Für sein soziales und kirchliches Engagement ist der frühere Diakon Karl-Heinz Beck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.
BundesverdienstkreuzKarl-Heinz Beck gab der Altenarbeit in Euskirchen ein neues Gesicht

Landrat Markus Ramers (stehend, 2.v.l.) überreichte Karl-Heinz Beck (3.v.r.) das Bundesverdienstkreuz. Bürgermeister Sacha Reichelt (r.) und die Familie um Ehefrau Sabine Beck gratulierten.
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Vor allem die älteren Menschen lagen Karl-Heinz Beck zeitlebens besonders am Herzen. Mittlerweile ist er selbst 80 Jahre alt. Am Freitag stand der Euskirchener, der sich nie in den Vordergrund gedrängt hat, ausnahmsweise im Mittelpunkt: Landrat Markus Ramers überreichte ihm im Kreishaus in Euskirchen für sein herausragendes soziales und kirchliches Engagement das Bundesverdienstkreuz.
Von 1990 bis 2010 war Beck als Diakon der evangelischen Gemeinde Euskirchen tätig. In dieser Zeit war er häufig federführend an der Gründung von Vereinen und Initiativen beteiligt, die aus der Stadt und dem Kreis Euskirchen heute nicht mehr wegzudenken sind.
Landrat Ramers zählte die vielen Projekte auf, die Karl-Heinz Beck mit initiierte
Ramers zählte sie chronologisch auf: „Älter werden in Euskirchen“ (1995), die Euskirchener Tafel (2000), die Alzheimer-Gesellschaft im Kreis Euskirchen (2001), das Netzwerk für Sterbende und Trauerbegleitung (2004), das Forum Ehrenamt, den Literaturkreis Euskirchen sowie das Projekt „Mentor Euskirchen – Die Leselernhelfer“.
Von 2014 bis 2021, so der Landrat weiter, war Beck Vize-Vorsitzender des Diakonie-Fördervereins. Diese Aufgabe habe er mit spürbarer persönlicher Hingabe ausgefüllt. „Sie initiierten und begleiteten zahlreiche Angebote für Seniorinnen und Senioren, von Filmnachmittagen über Tagesfahrten und Museumsbesuche bis hin zu Studienfahrten.“ Dabei sei es ihm nicht um bloße Freizeitgestaltung gegangen, „sondern um Teilhabe, Begegnung und Lebensfreude im Alter“, sagte Ramers.
Zuerst wurde Karl-Heinz Beck Postschaffner, dann Fleischer
Zu Beginn der Feier, die Yehor Zakharchuk von der Euskirchener Musikschule mit dem Akkordeon bereicherte, hatte der Landrat den Werdegang Becks skizziert, der 1945 in Sorsum bei Hannover geboren wurde.
Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Postschaffner, er habe aber schon früh gespürt, dass er mehr als einen Beruf gesucht habe, nämlich „Sinn, Orientierung, einen inneren Kompass“. In einem Kloster im niederländischen Steyl ließ er sich noch zum Fleischer ausbilden, bevor er ein Studium aufnahm, um Diakon und Religionspädagoge zu werden.
Ich musste schmunzeln, als ich erfuhr, dass Sie zunächst katholischen Glaubens waren.
Später folgten Qualifikationen zum Diplom-Sozialpädagogen und in der gemeinwesenorientierten Altenarbeit. „Ich musste schmunzeln, als ich erfuhr, dass Sie zunächst katholischen Glaubens waren“, sagte Ramers zu Beck. Die Konfession habe er nicht zuletzt gewechselt, „weil Sie Ihre Sabine heiraten und im evangelischen diakonischen Dienst wirken wollten“.
So kam er 1990 für die Altenarbeit in die evangelische Gemeinde Euskirchen. Diese Altenarbeit, die damals noch vielerorts „Kaffeetafel“ genannt wurde, habe durch Karl-Heinz Beck ein neues Gesicht erhalten. „Wir würdigen heute ein Leben, das sich ganz konsequent an einem einzigen Maßstab orientiert hat: am Menschen“, sagte Ramers, der unter anderem auf Becks eindrucksvolles Engagement in der Sterbe- und in der Trauerbegleitung verwies. Was für andere lediglich Projekte gewesen seien, so der Landrat, „waren für Sie konkrete Antworten auf reale Not: auf Hunger, Demenz, Einsamkeit, Abschied und Trauer.“
Kurze Grußworte sprachen Michael Bork von der evangelischen Gemeinde und Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt, der die Verdienstkreuzverleihung mit einer „Botschaft für alle in Deutschland“ verband: Sie sollen sich Menschen wie Karl-Heinz Beck zum Vorbild nehmen, die nicht meckern, sondern anpacken.
Wie würde Euskirchen aussehen ohne das, was der Diakon verantwortet und mit initiiert habe, fragte Reichelt und gab die Antwort: „Die Stadt wäre viel ärmer.“

