Ein 47-Jähriger aus dem Kreis Euskirchen hat zugegeben, ein Schreiben verteilt zu haben, dessen Inhalt mutmaßlich volksverhetzend ist.
FlugblattPolizei ermittelt Verdächtigen nach möglicher Volksverhetzung in Euskirchen

Anfang Juni übertünchten Mitarbeiter der Stadt Euskirchen an der Synagogengedenkstätte eine mutmaßlich volksverhetzende Parole. Nun wird geprüft, ob ein Zusammenhang mit Hetzschriften besteht, die ein 47-Jähriger verteilt haben soll.
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Anfang Juni hatten mehrere Bewohnerinnen und Bewohner der Euskirchener Innenstadt ein Schreiben mit diffamierendem Inhalt in ihren Briefkästen gefunden. Der Fall wurde zur Anzeige gebracht, sodass der Bonner Staatsschutz der Sache nachging, und zwar wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Mittlerweile ist ein Tatverdächtiger ermittelt worden, wie die Sprecherin der Bonner Polizei, Daniela Lindemann, auf Anfrage mitteilte.
Bei dem Mann handelt es sich nach ihren Angaben um einen 47-Jährigen aus dem Kreis Euskirchen. „Ihm wird zur Last gelegt, die Schreiben verfasst und verteilt zu haben“, erklärte Lindemann. In der polizeilichen Vernehmung habe er die Vorwürfe eingeräumt. Der Staatsschutz, so die Sprecherin, habe den Vorgang zur weiteren rechtlichen Bewertung an die Staatsanwaltschaft Bonn weitergeleitet. Wie die Ermittler dem Verdächtigen auf die Spur gekommen sind, ließ Lindemann offen.
Euskirchenerin berichtet von einem zweiten Flugblatt im Briefkasten
Das Flugblatt war in Wohnhäusern in der Breite Straße, der Walramstraße, der Mühlenstraße und der Borgmannstraße entdeckt worden. Eine Betroffene beschrieb den Inhalt als antisemitisch. Etwa zwei Wochen nach dem ersten Vorfall war nach ihren Angaben ein weiteres Flugblatt mit ähnlich diffamierendem Inhalt in ihrem Briefkasten gelandet.
Das erste Schreiben enthielt eine Parole, deren Wortlaut im Zeitraum Ende Mai/Anfang Juni an zwei Stellen in der Euskirchener Innenstadt auf Gebäudefassaden gesprüht worden war – zum einen an einem Wohn- und Geschäftshaus am Herz-Jesu-Vorplatz, zum anderen an der Synagogengedenkstätte in der Annaturmstraße. Die Behörden prüfen mögliche Tatzusammenhänge zwischen den Hetzschriften und den Schmierereien.
