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Arbeiten im Nationalpark EifelTrittsteine ersetzen eine marode Brücke am Sauerbach

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Zwei Männer stehen nebeneinander auf zwei Trittsteinen.

Die Trittsteine über den Sauerbach probierten Markus Vollmer (l.) und Eckhard Jäck aus.

Aus Gründen des Naturschutzes wurde jetzt eine marode Brücke über den Sauerbach im Nationalpark Eifel abgebaut und durch Trittsteine ersetzt.

Wanderer, die im Nationalpark Eifel zwischen der Dreiborner Hochebene, Erkensruhr und Einruhr unterwegs sind, können jetzt mit Hilfe von Trittsteinen den Sauerbach überqueren. Der Bundesforstbetrieb Rhein-Weser als Eigentümer der Flächen und die Nationalparkverwaltung Eifel haben die baufällige Brücke auf Höhe der Heilsteinquelle abreißen lassen. Darüber hinaus wurde auch der Bachlauf in diesem Bereich umfassend renaturiert.

Der Übergang liegt unterhalb der ehemaligen Sauermühle, wo das Wasser für den Heilsteinbrunnen in Einruhr gewonnen wird. Die Sauermühle und das Brunnenhäuschen sind längst verschwunden. Eine Steintafel, die sich früher einmal an der Mauer der Mühle befand, ist heute an der Mauer vor dem ehemaligen Pastorat in Einruhr zu sehen.

Die Brücke stammte noch aus der Zeit des Truppenübungsplatzes

Bei der Flut 2021 waren zahlreiche Wanderwege, Straßen und Brücken im Nationalpark stark beschädigt oder zerstört worden. Dazu gehörte auch die Brücke über den Sauerbach, von der einige Teile seit der Flut im Wasser lagen. Sie war baufällig, konnte aber noch genutzt werden. Trotzdem entschieden der Bundesforstbetrieb Rhein-Weser und die Nationalparkverwaltung, das Bauwerk vollständig zurückzubauen und durch Trittsteine zu ersetzen. Die Kosten für das Material, die Maschinen und die Entsorgung übernimmt der Bundesforst, die Personalkosten trägt der Nationalpark.

Die Brücke stammte nach Angaben der Nationalparkverwaltung aus der Zeit, als das Gelände noch militärisch genutzt wurde. Nach der Überführung des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang in den Nationalpark im Jahr 2004 sei die Brücke zunächst als wichtige Infrastruktur für das Wanderwegenetz erhalten geblieben.

Zwei Männer stehen am Ufer und schauen auf eine beschädigte Holzbrücke.

Die Reste der Brücke begutachteten Markus Wöbel (l.) von der Holzbauwerkstatt und Markus Vollmer vor Beginn der Arbeiten.

„Die Beseitigung der künstlichen Brückenreste und die Offenlegung des Bachbettes sind ein Gewinn für die Gewässerökologie“, betonte Eckhard Jäck, Leiter der Holzbauwerkstatt. Markus Vollmer vom Bundesforst ergänzte: „Dass wir gleichzeitig ein naturnahes Wandererlebnis bewahren können, unterstreicht die hervorragende und bewährte Zusammenarbeit zwischen dem Bundesforst und der Nationalparkverwaltung bei der gemeinsamen Umsetzung anspruchsvoller Naturschutzprojekte.“

Die Bachtäler der Dreiborner Hochfläche sind als Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie-Lebensräume ausgewiesen und genießen den höchsten Schutzstatus. Das FFH-Gebiet im Sauerbachtal stellt laut Nationalparkverwaltung ein wichtiges Rückzugsgebiet für stark gefährdete und sensible Tierarten dar, darunter Schwarzstorch, Schwarzspecht, Rotmilan und Neuntöter.

Fließgewässer, Nasswiesen und seltene Moorwälder

Der Bereich sei ökologisch besonders wertvoll durch seine naturnahe Verzahnung von Fließgewässern, Nasswiesen und seltenen Moorwäldern. Aus diesem Schutzstatus leite sich die rechtliche Verpflichtung ab, den Erhaltungszustand des Gebiets zu sichern und durch gezielte Renaturierungsmaßnahmen weiter zu verbessern.

Mit den Planungen für das Projekt hatte der Bundesforstbetrieb bereits im Winter begonnen. Erst nach   artenschutzrechtlichen Prüfungen und einer FFH-Vorprüfung erteilten die Untere Wasserbehörde und die Untere Naturschutzbehörde die wasser- und naturschutzrechtlichen Genehmigungen.

Die Nationalparkverwaltung Eifel übernahm in enger Abstimmung die Koordination und die Umsetzung vor Ort. Mitarbeiter der Holzbauwerkstatt des Nationalparks führten die Arbeiten aus.

Mit Spezialgerät wurden die Reste der alten Brücke entfernt

Um den sensiblen Naturraum zu schonen, richteten die Mitarbeiter vor dem Einsatz schwerer Maschinen eine Sedimentsperre aus Strohballen unterhalb der Baustelle ein. Dadurch wurde verhindert, dass aufgewirbelte Schlamm- und Sandpartikel den Bachlauf abwärts belasteten. Anschließend entfernten die Fachkräfte mithilfe von Spezialgerät die tief im Flussbett sitzenden Holz-, Metall- und Betonreste der alten Brücke.

Mit einem bodenschonenden Minibagger wurden schließlich die Bachränder naturnah modelliert und die tonnenschweren Trittsteine präzise so eingesetzt, dass Wanderer den Sauerbach auch bei wechselnden Wasserständen sicher überqueren können. Die Arbeiten dauerten knapp eine Woche.

„Für eine neue Brücke hätte wieder Beton verwendet werden müssen. Deshalb hat man sich aus Naturschutzgründen für die Lösung mit den Trittsteinen entschieden“, erklärte Annette Simantke von der Nationalparkverwaltung.

Der rund acht Kilometer lange Rundweg beginnt am Nationalpark-Infopunkt in Einruhr. Nach einem Zwischenstopp am Heilsteinbrunnen im Innenhof des Heilsteinhauses geht die Tour bergauf auf die Dreiborner Hochfläche. Von dort aus geht es zum ehemaligen Standort der Sauermühle und des Brunnenhäuschens. Anschließend geht es dem Sauerbach folgend zurück nach Einruhr.