Nun soll es endlich klappen: Der Gemeinderat in Weilerswist entscheidet über den Neubau einer Feuerwache. Die Verwaltung spricht sich dafür aus.
Nach langer DiskussionWeilerswist soll neue Feuerwache bekommen – Vernich würde umziehen

Auf dem Areal an der K11 zwischen Vernich und Weilerswist soll die neue Feuerwache entstehen.
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In der Gemeinde Weilerswist steht eine richtungsweisende Entscheidung zur Zukunft der Feuerwehr an. Der Gemeinderat soll am kommenden Donnerstag, 23. April, darüber abstimmen, ob die beiden Löscheinheiten Weilerswist und Vernich künftig in einer gemeinsamen Feuerwache an der K11 untergebracht werden. Grundlage ist ein umfassender Variantenvergleich, der sowohl die Kosten als auch feuerwehrtechnische Anforderungen berücksichtigt.
Auslöser der Diskussion, die sich mittlerweile über Jahre zieht, ist der bauliche Zustand der Feuerwehrgerätehäuser in Vernich und Weilerswist. Zuletzt stand aber vor allem der bauliche Zustand des Gerätehauses in Vernich im Fokus der Überlegungen.
Sachverständiger hat Kosten für mögliche Sanierungen ermittelt
Die Verwaltung hatte einen Sachverständigen beauftragt, die Kosten für eine mögliche Sanierung zu ermitteln und gleichzeitig Alternativen zu prüfen. Insgesamt wurden vier Varianten untersucht: drei Optionen für den Verbleib am bisherigen Standort an der Mühlenstraße in Vernich sowie der Neubau einer gemeinsamen Wache an der K11.
Die erste Variante sieht eine reine Sanierung des bestehenden Gebäudes vor. Diese würde zwar vergleichsweise günstige Kosten von rund 1,6 Millionen Euro verursachen, jedoch die bestehenden räumlichen und organisatorischen Defizite nicht beheben. In der zweiten Variante wird eine erweiterte Sanierung mit baulichen Anpassungen betrachtet. Hierfür werden etwa zwei Millionen Euro veranschlagt, allerdings könnten auch in diesem Fall nicht alle Mängel vollständig beseitigt werden.
Auch beim Neubau bliebe die Hochwassergefährdung
Die dritte Möglichkeit umfasst einen kompletten Neubau am bisherigen Standort. Mit geschätzten Kosten zwischen 3,2 und 3,7 Millionen Euro wäre dies die teuerste Variante. Zwar würden alle funktionalen Defizite behoben, die Problematik der Hochwassergefährdung am Standort bliebe jedoch bestehen. Dem gegenüber steht als vierte Option der Neubau einer gemeinsamen Feuerwache an der K11. Hierfür wurden die bestehenden Planungen angepasst und um die Integration der Löscheinheit Vernich erweitert.
Unter Berücksichtigung der Baupreissteigerungen bis Ende 2025 werden die zusätzlichen Kosten auf rund 960.000 Euro geschätzt. Im direkten Vergleich aller Varianten erweist sich diese Lösung als wirtschaftlichste. Neben den finanziellen Aspekten sprechen auch feuerwehrtechnische Gründe für den neuen Standort.
Eine moderne Wache könnte nach aktuellen Standards errichtet werden und sämtliche bestehenden Defizite beseitigen. Zudem wird im Gutachten geprüft, ob sich durch die Verlagerung Auswirkungen auf die Einhaltung der Hilfsfristen ergeben – also auf die Zeit, in der Einsatzkräfte am Einsatzort eintreffen müssen. Die entsprechenden Gutachten und Stellungnahmen wurden den Ratsmitgliedern bereits zur Verfügung gestellt.
Die Ergebnisse sollen in einer Ratssitzung vorgestellt werden, bevor die endgültige Entscheidung getroffen wird. Sollte sich der Rat für den Neubau entscheiden, würde die Feuerwehr in Weilerswist künftig zentral an der K11 aufgestellt sein – mit dem Ziel, Einsatzbereitschaft, Effizienz und Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die Verwaltungsspitze ist für den Neubau – auch das geht aus der Vorlage für den Rat, der am kommenden Donnerstag um 18 Uhr im Weilerswister Rathaus tagt.
