne zu lesen, wurde der Platz in seiner heutigen Form als eine der letzten Amtshandlungen der bis dahin bestehenden Gemeinde Marmagen gestaltet. Zwei Ebenen wurden dafür an dem Hang angelegt, abgetrennt von einer Mauer. Einmal in der Woche findet hier der Markt statt. Ansonsten werden sowohl der obere wie auch der untere Bereich vor allem als Parkplatz genutzt, gerne auch von Wanderern und Touristen, die den Eiffelplatz als Ausgangpunkt für ihre Touren nutzen.
In der letzten Versammlung, in der über die Planung abgestimmt wurde, waren 100 Marmagener dabei.
In mehreren Bürgerworkshops hatten die Marmagener ihre Wünsche für den künftigen Eiffelplatz formuliert, die dann von Bernd Niedermeyer vom Aachener Büro MWM aufgenommen und in eine Entwurfsplanung überführt wurden. „In der letzten Versammlung, in der über die Planung abgestimmt wurde, waren 100 Marmagener dabei“, freute sich Bürgermeister Norbert Crump über die rege Beteiligung. Ein Satz, der bei dem Workshop gefallen sei, sei ihm im Gedächtnis geblieben: „Es wird schön.“
Gesamtprojekt in Marmagen kostet rund 1,2 Millionen Euro
Dass die Umgestaltung möglich ist, ist dem Interkommunalen Entwicklungskonzept zu verdanken, das vor rund zehn Jahren in Kooperation mit der Gemeinde Blankenheim verabschiedet wurde. „Diese Maßnahme wird rund 1,2 Millionen Euro kosten, hinterlegt mit einer Förderung aus der Städtebauförderung von 60 Prozent“, erläuterte der Bürgermeister. Die Eigenleistung betrage rund 450.000 Euro. Parallel dazu werde auch der Platz an der Ecke Kölner Straße/Keltenring umgestaltet werden. Dafür stünden knapp 200.000 Euro bei einem Fördersatz von 60 Prozent zur Verfügung.

Ein Überbleibsel aus der ersten Sanierung des Platzes von 1969 ist die überdachte Bühne.
Copyright: Stephan Everling
„Das ist eine der letzten Maßnahmen aus diesem Paket“, sagte Crump. Das habe mit Zustimmung der Genehmigungsbehörde aufgrund der Belastungen durch den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe zeitlich verlängert werden müssen. Projekte für rund 20 Millionen Euro förderungsfähiger Kosten seien über das Entwicklungskonzept realisiert worden.
Ein neues Konzept haben der Planer Niedermeyer und die Marmagener Bürger für den Eiffelplatz ausgearbeitet, auch wenn schon allein aufgrund der Hanglage eine Aufteilung in verschiedene Ebenen geblieben ist. Doch gerade in dem oberen Bereich am Keltenring wurde die Zufahrt zu den Parkplätzen aus der Fläche genommen. Hier können die Stellplätze in Zukunft direkt von der Straße aus angefahren werden.
Toilettenanlage soll künftig in einem festen Gebäude untergebracht sein
Die Mauer, die bisher die obere Ebene von dem unteren, asphaltierten Platz trennte, wird ein Stück hangaufwärts verschoben. Dadurch wird nicht nur die Auffahrt verlegt, sondern es entsteht auch Raum, um ein festes Gebäude für eine Toilettenanlage zu installieren, in dem auch der Geldautomat Platz finden soll. Zudem soll das Wartehäuschen der Bushaltestelle an dieses Haus angebaut werden.
Zwischen den beiden bisherigen Ebenen wird eine dritte entstehen, die Sitzmöglichkeiten bietet. Sitzbänke und auch ein Picknicktisch sollen im oberen Bereich Aufenthaltsqualität bieten. Gestaltet wird der Bereich mit viel Grün und einem Bodenrelief, das einen Überblick über Marmagen bietet. Auch die Findlinge, der Gedenkstein an Gustave Eiffel und das aus Pflanzen gestaltete Wappen von Marmagen werden ihren Platz auf der neu gestalteten Fläche finden. Der untere Bereich solle weiterhin Veranstaltungsfläche bleiben und genug Platz für ein Festzelt bieten.
Von Anfang Mai bis November sei die Bauzeit geplant. „Dann müssen wir fertig sein, weil das Projekt ausläuft“, so Crump. In dieser Zeit stehe die neu entstandene Fläche an der Ecke Kölner Straße/Keltenring als Parkplatz zur Verfügung. Doch das solle so nicht bleiben. Hier werde nach der Umgestaltung des Eiffelplatzes ein Dorfgarten entstehen, kündigte der Bürgermeister an. Ein Budget von knapp 200.000 Euro sei bei einer Förderung von 60 Prozent dafür bewilligt.
