Das Mobilitätskonzept Eifel-E-Bike wird es auch in Weilerswist nicht mehr geben. Angeführt von der CDU stimmte der Rat gegen die Fahrräder.
Rad-LeiheAus für das Eifel-E-Bike in Weilerswist – CDU stimmt gegen ihren Bürgermeister

Das Verleihsystem wird fast in jeder Kommune im Kreis Euskirchen eingestampft.
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Nach dem mehrheitlichen Beschluss des Rates von Weilerswist, das Fahrradverleihsystem „Eifel E-Bike“ nicht weiterzuführen, reißt die Kritik aus der Politik nicht ab. Neben der UWV haben nun auch die Grünen die Entscheidung deutlich beanstandet, während die CDU ihre Haltung verteidigt.
Die Grünen sehen in dem Beschluss einen Rückschritt für die Entwicklung nachhaltiger Mobilität im ländlichen Raum. Die Fraktionsvorsitzende Myriam Kemp bezeichnete die Entscheidung als „sehr bedauerlich“. Das Verleihsystem sei zwar formal eine freiwillige Leistung, tatsächlich aber ein wichtiger Bestandteil eines modernen Mobilitätsmixes und eng mit dem öffentlichen Nahverkehr verknüpft. Insbesondere die vorhandenen Nutzungszahlen und positiven Bewertungen durch Verwaltung und Projektträger hätten aus Sicht der Grünen klar für eine Fortführung gesprochen.
Kosten in Höhe von 18.000 Euro pro Jahr für die Gemeinde Weilerswist
Kritisch sehen sie auch die Argumentation zur begrenzten Anzahl an Fahrrädern. Gerade im ländlichen Raum komme es weniger auf die Menge als auf strategisch platzierte Standorte an, etwa an Bahnhöfen, um die „letzte Meile“ zu schließen. Auch die jährlichen Kosten von rund 18.000 Euro bewertet die Fraktion als vergleichsweise gering. „Es entsteht der Eindruck, dass an der falschen Stelle gespart wird“, so Kemp.
Auch die UWV-Fraktion kritisiert die Entscheidung. Ihr Vorsitzender Uwe Wegner spricht von einem Widerspruch in der politischen Bewertung: „Nicht nachvollziehbar. Ein Angebot, das angenommen wird, will man abschaffen – ein Angebot hingegen, das nicht angenommen und daher abgeschafft wurde, will man wieder einführen.“ Hintergrund ist die parallel geführte Diskussion über eine mögliche Rückkehr zum Car-Sharing, das in der Vergangenheit mangels Nachfrage eingestellt worden war.
CDU stimmt gegen den Vorschlag ihres Bürgermeisters
Auch die UWV verweist auf die Bedeutung des Fahrradmietsystems als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr sowie auf die vergleichsweise moderaten Kosten. Zudem sei es bemerkenswert, dass sich die Ratsmehrheit mit ihrer Entscheidung auch gegen den Vorschlag von Bürgermeister Dino Steuer (CDU) gestellt habe, der sich für eine Fortführung ausgesprochen hatte. Die CDU hingegen verteidigt den Beschluss und verweist vor allem auf finanzielle und strukturelle Aspekte.
Für den CDU-Vertreter Sebastian Kirchner ist der praktische Nutzen des Systems begrenzt. Mit lediglich etwa zehn bis 15 Fahrrädern für Euskirchen und Weilerswist sei kein spürbarer Effekt für die Mobilität zu erwarten.
Zudem betont die CDU die angespannte Haushaltslage. Da es sich um eine freiwillige Leistung handele, seien die jährlichen Kosten nicht zu rechtfertigen. Die Mittel würden an anderer Stelle dringender benötigt, etwa für Infrastruktur, Schulen oder Feuerwehr. Auch die Zukunftsfähigkeit des Systems wird angezweifelt: Neun von elf beteiligten Kommunen hätten sich bereits gegen eine Fortführung entschieden, was das Gesamtkonzept schwäche.
Stattdessen plädiert die CDU für gezielte Investitionen in die Infrastruktur, etwa in den Ausbau von Radwegen oder ein geplantes Fahrradparkhaus. Davon profitiere eine deutlich größere Zahl an Bürgerinnen und Bürgern als von einem vergleichsweise kleinen Verleihsystem.
15 Ratsmitglieder hatten für die Fortführung des Verleihsystems gestimmt, 23 dagegen. Zudem gab es zwei Enthaltungen.
