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Sieben Jahre nach BrandAula des Johannes-Sturmius-Gymnasiums in Schleiden ist fast fertig

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Auf der Bühne arbeiten zwei Männer an der Beleuchtung.

An der Beleuchtung und der Beschallung der Bühne wird zurzeit noch gearbeitet.

Das Johannes-Sturmius-Gymnasium hat ab April wieder eine Schulaula. Die Sleidanus-Halle soll künftig auch als Bürgerhalle genutzt werden.

Fast siebeneinhalb Jahre, nachdem Teile des Johannes-Sturmius-Gymnasiums (JSG) bei einem Brand zerstört wurden, ist die neue Aula so gut wie fertig. Am Sonntag, 19. April, wird die Sleidanus-Halle, die künftig auch als Bürgerhalle genutzt wird, feierlich eröffnet. „Nach der Fertigstellung wird das JSG zu den modernsten Schulen der gesamten Eifel zählen. Mein Dank gilt allen, die sich unermüdlich und mit großem Engagement für dieses Ziel eingesetzt haben“, erklärt Bürgermeister Ingo Pfennings.

In der Nacht zum 16. November 2018 hatte ein Großbrand mehrere Bereiche des Gymnasiums zerstört, darunter auch die Schulaula. Sie war erst wenige Tage zuvor mit neuen Stühlen und Vorhängen ausgestattet worden. Der Wiederaufbau sowie die Sanierung und Modernisierung der Schule nach Brand und Flut wird insgesamt gut 25 Millionen Euro kosten. Die Stadt erhält Mittel aus verschiedenen Förderprogrammen, so dass Maßnahmen zu 65, 90 oder 100 Prozent finanziert werden.

Schule musste bislang bei großen Veranstaltungen ausweichen

„Die Aula ist der letzte Baustein des ersten Bauabschnitts, zu dem auch die neue Stadtbibliothek gehört“, erklärt der Beigeordnete Marcel Wolter. Der Wiederaufbau dauerte länger als ursprünglich geplant. Dies lag nach Angaben der Stadtverwaltung insbesondere an der Komplexität des Vorhabens samt den vielfältigen technischen Anforderungen. „Hinzu kamen Verzögerungen durch die Corona-Pandemie, die Flutkatastrophe, bei Materiallieferungen sowie Schwierigkeiten bei beteiligten Firmen, von denen einige während der Bauphase Insolvenz anmelden mussten. Ein Projekt dieser Größenordnung mit moderner Technik und zahlreichen beteiligten Gewerken ist eine große Herausforderung“, betont der Beigeordnete.

Umso mehr freue er sich, dass mit der Halle nun ein moderner, multifunktionaler Veranstaltungsort das kulturelle und schulische Leben in Schleiden nachhaltig bereichere. Wolter dankte insbesondere dem Fachbereichsleiter Hochbau, Armin Fischbach, der das Großprojekt seit Ende 2018 mit „Engelsgeduld und großem Durchhaltevermögen“ begleitet habe.

Blick von Außen auf die neue Aula.

Markante Architektur: Die neue Aula ist breiter als das Schulgebäude und fällt durch ihre schwarze Fassade auf.

Zwei Männer stehen nebeneinander und halten eine Planskizze fest. Im Hintergrund sind Stühle zu sehen.

Die Stühle stehen bereits im Lager. Marcel Wolter (l.) und Armin Fischbach sehen sich den Baufortschritt an.

„Seit dem Großbrand mussten wir bei großen Schulveranstaltungen in die ehemalige Mensa der Stadt Schleiden an der Realschule, die Empore der Oleftalhalle oder den Kursaal Gemünd ausweichen. Nun freut sich die Schulgemeinschaft des JSG, dass wieder eine Aula zur Verfügung stehen wird“, so Schulleiter Georg Jöbkes.

