Das Grenzlandtheater Aachen beendet die Saison der Theaterfreunde Schleidener Tal mit einer schwarzen Komödie. Im Oktober geht es weiter.
Theater im KursaalKomödien und Musicals stehen beim Publikum in Gemünd hoch im Kurs

Cynthia Thurat und Stephan Weigelin präsentieren mit dem Grenzlandtheater Aachen eine Nahtoderfahrung der besonderen Art im Kursaal in Gemünd.
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Mit einer schwarzen Komödie beschlossen die Theaterfreunde Schleidener Tal ihre diesjährige Saison. Dabei zog der Verein, der das einzige Abonnementtheater im Südkreis gewährleistet, eine positive Bilanz und gibt einen Ausblick auf die nächste Saison.
„Einszweiundzwanzig vor dem Ende“, so der Titel der Komödie des französischen Autors Matthieu Delaporte, die zum Saisonabschluss mit viel schwarzem Humor das unerschöpfliche Feld zwischen Tod und Leben thematisierte. Mit minimalem Personal kommt die einaktige Komödie aus: Nur drei Schauspieler des Grenzlandtheaters Aachen sind nötig, um das wechselvolle Spiel zu realisieren.
Der Tod persönlich hat sich im Stockwerk geirrt
Um sein anscheinend sinnloses Dasein zu beenden, will Bernard eigentlich aus dem Fenster seiner Wohnung im vierten Stock eines Pariser Hauses springen. Doch bevor er die Tat zu den Klängen von Reinhard Meys „Über den Wolken“ vollenden kann, wird er von einer Frau gestört, die ihn erschießen will.
Wie sich später herausstellt, ist es der Tod höchstpersönlich, allerdings eine ungeübte Vertreterin der Branche, die nicht in der Lage ist, die Tat zu vollbringen und sich zudem im Stockwerk geirrt hat. Dort will Clara ihrem Leben mit Gas ein Ende setzen, doch Bernard hält sie davon ab. Sie scheinen sich zu verlieben – doch dann schlägt wieder der Tod zu und brennt das Haus nieder.
Spritzige Situationskomik auf der Theaterbühne in Gemünd
Mit spritziger Situationskomik beginnt das Stück, fesselnd und leidenschaftlich dargestellt von Cynthia Thurat und Stephan Weigelin unter der Regie von Anja Junski. Die Rolle der Clara wird von Paula Luisa Luy gespielt. Doch das anfängliche Feuerwerk aus flotten Dialogen und absurden Gags verflacht zusehends, die Wendungen des Plots werden immer vorhersehbarer.
Auch die Dialoge, die zu Beginn noch die immer wieder aktuellen Fragen von Tod und Leben, von Anfang und Ende antippen, werden immer banaler, so dass auch die Intensität zwischen den Personen schwindet. Viele Fragen bleiben bei diesem Stück offen, andere werden gar nicht erst gestellt. Trotzdem gab es zum Abschluss viel Applaus der rund 150 Zuschauer, die zu der Aufführung in den Kursaal in Gemünd gekommen waren.
Queen-Musical war in dieser Saison in Gemünd das Highlight
Das Highlight der gerade beendeten Saison habe im Mai stattgefunden, als rund 350 Zuschauer das Queen-Musical „Show must go on“ im Kursaal verfolgten, sagte Andrea Ehlen, die die Organisation des Programms der Theaterfreunde übernommen hat. Sehr gut besucht seien auch der Auftritt der Eifelgäng und das Gastspiel des Theatervereins Rinnen gewesen.
Mit rund 120 Abonnements sei der Zuspruch weiterhin stabil. „Viele Leute waren nach dem Lockdown in der Corona-Zeit froh, dass sie wieder ins Theater gehen konnten“, vermutete Ehlen. Dieses Gefühl sei offensichtlich geblieben. Besonders beliebt seien beim Publikum Komödien und Musicals, konstatierte sie. Und so sind diese Genres auch in der nächsten Spielzeit ab dem Herbst reichhaltig im Programm vertreten.
Das Theaterprogramm in der neuen Spielzeit
Am Freitag, 9. Oktober, wird die Saison mit „Extrawurst“ eröffnet, aktuell als Film mit Hape Kerkeling in den Kinos zu sehen.
Am Freitag, 27. November, wird es dramatisch mit „Gift. Eine Ehegeschichte“ von Lot Vekemans.
Am Montag, 11. Januar 2027, steht „Amelie“ auf dem Spielplan, ein Musical, das auf dem Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ basiert.
Am Sonntag, 21. Februar, ist das „Endspiel“ von Samuel Beckett geplant, das mit viel Humor die Geschichte der letzten Menschen auf der Erde erzählt.
Wir haben Schwierigkeiten, Vereine zu finden, die auch ein Gastspiel geben können.
Am Samstag, 24. April, wird „Der Videobeweis“, eine Komödie von Sébastien Thiéry gegeben, das mit einem heimlich gefilmten Video die moderne Medienwelt karikiert.
Am Samstag, 5. Juni, wird der Zusammenhalt einer Familie in der Komödie „Die lieben Eltern“ auf die Probe gestellt. Alle Aufführungen beginnen um 20 Uhr.
Die Eifeler Szene kommt mit dem Theaterverein Rinnen zu Ehren. „Wir haben Schwierigkeiten, Vereine zu finden, die auch ein Gastspiel geben können“, so Ehlen. Da die meisten die Kulissen auf ihre Bühne zuschneiden, sei das Reisen schwierig. Am Samstag, 20. März, sind die Rinnener in Gemünd.
Tickets gibt es online. Infos und Abos bei Andrea Ehlen unter Tel. 02449/911618.
