Das neue Feuerwehrgerätehaus in Herhahn soll 3,2 Millionen Euro kosten und im zweiten Quartal 2027 fertiggestellt sein.
14 Jahre nach ersten PlänenAm neuen Haus der Feuerwehr in Herhahn wird Richtfest gefeiert

Die Bauarbeiten kommen gut voran. Im zweiten Quartal 2027 soll das Gerätehaus bezugsfertig sein.
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„Als Bürgermeister muss man improvisieren können“, meinte Ingo Pfennings am Montagnachmittag beim Richtfest für das neue Feuerwehrgerätehaus in Herhahn. „Weil kein Zimmermann erschienen war, haben meine Mitarbeiter entschieden, dass ich den Richtspruch halten und den Schnaps trinken muss“, sagte der Bürgermeister mit einem Schmunzeln. Trotz zwei Versuchen schaffte es der Bürgermeister aber nicht, dass Glas so zu werfen, dass es zersprang. Das soll ja bekanntlich Glück bringen.
Zahlreiche kleine und große Angehörige der Feuerwehr waren zu dem Richtfest gekommen. Der Neubau soll 3,2 Millionen Euro kosten und im zweiten Quartal 2027 fertiggestellt sein.
Trotz mehrerer Renovierungen hatte das alte Feuerwehrgerätehaus aus dem Jahr 1976 zahlreiche Mängel. Das Gebäude hat keine Duschen, umziehen mussten sich die Wehrleute in der Fahrzeughalle. Außerdem gab es nur acht Stellplätze für die Einsatzkräfte.
Löschgruppe ist ein wichtiger Baustein der Schleidener Feuerwehr
Die Löschgruppe Herhahn ist aufgrund ihrer Personalstärke und ihres Standortes ein wichtiger Baustein der Schleidener Feuerwehr und unter anderem auch für den Brandschutz in Vogelsang mit seinen verschiedenen Einrichtungen zuständig.

Viele kleine und große Mitglieder der Feuerwehr konnte Bürgermeister Ingo Pfennings (l.) neben anderen Gästen bei dem Richtfest begrüßen.
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Erste Planungen für einen Neubau reichen schon bis ins Jahr 2012 zurück. 2019 wurde ein erster Förderantrag gestellt, der aber nicht erfolgreich war. Erst ein Jahr später wurde der Stadt ein Zuschuss von 250.000 Euro in Aussicht gestellt.
Der konnte aber letztlich nicht abgerufen werden, weil die vorgegebenen Fristen für den Baubeginn wegen der Corona-Pandemie und der Hochwasserkatastrophe 2021 nicht eingehalten werden konnten. Wegen der massiven Schäden nach der Flut war das Projekt erst einmal zurückgestellt, im November 2022 aber wieder aufgenommen worden.
Bauantrag war im Juni 2023 eingereicht worden
Ein Bauantrag war im Juni 2023 gestellt worden, musste aber wegen neuer Anforderungen im Dezember 2024 noch einmal aktualisiert werden. Der Bürgermeister hatte beklagt, dass immer neue Auflagen des Kreises Euskirchen und anderer Behörden für weitere Verzögerungen gesorgt hätten. Erst Anfang September 2025 wurde die Baugenehmigung erteilt.
„Nach all den Problemen und Verzögerungen können wir nun heute endlich Richtfest feiern“, freute sich Pfennings. Das Gerätehaus sei eine der wenigen Baustellen der Stadt, bei der es bislang keine großen Probleme gebe.
Das neue Gerätehaus wird auf einem Eckgrundstück am neuen Kreisverkehr nach Dreiborn errichtet. Es besteht aus einem Lager, einer Werkstatt und Abstellräumen sowie einem Sozialtrakt mit getrennten Umkleiden mit Wasch- und WC-Bereichen für Männer und Frauen.
Photovoltaikanlage soll für den nötigen Strom sorgen
Zweigeteilte Spinde sorgen für die notwendige Trennung von Einsatz- und Privatkleidung. Außerdem sind ein Schulungsraum, ein Büro und eine Teeküche vorgesehen. Einer der Stellplätze ist für einen Tankwagen vorgesehen, der in Herhahn stationiert werden soll.
Die Wege für die anfahrenden Wehrleute und die ausrückenden Einsatzfahrzeuge wurden getrennt. Während die Wehrleute das neue Gerätehaus über die Landstraße 207 in Richtung Dreiborn erreichen, dürfen die Feuerwehrfahrzeuge direkt auf die Bundesstraße 266 einfahren. Ausreichend Parkplätze für die Wehrleute liegen direkt hinter dem Gebäude.
Der Neubau wird mit einer Luft-Wärme-Pumpe beheizt. Den unter anderem dafür benötigten Strom erzeugt eine Photovoltaikanlage auf der Halle, die ein Pultdach erhält. Diese moderne und umweltfreundliche Lösung soll langfristig Kosten sparen.
Weil es keine Fördermittel gibt, muss der Neubau komplett von der Stadt finanziert werden. Was mit dem alten Gerätehaus in der Eckstraße passiert, steht aktuell noch nicht fest. Die Stadt muss noch entscheiden, ob es anders genutzt oder verkauft wird. Die Löschgruppe Herhahn hat aktuell 46 Mitglieder. Hinzu kommen 15 Jungen und Mädchen in der Jugendfeuerwehr.