„Ich freue mich sehr, dass die Schulgemeinschaft des JSG mit der Eröffnung der Sleidanus-Halle einen weiteren bedeutenden Schritt zurück zur vollständigen Normalität macht und nun wieder über eine eigene Aula verfügt“, betont der Bürgermeister: „Seit sieben Jahren laufen der Wiederaufbau und die Modernisierung des JSG auf Hochtouren. Das ist eine Zeit, die insbesondere für die Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte und Schulverwaltung mit erheblichen Belastungen verbunden war.“ Umso erfreulicher sei es, dass nun die abschließende Phase der Baumaßnahme beginne.

Halle ist ideal für Konzerte oder  schulische Veranstaltungen

Der Neubau ist fünf Meter breiter als die alte Aula und präsentiert sich auf rund 400 Quadratmetern inklusive Bühne als lichtdurchfluteter, modern gestalteter Raum. Je nach Bestuhlung haben bis zu 395 Personen Platz. Bei Veranstaltungen mit Tischen stehen knapp 300 Sitzplätze zur Verfügung. Damit eignet sich die Halle beispielsweise ideal für Konzerte von Musikvereinen oder für schulische Veranstaltungen wie Abibälle, Zeugnisübergaben oder Theateraufführungen.

Zusätzlich verfügt die Halle jetzt über einen Thekenbereich mit Ausgabe. Eine Kühlzelle sowie ein separater Spülbereich ermöglichen die Bewirtung bei schulischen und kulturellen Veranstaltungen. Eine neue separate WC-Anlage mit Behindertentoilette ist ebenso vorhanden wie eine barrierefreie Erschließung mit einem Aufzug.

Akustikdecke in schwarzem Design und mit ringförmigen Leuchten

Die neue Bühne ist ebenfalls barrierefrei gestaltet und mit einer modernen Licht- und Tontechnik versehen. Dahinter befinden sich die Umkleide- und Aufenthaltsräume für die auftretenden Künstler. Ein Flügel wird künftig entweder direkt auf der Bühne oder im angrenzenden Stuhllager seinen Platz finden. Schulleiter Jöbkes freut sich besonders auf die schuleigenen Theater-Inszenierungen: „Eine Theater-AG und ein Literaturkurs ohne Bühne in der Schule, das war in den vergangenen Jahren schwierig. Jetzt sind alle gespannt, wie sich die Produktionen auf der eigenen Bühne machen werden und welche technischen Möglichkeiten die moderne Bühne bieten wird.“

Eine innenliegende Verdunklung ermöglicht Spezialeffekte bei Bühneninszenierungen sowie Filmvorführungen. Auf der Südseite in Richtung des Schulhofs schützt ein außenliegender Sonnenschutz. Eine   Akustikdecke in schwarzem Design sowie zehn große, ringförmige Leuchten in zwei unterschiedlichen Größen verleihen dem Raum nicht nur eine ansprechende Optik, sondern unterstützen auch die Licht- und Klangverhältnisse. Die Halle wird mit Deckenstrahlplatten beheizt. Daneben sorgt eine Lüftungsanlage künftig für gutes Raumklima.

Der diesjährige Abiturjahrgang am JSG wird der erste sein, der seine Abiturfeier in der neuen Halle durchführen wird. Die Eröffnung am 19. April beginnt um 16.30 Uhr (Einlass 15.45 Uhr) und wird durch den Chor der Musikschule Schleiden sowie von JSG-Schüler Jacques Eder am Klavier begleitet. Als Highlight konnte der Kölner Karnevals-Redner Martin Schopps – der selbst Lehrer ist – für einen Gastauftritt gewonnen werden. Für Getränke sorgt das Team der schuleigenen Cafeteria „Oase“. „Die Inneneinrichtung ist schon komplett vorhanden. Sonst hätten wir nicht zur Eröffnung eingeladen“, so Wolter.

Für die Veranstaltung werden ab dem 30. März kostenlose Eintrittskarten ausgegeben. Weil das Platzkontingent begrenzt ist, gibt es pro Person maximal zwei Karten. Die Tickets gibt es im Vorzimmer des Bürgermeisters im Rathaus und in der Stadtbibliothek.