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Wiederaufbau nach FlutWeil viele halfen, können Odenthaler Kobolde bald wieder einziehen

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Ein moderner Holzbau mit begrüntem Dach. Davor noch eine sandige Baustelle.

Das Gebäude an der Dhünn kann bald wieder von der Kita Odenthaler Kobolde bezogen werden.

2021 zerstörte die Dhünn das Kita-Gebäude. Das Land NRW und die Initiative „Handwerk im Wiederaufbau“ sorgten mit Geld und Knowhow für Ersatz. 

Idyllisch plätschert die Dhünn an diesem heißen Sommertag am Grundstück vorbei und bringt ein bisschen Kühlung. Im seichten Wasser spielen kleine Kinder. Vor genau fünf Jahren, vom 14. auf den 15. Juli 2021, zeigte die Dhünn hier ihr anderes Gesicht. Stundenlange wolkenbruchartige Regenfälle hatten das sonst so harmlose Gewässer zur reißenden Flut anschwellen lassen, die alles mit sich riss.

Besonders betroffen war in Odenthal der Schulcampus, der von der Dhünn umflossen wird - normalerweise jedenfalls. Damals nahm das Wasser einfach die Abkürzung quer über das Gelände, flutete unter anderem Sporthalle, Grundschule und auch das Gebäude der Elterninitiative „Die Kobolde“.

In wenigen Wochen wollen die Kobolde wieder in ihre Kita einziehen

Nun steht das mit finanziellen Mitteln des Landes NRW und mit fachlich-handwerklicher Hilfe der Initiative „Handwerk im Wiederaufbau“ komplett sanierte Gebäude vor einem Neuanfang. Anfang August sollen die Kinder hier wieder einziehen, ein Anbau soll noch mit Unterstützung des Rheinisch-Bergischen Kreises errichtet werden.

Drei Männer und vier Frauen stehen in einem Raum mit gelbem Boden. Hinter ihnen Informationsplakate des Handwerks.

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (Mitte) mit den am Kita-Wiederaufbau Beteiligten.

Vorab informierten sich NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach, der Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags Berthold Schröder und Thomas Radermacher, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, über die wiedererstandene Kita. Mit dabei auch Landrat Arne von Bötticher und Bürgermeisterin Laura Lundberg.

2021 stand das Wasser 1,20 Meter hoch in den Kita-Räumen

Im Juli 2021 stand das Wasser rund 1,20 Meter hoch in den Räumen: Tische, Stühle; Spiele und Arbeitsmaterial schwammen auf der braunen Brühe und hinterließen, als die Flut endlich zurückging, übelriechenden Schlamm und ein feuchtes Gebäude mit nassen Wänden und aufgequollenen Böden. An den Betrieb eines Kindergartens war hier nicht mehr zu denken.

Für die Elterninitiative brachen anstrengende Jahre an: Die Gruppen mit insgesamt 66 Kindern mussten an anderer Stelle unterkommen. Sie trafen aber auf große Hilfsbereitschaft benachbarter Einrichtungen, die sie zunächst aufnahmen, schließlich in Containern am Dhünntalstadion und bis heute auf dem Gelände neben dem Pfarrhaus an der Altenberger-Dom-Straße. Gleichzeitig musste der Wiederaufbau und ein ohnehin geplanter Anbau organisiert werden.

Die Kita-Gruppen stehen kurz vor der Rückkehr in ihr saniertes Gebäude

„Vor fünf Jahren hat die Flut unsere Einrichtung schwer getroffen. Was damals innerhalb kürzester Zeit verloren ging, war weit mehr als ein Gebäude. Unsere Kita war und ist ein bunter und lebendiger Ort für Kinder, Familien und Mitarbeitende“, sagte Dr. Sabrina Schaper, Vorsitzende der Elterninitiative, bei der Besichtigung.

Nun stehe man kurz vor der Rückkehr, auch wenn der Anbau noch nicht stehe. Die Kraftanstrengung sei nur gemeinsam zu schaffen gewesen, bedankte sich Schaper bei allen Beteiligten, insbesondere Land, Kreis, Gemeinde und der Wiederaufbauhilfe, aber auch beim eigenen Team.

Über Nacht war 2021 aus der Kita ein Ort der Zerstörung geworden

Gekommen waren auch Maike Nitsche und Ursula Meid, die 2021 dem Kita-Vorstand angehört hatten. Die beiden „standen damals in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli plötzlich vor einer Mammutaufgabe, auf die niemand jemals hätte vorbereitet sein können“, so die heutige Vorsitzende. „Aus dem laufenden Betrieb einer Elterninitiative wurde von einem Tag auf den anderen ein Ort der Zerstörung und eine riesengroße Baustelle.“

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Neben den finanziellen Mitteln, die das Land bereitstellte (im Falle der Kobolden insgesamt rund 7,6 Millionen Euro für Interimslösungen, Weiterbetrieb und Bau) seien damals vor allem Fachkräfte nötig gewesen, um überall im Land Flutschäden zu beseitigen, so Ministerin Ina Scharrenbach.

Plattform „Handwerk im Wiederaufbau“ bündelte die Hilfen

Um Betroffenen effizient helfen zu können und die Akteure miteinander zu vernetzen, sei die Plattform „Handwerk im Wiederaufbau“ geschaffen worden, eine Kooperation des Landes NRW mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag und der Handwerkskammer zu Köln. Deren Aktivitäten sind nun planmäßig nach fünf Jahren ausgelaufen.

42 Prozent der Städte und Kreise seinen von der Flut betroffen gewesen, so Handwerkskammertag-Präsident Schröder. „Die Frage war: Wie bekommen wir genügend Handwerker und Sachverständige zusammen?“. Entstanden sei „ein bundes-, wenn nicht sogar europaweit einzigartiges Projekt“.

Das Handwerk sei bei einer solchen Naturkatastrophe ein wichtiger Faktor, meinte auch Thomas Radermacher, Präsident der Handwerkskammer zu Köln. Man sei gut beraten, auch für die Zukunft Vorsorge zu treffen. Die Erfahrungen der fünf Jahre seien daher in einem Leitfaden zusammengefasst worden, „damit wir im Ernstfall nicht wieder bei null anfangen müssen“.