Die Idee des THW-Ortsverbands Schleiden stieß auf großes Interesse, die „Bergehilfe Katastrophenschutz“ reiste sogar aus Gifhorn an.
Aktion des THW200 Wanderer auf dem Weg, den die Flut 2021 durchs Schleidener Tal nahm

Mitglieder des THW Aachen waren in Einsatzkleidung die Runde gewandert.
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Auf die Spuren des Wassers begaben sich die Teilnehmer des Flutmarsches, den der Ortsverband Schleiden des THW initiiert und zum ersten Mal durchgeführt hat. Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe, die allein auf dem Gebiet der Stadt Schleiden neun Todesopfer gefordert hat, sollte den Teilnehmern damit im Gedenken an die Ereignisse die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst einen Eindruck von den Örtlichkeiten zu verschaffen.
Björn Groß, Zugführer beim Ortsverband, hatte die Idee eingebracht und realisiert. „Ich saß mit einem Kameraden bei einem Einsatz auf einem Dach, das wir abdichten mussten, und dabei entstand der Plan“, berichtete er. Doch die Resonanz auf den Aufruf habe sie schon überrascht. Rund 200 Teilnehmer hatten sich am Morgen am Startpunkt, der Unterkunft des Schleidener THW-Ortsverbandes in Oberhausen, eingefunden.
Auch die Unterkunft des THW in Schleiden war von der Flut getroffen
Wobei vielleicht nicht allen Teilnehmern bewusst war, dass die THW-Unterkunft auch schwer von der Flut getroffen worden war. Denn den ganzen 14. Juli 2021 hatten die Einsatzkräfte – unterstützt von Zivilisten – Sandsäcke befüllt und in die Flutgebiete transportiert. Doch gegen Abend mussten sich die Helfer selbst auf die umliegende Anhöhe retten, als das Wasser auch hier zu steigen begann. Dramatisch wurde die Nacht, als eine Mutter im Wasser nach ihrem Sohn suchte. Der konnte allerdings wohlbehalten gefunden werden.

Auch Vertreter des Hellenthaler Stammes der St.-Georgs-Pfadfinder beteiligten sich am Flutmarsch in Schleiden.
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Björn Groß (l.) und Daniel Schwarzer freuten sich über die Teilnahme.
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Ab 8 Uhr morgens machten sich die Teilnehmer auf die Wege, die ausgeschildert worden waren. Neben einer 22 Kilometer langen Runde, die für die erfahrenen Wanderer vorgesehen war, gab es auch noch eine 13 Kilometer lange Runde, die für Einsteiger und Familien ausgeschildert worden war. Wobei die Länge immer noch für unerfahrene Wanderfreunde eine Herausforderung darstellte, wie der Ortsbeauftragte des THW Schleiden, Daniel Schwarzer, und Björn Groß zugaben. „Das sollte so lang sein, damit die Menschen die Gelegenheit hatten zusammenzukommen“, erklärte Schwarzer.
Von den Teerstraßen weg sollte die Wegeführung eher über unbefestigte Wanderrouten gehen, sagte Groß. Von Oberhausen führte die Wanderung über Schleiden bis nach Olef. „Dort ging es dann auf die Höhe, von wo man einen Blick ins Tal hatte und sehen konnte, wo vor fünf Jahren die Überschwemmungsgebiete waren“, so Groß. Am Tempelchen vorbei und durch die Stadt Schleiden ging es dann wieder zurück nach Oberhausen. „Natürlich gehört Gemünd auch zum Flutgebiet der Stadt Schleiden, doch dann wäre die Strecke zu lang gewesen“ erklärte er.
Zahlreiche Einsatzkräfte begaben sich auf den Flutmarsch
Nicht nur Schleidener und Hellenthaler waren angereist, sondern auch Angehörige von THW, Polizei und Hilfsorganisationen. Der Termin des Flutmarschs war innerhalb des THW kommuniziert worden. Von dort hatte die Einladung ihren Weg auch in andere Organisationen gefunden. „Mit dabei war zum Beispiel die Hundestaffel der Polizei Trier“, berichtete Schwarzer. Die weiteste Anreise aber hatte mit 416 Kilometern die private Hilfsorganisation „Bergehilfe Katastrophenschutz“, die aus dem Kreis Gifhorn gekommen war.
Eine Reihe von Teilnehmern war der Anregung des Schleidener Ortsverbandes gefolgt und absolvierte die Wanderung in Einsatzkleidung. Darunter waren auch Angehörige der Bundeswehr und THW-Einheiten, etwa die aus Aachen. „Wir sind mit 22 Leuten hierhergekommen“, berichtete ein Mitglied der Aachener Gruppe.
„Es ist toll, dass die Veranstaltung kein Wettrennen ist“, lobte Arnd van Koll aus Hellenthal, der mit einer Gruppe der St.-Georgs-Pfadfinder aus dem Hellenthaler Stamm mit dabei war. Und so ließen sich manche Wanderer auch Zeit für die Strecke. Um 15.30 Uhr kamen die letzten Teilnehmer wieder in Oberhausen an. Eine Wiederholung der Veranstaltung, so bestätigten Schwarzer und Groß einträchtig, sei bereits für das kommende Jahr schon fest eingeplant.
