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Eifel CupZülpich hat in Baseball-Deutschland einen guten Ruf

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Bürgermeister Ulf Hürtgen steht auf dem Pitcherhügel und wirft einen Ball, im Hintergrund schauen mehrere Mannschaften zu.

Zülpichs Bürgermeister Ulf Hürtgen ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, zur Turniereröffnung einen Wurf zu wagen.

Zehn Mannschaften traten auf dem „Naby-Field“ an. Auch Nationalspieler Markus Solbach war in Niederelvenich. Am Sonntag geht's in der Liga weiter.

Von zahlreichen Fans umringt zu sein, die mit leuchtenden Augen ihr soeben ergattertes Autogramm bewunderten, war für Markus Solbach an diesem Wochenende sicher keine neue Erfahrung. Fünf Jahre lang war der 34-Jährige für die Los Angeles Dodgers in der nordamerikanischen Major League Baseball aktiv und läuft heute noch für die deutsche Nationalmannschaft auf. Am Pfingstwochenende genoss der gebürtige Pulheimer das Bad in der Menge jedoch wieder deutlich näher an seiner alten Heimat.

Bei ihrem mittlerweile 41. Eifel Cup konnten die Zülpich Eagles den ehemaligen MLB-Profi zum Auftakt der Veranstaltung als First-Pitcher gewinnen. Und dieser kurze Auftritt sollte für beide Seiten einen großen Gewinn darstellen.

„Mit der Einladung von Markus Solbach ist uns wirklich ein ,Big Fish’ gelungen“, freute sich Markus Leszczynski, der Vorsitzende der Eagles: „Einen solchen Namen hier in Niederelvenich ankündigen zu können, ist eine große Ehre. Es zeigt auch, welche Bedeutung unser Turnier für Baseball-Deutschland hat.“ Ein Umstand, den der Nationalspieler am Samstag bestätigte: „In Deutschland ist dieses Turnier ein absolutes Muss. So etwas sollte es viel häufiger geben. Und ich finde es ganz großartig, was die Zülpich Eagles hier auf die Beine gestellt haben.“

In Niederelvenich spielten schon Profi- und Nationalmannschaften

Seit 1984 laden die Zülpicher Baseballer jedes Jahr zu ihrem Eifel Cup auf das Naby-Field. Sie durften zu diesen Anlässen bereits Profi- und Nationalmannschaften in Niederelvenich willkommen heißen. Längst sind Teams aus dem benachbarten Ausland und der Dominikanischen Republik fester Bestandteil der Wettbewerbe.

Am Pfingstwochenende durften sich insbesondere Letztere aufgrund sommerlicher Temperaturen wie zu Hause fühlen. „Die europäischen Teams haben mit so einem Wetter deutlich mehr zu kämpfen als unsere amerikanischen Freunde, aber für die Stimmung hier am Platz ist das natürlich super“, freute sich Markus Leszczynski.

Baseball-Nationalspieler Markus Solbach wird vorgestellt.

Mit Markus Solbach (Mitte) konnten die Veranstalter einen ehemaligen Profi der MLB für den „First Pitch“ gewinnen.

In einem mit Fangnetzen ausgestatteten Bereich kann Baseball ausprobiert werden.

Den Besuchern stand eine kleine Anlage zur Verfügung, in der sie sich im Handling des Baseballschlägers üben konnten.

Wer sich nicht gerade auf dem Feld gegen die Kontrahenten beweisen musste, suchte sich dennoch lieber einen schattigen Platz zwischen den Bäumen, um während der Pausen gemeinsam Brettspiele zu spielen und das Beisammensein zu genießen. Doch sobald sich die Spieler der insgesamt zehn beteiligten Mannschaften für ihr nächstes Match bereitmachten, war die Hitze schnell vergessen und alle Konzentration auf Schläge und Würfe gerichtet.

„Der Spaß steht bei unserem Turnier immer im Vordergrund“, so Leszczynski: „Trotzdem haben die Teams auch den Ehrgeiz, sich hier gut zu präsentieren, und würden gerne jedes Spiel gewinnen.“ Einmal in der Geschichte des Eifel Cups ist es den Gastgebern bislang gelungen, bei ihrem Turnier selbst als Sieger hervorzugehen. Ein Ereignis, an das sich der Vereinsvorsitzende gerne zurückerinnert: „Ich habe damals noch selbst aktiv gespielt. Das war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis. Heute sind wir zwar nicht mehr Favorit, aber die Freude am Spiel ist so groß wie damals.“

Ehemalige Eagles-Spieler traten als Naby-Boys an

Diese nostalgischen Erinnerungen hatten sogar dazu geführt, dass am Wochenende zwei Mannschaften aus Zülpich antraten. Neben den Eagles waren die „Naby-Boys“ extra fürs Turnier aus ehemaligen Eagles-Spielern zusammengekommen, wie Niederelvenichs Ortsvorsteher Thomas Kreuz berichtete: „Das alles ist im letzten Jahr aus einer Schnapsidee heraus entstanden und hat sich dann verbreitet wie ein Lauffeuer. Alle hatten Bock und wollten noch mal zusammen auf dem Feld stehen.“

Zur Vorbereitung hatte das neu gegründete Team, dessen Namen in Anlehnung an den Gründer der Eagles, Rainer Knobbe, entstanden ist, auch einige Trainingseinheiten absolviert. „Es war alles sofort wieder wie vor 25 Jahren. Fast so, als wären wir nie weg gewesen“, sagte Thomas Kreuz.

Zwar konnten beide Zülpicher Teams am Wochenende nicht um den Sieg mitspielen, den sich die „Caribbean Boys“ aus der Dominikanischen Republik nach einem Jahr Pause zurückholten, dennoch blieb die Stimmung auch bei den Gastgebern ungebrochen gut.

„Zülpich hat sich längst zu einer Hochburg des Baseballs entwickelt“, betonte Bürgermeister Ulf Hürtgen lachend. „Egal, ob selbst sportinteressiert oder bei einem Ausflug mit der Familie – hier kommt die Welt zusammen, um gemeinsam eine schöne Zeit zu erleben.“ Schon jetzt sei der Andrang bemerkenswert hoch gewesen, und dies könne sich im kommenden Jahr angesichts des 50-jährigen Bestehens der Zülpich Eagles beim Jubiläumsfest sogar noch steigern.


Zülpich Eagles empfangen den Landesliga-Spitzenreiter

Nach dem Turnier ist vor dem Liga-Spiel. Die Zülpich Eagles sind in der Baseball-Landesliga am Sonntag gefordert. Um 12 Uhr beginnt die Partie gegen die Mönchengladbach Blackcaps auf dem Naby-Field in Niederelvenich. Das Team vom Niederrhein steht mit vier Siegen und einer Niederlage an der Spitze der Landesliga. Zülpich hat erst drei Spiele bestritten, wovon zwei gewonnen (gegen die Hochdahl Neandertaler 16:6 und gegen die Aachen Greyhounds 11:6) und eines verloren (gegen die Solingen Alligators II 14:19) wurden, was .667 Punkte und Platz drei bedeuten.