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Mehr Flächen und KI-EinsatzDas hat sich 2025 im Nationalpark Eifel verändert

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Ein Mann und eine Frau stehen vor einer Leinwand, auf der eine Waldlandschaft mit einem Bach zu sehen ist.

Die Vogelwelt kann im Wasserraum der Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ hautnah erlebt werden.

Der Nationalpark Eifel wird größer und digitaler. Außerdem wird für die Verwaltung ein Neubau in der Gemünder Urftseestraße errichtet.

Der Nationalpark Eifel ist 2025 größer geworden und hat sich in mehreren Bereichen neu aufgestellt. Das Schutzgebiet ist um 750 Hektar gewachsen und hat beim Monitoring auf Künstliche Intelligenz (KI) umgestellt. Außerdem ist für den Park jetzt das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (Lanuk) zuständig, und nicht mehr der Landesbetrieb Wald und Holz.

Im gerade zu Ende gegangenen Jahr fiel der Startschuss für eine geplante Erweiterung des Nationalparks um rund 750 Hektar, die sich im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen befinden. Ein Schwerpunkt der geplanten Erweiterung liegt entlang der Rur südwestlich von Einruhr. Der Prozess, für den die Nationalparkordnung geändert werden muss, soll Ende 2026/Anfang 2027 abgeschlossen sein. Durch die Eingliederung in die Zuständigkeit des Lanuks sollen in den Bereichen Monitoring und Artenschutz Synergien ausgebaut und neue Wege in der fachlichen Zusammenarbeit geschaffen werden.

Neues Bürogebäude aus Holzmodulen wird errichtet

Das Verwaltungsgebäude in der Gemünder Urftseestraße aus den 1950er Jahren wurde wegen zu großer Flutschäden abgerissen. Im Herbst wurde mit dem Neuaufbau eines modernen Bürogebäudes aus Holz begonnen. Darin soll die Verwaltung in diesem Jahr einziehen. Die innovativen Holzbüromodule bestehen aus nachhaltigen Rohstoffen und erfüllen die Anforderungen an ein Passivhaus.

Um Biodiversität, Klimafaktoren und menschliche Einflüsse effizienter zu erfassen und auszuwerten, hat der Nationalpark mit 13 weiteren deutschen Nationalparks und zwei Wildnisgebieten das Forschungsprojekt „KI-Nationalpark“ gestartet. Mit einem KI-gestützten Monitoringsystem soll die Datenanalyse revolutioniert werden. „Das Jahr 2025 hat uns gezeigt, dass der Schutz natürlicher Prozesse mit Modernisierung und Digitalisierung Hand in Hand gehen können. Mit dem Einsatz von KI im Monitoring stellen wir die Weichen für die Zukunft“, erklärte Nationalparkleiter Michael Lammertz.

Zahlreiche Arten, die auf der Roten Liste stehen

Bislang sind in dem Schutzgebiet 11.425 Arten nachgewiesen, 2620 davon stehen auf der Roten Liste. Eine der seltenen Arten ist der Schwarzstorch, von dem gleich vier Brutpaare in diesem Jahr nachgewiesen wurden. Für ganz NRW gehen Schätzungen von etwa 80 Brutpaaren aus. Von der seltenen Bechsteinfledermaus, einer streng geschützten „Urwaldart“, wurde erstmals eine Wochenstubenkolonie mit mindestens 34 Tieren dokumentiert, denen drei Bäume im Kermeter als Rückzugsort dienen. Auch der Wildkatzenbestand bleibt mit 127 nachgewiesenen Tieren auf sehr hohem Niveau und ist nach Angaben der Parkverwaltung Teil der größten zusammenhängenden Population Mitteleuropas.

Ein Mann kniet neben einem Baum und steckt ein Messgerät in den Boden.

Die Mess- und Aufnahmestandorte für das KI-Projekt im Nationalpark wurden von Sönke Twietmeyer eingerichtet.

Trotz Informationskampagnen kam es im August im Bereich des Hetzinger Waldes zu einem Waldbrand. Das Feuer breitete sich auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern aus und beschäftigte die Feuerwehren von Nideggen und Heimbach sowie die Nationalparkverwaltung. Schlimmeres konnte verhindert werden. Mehr als 100 Einsatzkräfte sowie Drohnen mit Wärmebildkameras und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz.

Die Parkverwaltung weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass das Entzünden von Feuer im Nationalpark strengstens untersagt ist und Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt werden können. Verstöße können darüber hinaus auch straf- und zivilrechtliche Folgen haben.

Waldidylle in der Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“

Überarbeitet wurde die 2016 eröffnete barrierefreie Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“, die  Besuchern ein noch intensiveres Indoor-Nationalparkerlebnis bieten soll. Im Wasserraum gibt es jetzt beispielsweise bewegte Bilder und Projektionen, die plätschernde Bäche, zwitschernde Vögel und Waldidylle zeigen. Vögel wie Eisvogel, Kormoran oder Schwarzstorch werden vor einem großen Bachlauf plastisch dargestellt. Ein freundlich gestalteter Umweltbildungsraum mit Kreativangeboten, ein Turmzimmer zum Relaxen und ein überdimensioniertes Wald-Wimmelbild mit vielen Details setzen in der zweiten Etage neue Akzente.


Die Nationalparkseelsorge hat ihr neues Jahresprogramm 2026 vorgelegt. Die Angebote richten sich an Erwachsene und Jugendliche und können sowohl als Gruppe als auch als Einzelpersonen gebucht werden. Angeboten werden unter anderem Führungen über das Gelände der NS-Ordensburg. In Seminaren geht es um aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und um Themen wie Respekt und Toleranz.

Auch über den Klimawandel und die Hochwasserkatastrophe 2021 wird gesprochen. Ferner gibt es das ganze Jahr über spirituelle Wanderungen durch den Nationalpark für Gruppen von etwa 15 Teilnehmern. Spezielle Wanderungen werden für Tierfreunde angeboten. Weitere Informationen gibt es bei Georg Toporowsky und Christiane Jansen sowie unter Telefon 0 24 44/5 75 99 87.