Zur Geburt eines Kindes oder eines Enkels: Am Keltenring in Euskirchen entsteht eine Obstbaumwiese, an deren Bepflanzung sich Bürger beteiligen können.
Nachhaltiges StadtbildBürger können Spendenbäume am Euskirchener Keltenring pflanzen

Auf der Wiesenfläche am Keltenring wurden 18 von Euskirchener Bürgern gespendete Obstbäume gepflanzt.
Copyright: Cedric Arndt
Ein Obstbaum im eigenen Garten kann neben frischem Obst und einem schattigen Plätzchen im Sommer auch zahlreiche weitere Vorteile wie beispielsweise zusätzliche Lebensräume für Vögel und Insekten bieten. Insbesondere in Städten steht jedoch längst nicht allen Anwohnern ausreichend Platz für eine solche Anpflanzung zur Verfügung. Da soll nun eine Spendenbaum-Pflanzaktion der Stadt Euskirchen Abhilfe schaffen. Auf der Grünfläche am Keltenring zwischen der Nordstraße und In den Herrenbenden entsteht jetzt eine Obstbaumwiese, an deren Bepflanzung sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen können.
„Es kann gar nicht genug Bäume geben, darum finde ich dieses Projekt so toll“, schwärmte Bürgermeister Sacha Reichelt. Beispielsweise zur Geburt eines Kindes oder Enkels könne mit einer Spende eine haltbare Erinnerung geschaffen werden, die schon wenige Jahre später zudem einen leckeren und gesunden Imbiss bereithalten könne. „So wird eine schöne Verbindung zu einem besonderen Menschen geschaffen, die sogar zur Verschönerung des Parks beiträgt.“ Basierend auf der Initiative einer Anwohnerin aus Kuchenheim, die mit der Idee eines Baumes für ihr Enkelkind an die Stadt herangetreten sei, sei das Projekt bereits vor zwei Jahren in Gang gesetzt worden.
Die Wahl war nach kurzer Überlegung auf die Zwetschge gefallen
Nach der Genehmigung und der Planungsphase konnte nun der sprichwörtliche Startschuss gesetzt werden. „18 der insgesamt 40 Plätze sind jetzt schon vergeben. Im Herbst starten wir einen zweiten Anlauf, bei dem Interessierte die Chance haben, die restlichen Plätze zu reservieren“, erklärte Simon Gammersbach, Sachgebietsleiter im Bereich Tiefbau, Verkehr und Grünflächen. „Dafür kann zwischen verschiedenen, für die Region typischen Arten wie zum Beispiel Zwetschgen, Birnen, Äpfel oder Kirschen ausgewählt werden.“

Überreichte den Spendern die Urkunden für ihre Obstbäume: Bürgermeister Sacha Reichelt, hier mit Spenderin Hilde Schröder.
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Die Wahl von Hilde Schröder ist nach kurzer Überlegung auf die Zwetschge gefallen, während sich ihr Ehemann für einen Bohnapfel entschieden hat. „Ich bin hier am Keltenring aufgewachsen und finde es großartig, dass ich dank dieser Aktion ein kleines und vor allem nachhaltiges Symbol setzen kann“, freute sich die Euskirchenerin. Sogar die Wahl der Baumnummer habe sie an ihre damalige Hausnummer angepasst. Und auch der zweite Obstbaum sei an Erinnerungen gebunden. „Mein Mann hatte in seiner Jugend einen großen Bohnapfel im Garten. Und jetzt hoffen wir natürlich, dass dieser hier genauso groß wird.“
Auch Uwe Arndt beteiligte sich mit seinem „Enkelbaum“ an der Obstbaumwiese. „Wir haben in der Zeitung von der Aktion gelesen. Nachdem wir schon einen Tag später im Vorstand der UWV beschlossen haben, uns für dieses nachhaltige Projekt einzusetzen, habe ich die Idee auch zu Hause vorgestellt.“ Die Beratung mit den beiden Töchtern und den drei Enkeln habe zwar etwas länger gedauert als jene im Parteivorstand, dennoch seien alle Beteiligten froh über die Entscheidung.
„Das ganze Projekt trägt auch zur Identitätsbildung zwischen Menschen und Stadt bei“, stimmte Sacha Reichelt zu. Im Rahmen der Pflanzaktion seien zudem noch weitere Maßnahmen geplant, wie beispielsweise eine Blumenwiese zum Selbstpflücken am neuen Rathausstandort. „Wenn man zu Hause mal etwas verbrochen hat, kann man hier direkt einen Strauß als Entschuldigung mitnehmen“, scherzte der Bürgermeister lachend. Sogar ein kleines Kräuterbeet zur Verfeinerung des Abendessens sei denkbar. Und die zuständigen Stellen seien auch für weitere Vorschläge aus der Bevölkerung für die nachhaltige Gestaltung ihrer Heimatstadt offen.

