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Farben und FormenHélène Michel zeigt in Schleiden eine Auswahl von Ölpastellarbeiten

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Die Künstlerin steht neben ihrem Bild.

An dem Bild über Schleiden hat Hélène Michel seit Januar gearbeitet.

Die Bonner Künstlerin Hélène Michel zeigt im Rathaus Ölpastellarbeiten zu den Themenbereichen Urbane Landschaften, Mühlenwind und Alphabetisierung.

„Meine Bilder zeigen ein Spiel von Farben und Formen. Licht und Schatten spielen keine Rolle“, sagte die Bonner Künstlerin Hélène Michel bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „Sichtweisen“ im Schleidener Rathaus. Ihre Ölpastellarbeiten sind dort noch bis zum 18. September zu sehen.

Der stellvertretende Bürgermeister Gerd Wolter stellte die Künstlerin und ihr Schaffen vor. Michel wurde 1955 in Vietnam geboren und hat dort auch ihre Kindheit verbracht. Später erwarb sie die französische Staatsangehörigkeit und zog 1975 nach Marseille. Seit 1985 lebt sie in Bonn und arbeitet mit verschiedenen Techniken. In Schleiden zeigt sie Ölpastellarbeiten zu den drei Themenbereichen Urbane Landschaften, Mühlenwind und Alphabetisierung.

„Ich habe schon immer gezeichnet. In Bonn habe ich dann mit dem Malen angefangen“, erzählte die Künstlerin. Michel besucht zuerst die Orte und macht Fotos, um daraus eine Idee zu entwickeln, was auf dem Bild festgehalten werden soll: „Die Komposition muss stimmen.“ Für diese Überlegungen im Vorfeld und den Entwurf in Schwarz-Weiß brauche sie viel Zeit.

Bild von Schleiden wird auch in der Ausstellung gezeigt

Seit Januar hat sie an einem Bild über Schleiden gearbeitet, das natürlich auch in der Ausstellung gezeigt wird. „Es war schwer, das richtige Motiv zu finden“, sagte die Künstlerin. Ihr Bild zeigt das Schloss und die Schlosskirche, das Rathaus, das Tempelchen, den alten Turm auf dem Driesch und ein paar Häuser.

Mehrere Windmühlen und Häuser sind auf dem Bild zu sehen.

„Rheindelta“ heißt dieses Werk, dass mehrere Windmühlen zeigt.

„An den Rändern habe ich Pflanzen gemalt, weil hier alles so grün ist“, erklärte Michel. Sie sei jetzt zum ersten Mal in der Eifel: „Mein Mann und ich waren immer sehr beschäftigt und sind viel in der Welt herumgekommen. Da hatten wir nicht viel Zeit.“ Die Eifel sei schön ruhig und sehr grün. Demnächst wolle sie mit ihrem Mann zum Wandern wiederkommen.

Städte mit monumentalen Bauwerken und markanten Silhouetten

In den Bildern, die in Schleiden zu sehen sind, betrachtet Michel das Leben in großen Städten mit ihren monumentalen Bauwerken und markanten Silhouetten, Dörfer mit unscheinbaren Häusern und die Kraft von Windmühlen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Anschließend werden die ausgewählten Motive in kubistischer Manier analysiert, in geometrische Flächen zerlegt und in strahlenden Farben festgehalten.

Dem sensiblen Thema der Lese- und Rechtschreibschwäche widmet sich die Künstlerin in ihrer Arbeit mit dem Zyklus „Alphabetisierung“, von dem auch einige Werke im Rathaus ausgestellt sind. „Sie sind vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung in Bonn entstanden“, sagte Michel. Abgebildet sind beispielsweise Bücher, Zeitungen oder auch Schreibfedern.

Michel ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler in Bonn-Rhein-Sieg und präsentierte ihre Bilder bereits in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Belgien, Großbritannien, Italien und Polen.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Schleidener Rathauses – montags bis freitags von 7.45 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr – auf der ersten und zweiten Etage im Hauptgebäude besichtigt werden. Mehr Informationen zur Künstlerin und ihren Arbeiten gibt es im Internet.