Elisabete Alves verwirktlicht am Campus in Flamersheim ihren Traum vom eigenen Eiscafé. Auch Frühstück will die Portugiesin künftig anbieten.
NeueröffnungEiscafé Alves mit südländischem Flair am Campus in Flamersheim

Seit dem 14. Februar betreibt Elisabete Alves in Flamersheim ihr eigenes Eiscafé.
Copyright: Tom Steinicke
Noch ist kalendarisch Winter, doch die ersten wärmenden Sonnenstrahlen – und damit der Frühling – haben im Kreis schon angeklopft. An den vergangenen Tagen erinnerten die Temperaturen bereits an den Frühling. Wer die erste Frühlingssonne mit einem Eis genießen möchte, der hat in Flamersheim eine neue Anlaufstelle.
Auf dem Campus an der Christian-Schäfer-Straße hat Elisabete Alves ihr Eiscafé eröffnet. „Es ist gerade eine Erprobungszeit. Ich wollte den Februar nutzen, um langsam reinzukommen und alles einzuspielen“, sagt die Betreiberin von „Alves Gelato“.
Betreiberin der Eisdiele kommt aus einer Gastro-Familie
Die 38-Jährige hat vor wenigen Tagen im Herzen von Flamersheim ihre Eisdiele eröffnet. Bis auf die Wände und den Boden hat sie das Ladenlokal selbst eingerichtet. „Hier stand fast nichts mehr, die Theke habe ich neu aufgebaut, die Tapeten entfernt, heller gemacht. Ich wollte, dass es freundlich wirkt“, erzählt sie.
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Alves stammt aus einer Gastronomiefamilie. Ihre Eltern führten in Köln ein spanisches Restaurant, sie selbst arbeitete jahrelang in der Branche, später in der Personalführung eines Gebäudedienstleisters. „Ein sicherer Job – aber Gastronomie war immer mein Herz“, sagt sie.

Das pinke Logo ist nur schwer zu übersehen.
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Den Traum vom eigenen Laden trug sie schon lange mit sich. Bereits vor zwei Jahren interessierte sie sich für das Objekt an der ehemaligen Lederfabrik, damals war es jedoch schon vergeben. „Als ich jetzt hörte, dass es wieder frei ist, habe ich sofort angerufen – und diesmal hat es geklappt“, erzählt sie. Dass der Zeitpunkt mit einem kleinen Kind daheim nicht ideal war, hat sie nicht abgeschreckt: „Manchmal muss man Chancen einfach ergreifen. Ich wollte nicht irgendwann sagen: Hätte ich es doch versucht“, so die zweifacher Mutter.
Ihr Eis bezieht Alves nach eigenen Angaben aus Italien. „Ich mache es nicht selbst, aber ich weiß, was gut ankommt. Ich habe früher in einer Eisdiele gearbeitet und später sogar einen eigenen Eiswagen gehabt“, so die gebürtige Portugiesin.
Manche Sorten laufen besser, andere weniger. Das ist normal – jede Region hat ihren Geschmack.
Das Sortiment reicht von Klassikern wie Schokolade, Vanille und Stracciatella bis zu ausgefallenen Sorten wie Marzipan-Praline oder Cheesecake-Erdbeer. „Manche Sorten laufen besser, andere weniger. Das ist normal – jede Region hat ihren Geschmack“, so die Gelato-Chefin, die bereits nach wenigen Wochen festgestellt haben will, dass der Kunde in Flamersheim eher traditioneller in Sachen Eis unterwegs ist.
Der Preis für eine Kugel liegt bei 1,70 Euro. „Natürlich ist das viel, wenn man an früher denkt. Aber alles ist teurer geworden – Strom, Milch, Zutaten. Trotzdem wollte ich nicht übertreiben. Ich will, dass sich jeder ab und zu ein Eis leisten kann.“
Eine Mischung aus Portugal, Spanien und der Voreifel
Alves, geboren in Lissabon und in Köln aufgewachsen, lebt heute mit ihrer Familie in Stotzheim. In ihrem Café mischt sich portugiesisches Temperament mit rheinischer Herzlichkeit. „Ich bin Portugiesin. Das Südländische liegt mir einfach im Blut.“ Das zeigt sich auch auf der Karte: Neben Eis gibt es Kaffeespezialitäten, Kuchen und bald Frühstück – mit frisch gepresstem Orangensaft, Rührei, Toast und spanisch-portugiesischen Kleinigkeiten wie Chorizo oder Tarta de Queso, dem berühmten baskischen Käsekuchen.
Ich liebe es, wenn die Menschen draußen sitzen, Kinder Eis essen und einfach eine gute Zeit haben.
„Ich probiere gerade aus, was ankommt“, sagt sie. Der Zuspruch ist groß: Nachbarn, Blumenhändler, Friseure und Ärzte aus der Umgebung haben sie bereits willkommen geheißen. „Viele haben kleine Geschenke gebracht oder einfach gesagt: Wir freuen uns, dass es hier wieder ein Café gibt“, erzählt Alves.
Flamersheim selbst erlebt seit Jahren einen Aufschwung. Rund um den Campus hat sich viel getan, neue Läden und Praxen beleben den Ort. Alves ist überzeugt: „Hier kann man etwas aufbauen. Die Leute wollen wieder gemütlich zusammensitzen – einen Ort haben, wo man sich trifft.“ Auch draußen unter dem großen Baum vor der Eisdiele soll im Sommer wieder Leben einkehren. „Ich liebe es, wenn die Menschen draußen sitzen, Kinder Eis essen und einfach eine gute Zeit haben.“
Trotz steigender Energiekosten, ungewisser Wetterlage und der üblichen Startprobleme blickt Alves zuversichtlich in die Zukunft. „Ich habe gesagt: Entweder ich werde Millionärin, oder ich gehe pleite. Aber ich will auf keinen Fall später bereuen, es nicht versucht zu haben“, sagt sie lachend.
Sie habe bereits Stammkundschaft – und selbst an einem verregneten Sonntag kamen Gäste. „Das war mein bester Tag bisher. Und das mitten im Winter“, so Alves.


