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Ordination in EuskirchenDiakon nahm Umweg übers Finanzamt auf die Kanzel

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Diakon Jan Simons mit den beiden Pfarrern am Altar.

In feierlichem Rahmen wurde Diakon Jan Simons in der Sophiengemeinde ordiniert.

Jan Simons (32) nimmt seine Aufgaben in der Sophiengemeinde in Euskirchen und Weilerswist künftig als Diakon wahr.

In der evangelischen Kirche in Euskirchen und Weilerswist, die seit dem Zusammenschluss den Namen Sophiengemeinde trägt, ist Diakon Jan Simons längst kein Unbekannter mehr. In seinem Aufgabenbereich der Jugendarbeit, aber auch weit darüber hinaus, erlebte er in den vergangenen drei Jahren seit der Stellenausschreibung bereits eine intensive Zeit. Dennoch stellte der Gang durch das Euskirchener Kirchenschiff inmitten der Mitglieder des Bevollmächtigtenausschusses der Gemeinde einen ganz besonderen Augenblick für den 32-Jährigen dar.

„Ich war richtig aufgeregt, aber auch sehr glücklich über den schönen Gottesdienst und die gute Stimmung“, freute sich der Diakon nach seiner feierlichen Ordination am Sonntagnachmittag. Auch die lobenden Worte, die Pfarrerin Judith Weichsel und Pfarrer Gregor Weichsel in ihrer Vorstellung fanden, hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. „Von Beginn an habe ich mich hier sehr gut aufgenommen gefühlt. Es war schön zu hören, dass dieses Gefühl auf Gegenseitigkeit beruht.“

Neue Ideen und frischen Wind eingebracht

Statt an die Predigtkanzel habe seine Karriere Jan Simons zwischenzeitlich zum Finanzamt geführt, wie Pfarrer Gregor Weichsel mit einem Schmunzeln erklärte. „Wir sind doch sehr froh, dass du dich für uns entschieden hast.“ Für die Arbeit im Jugendbereich sei man glücklich, mit Jan Simons einen Mitarbeiter gefunden zu haben, der sich schnell mit neuen Ideen und einem frischen Wind einbringen konnte. „Während der Fusion unserer Gemeinde hast du viele Hürden überwunden, die weit über die ursprüngliche Jobbeschreibung hinausgingen, und du hast dabei viele echte Herausforderungen gemeistert.“

Auch von Rückschlägen habe sich der gebürtige Zülpicher nicht aus der Bahn werfen lassen, sondern stets nach neuen Antworten gesucht, um schwierige Aufgaben zu lösen. „Wir werden häufig mit der Frage konfrontiert, warum wir in vielen Situationen moderne Wege suchen“, so Weichsel. „Im Alltag gibt es aber oft Situationen, für die es keine zuvor festgelegten Vorschriften gibt.“ Auf diese Situationen müsse individuell reagiert werden und dies habe Jan Simons in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft.

Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Turmbau von Babel verglichen

Dieser moderne Ansatz wurde auch in seiner ersten Predigt, mit der sich Jan Simons als ordinierter Diakon an seine Zuhörer richtete, spürbar. So verglich er die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft mit der Geschichte vom Turmbau zu Babel.

Das sportliche Ereignis mit dem Grundgedanken, Menschen aus aller Welt für ein gemeinsames Hobby zusammenzuführen, habe sich wie das biblische Großbauprojekt zu einer Veranstaltung entwickelt, dessen Zweck sich mehr und mehr in Richtung öffentlicher Darstellung einiger weniger Personen verschiebe. Die Liebe Gottes hingegen sei für alle Menschen bestimmt, und der Verkündung dieser Botschaft durch Wort und Tat wolle er sich auch nach der Ordination widmen.

„Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir weiterhin eine so bunte und vielfältige Gemeinde bleiben und während der Gottesdienste, aber auch darüber hinaus für die Menschen in unserer Umgebung da sind.“