Das Unwetter richtete in Wesseling Sachschäden an, verletzt wurde niemand. Erinnerungen an 2024 wurden wach.
Hagel beschädigt zahlreiche AutosFeuerwehr Wesseling rückt zu 33 Unwetter-Einsätzen aus

Vor dem Edeka am Westring waren Äste aus den Bäumen gebrochen und drohten herunterzufallen.
Copyright: Margret Klose
Das Unwetter hat am Freitagabend (29. Mai) gegen 19.45 Uhr den südlichen Rhein-Erft-Kreis gestreift. In Wesseling stürmte und regnete es kräftig. Durch Windböen kippten kleinere Bäume um, mehrere Äste brachen ab und fielen auf die Fahrbahnen, innerhalb von kurzer Zeit gingen Wassermassen nieder und ließen zahlreiche Keller volllaufen. Hagelkörner in der Größe von Tischtennisbällen richteten an verschiedenen Stellen Sachschäden an. Die Kräfte der Feuerwehr mussten zu 33 Einsätzen ausrücken.
Die Wassermassen, die innerhalb von Minuten vom Himmel fielen, konnten stellenweise über die Kanäle nicht mehr abfließen, so dass einige Straßen und Unterführungen kurzzeitig überflutet wurden – nicht zuletzt, weil Blätter und Äste einige Schächte verstopften. Die Polizei musste zu mehreren Gebäuden fahren, weil Alarmanlagen ausgelöst hatten.

Auf der Kölner Straße brachten Äste ab und fielen auf geparkte Autos.
Copyright: Margret Klose
Gegen 21 Uhr war über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App (Nina) Entwarnung gegeben worden. Verletzt wurde durch das Unwetter niemand. Alle anderen Städte im Rhein-Erft-Kreis blieben nach Auskunft der Kreisleitstellen von Feuerwehr und Polizei vom Unwetter verschont.
Gegen Mitternacht bilanzierte die Feuerwehr den Abend: 16 Wassereinsätze, 17 Baumeinsätze hatten die 51 Einsatzkräfte der hauptamtlichen Feuerwehr und der Löschzüge Wesseling, Berzdorf sowie Urfeld abgearbeitet. Bürgermeister Ralph Manzke bedankte sich bei den Einsatzkräften für ihr Engagement.
Wesseling: Auch Wintergärten wurden beschädigt
Zahlreiche Wesselinger beklagten Schäden an ihren Pkw durch die Hagelkörner. In einer Facebook-Gruppe schreibt einer: „Auf unserem Firmenparkplatz in Urfeld ist leider so gut wie kein Auto unversehrt geblieben.“ Ein anderer User kündigt an, er werde den Platz vor seiner Garage überdachen lassen, weil er die Hagelschäden satt sei. Es habe bereits sein zweites Auto erwischt. Jemand anders beklagt, dass der Sturm Schäden an seinem Kamin angerichtet habe.
Auch Wintergärten wurden beschädigt. Eine Facebook-Userin schreibt: „Ich glaube da konnte man Glück oder Pech haben. Den von Freunden hat's auch komplett zerlegt.“
Erftstadt warnt vor weiteren Gewitterzellen in der Nacht auf Sonntag
Am Tag danach kontrollierten Mitarbeitende vom Betriebshof der EBW die Bäume auf Friedhöfen, an Straßen, in Parks und am Leinpfad. Der Friedhof Friedensweg bleibt bis voraussichtlich Montagnachmittag geschlossen. teilte die Stadt mit. Die anderen Friedhöfe sind geöffnet.
Das Unwetter von Freitagabend erinnerte viele Wesselinger an den Starkregen im Juli 2024. Damals musste die Feuerwehr 43 Einsätze bewältigen, die unmittelbar mit dem Starkregen in Zusammenhang standen – davon waren 40 Einätze in Privathaushalten. Besonders betroffen war das Schulzentrum. Unvergessen das Foto von einem Mini-Cabrio, der im Kreisverkehr am Mühlenweg/Landesstraße 300 im Hochwasser stecken geblieben war. Die Fahrerin musste von der Feuerwehr aus ihrem Wagen befreit werden.

Am Kreisel Mühlenweg/L300 musste 2024 eine Autofahrerin von der Feuerwehr gerettet werden.
Copyright: Margret Klose
Wie der stellvertretende Feuerwehrchef Nicholas Gafron damals betonte, sei es lebensgefährlich, in mit Wasser gefüllte Straßenzüge oder Tunnel zu fahren. Es könne nie ausgeschlossen werden, dass das Hochwasser weiter ansteige. „Im schlimmsten Fall kann man ertrinken“, mahnte er.
Die Stadt Erftstadt warnt am Samstag vor weiteren Unwettern: Für den späten Samstagabend (30. Mai) bis hin zum Sonntag könnten erneut möglichen Gewitterzellen mit starken Windböen, Hagel und Starkregen auftreten. Am Freitagabend war Erftstadt von den Gewitterzellen nur gestriffen worden.