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TeilhabeLebenshilfe in Zülpich-Bürvenich steht seit 55 Jahren für gelebte Inklusion

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Die Tänzerinnen und Tänzer in Aktion. Sie tragen grüne Kostüme.

Seit einem Jahr begeistert die Tanzgruppe der Lebenshilfe HPZ auf allen größeren Festen.

Aus einer kleinen Einheit der Lebenshilfe HPZ ist eine Einrichtung mit 18 Standorten und 300 Mitarbeitern geworden. Jetzt wurde gefeiert.

Wer heute Vereinsfeste oder andere Veranstaltungen in Bürvenich besuche, könne sich kaum vorstellen, dass die gelebte Inklusion im Ort erst seit 55 Jahren ihren Anfang genommen habe. Mit diesen Worten würdigte Zülpichs Bürgermeister Ulf Hürtgen die Arbeit der Lebenshilfe HPZ beim Jubiläumsfest zum 55-jährigen Bestehen im Bürvenicher Dorfgemeinschaftshaus. „Die Lebenshilfe hat klein angefangen und ist heute zu einer beeindruckenden Einrichtung herangewachsen – sogar mit eigener Ausbildung“, sagte Hürtgen.

Auch Landrat Markus Ramers hob die Bedeutung der Einrichtung hervor. Mit ihren Leitgedanken „Teilhabe, Selbstbestimmung und Chancengleichheit“ habe die Lebenshilfe Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen dabei unterstützt, ihren Platz mitten in der Gesellschaft zu finden. „Es ist ein starkes Zeichen dafür, was entstehen kann, wenn Menschen nicht zuerst auf Grenzen, sondern auf Möglichkeiten schauen“, sagte Ramers.

Fünf Männer und eine Frau, die Blumen in der Hand hat, stehen in einer Reihe.

Ehrenamtlicher Einsatz auch hinter den Kulissen, wie von Andreas Heinrich (2.v.l.), Sandra Rodewig und Frank Reuter, wurde vom Vorstand gewürdigt.

Die Tänzerinnen und Tänzer tragen Tierkostüme.

Einen Tanz zeigten auch die „Flummis“ aus dem Kinder- und Jugendwohnen Schmidtheim.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert setzt sich die Lebenshilfe HPZ dafür ein, Menschen mit ihren individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen anzunehmen und zu begleiten. Aus den Anfängen in Bürvenich ist eine Einrichtung mit inzwischen 18 Standorten in den Kreisen Euskirchen, Rhein-Erft und Düren geworden.

Rund 300 Mitarbeitende sowie zahlreiche Ehrenamtliche begleiten heute etwa 500 Menschen auf ihrem Weg zu einem möglichst selbstbestimmten Leben. Das Angebot reicht von Beratungsstellen und Autismustherapie über ambulant betreutes Wohnen bis hin zu Wohnangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Die Karnevalsgesellschaft Lebenshilfe Bürvenich besteht seit 1979

Die Lebenshilfe prägt das gesellschaftliche Leben in Bürvenich aber weit über ihre eigentliche Arbeit hinaus. Ein sichtbares Beispiel dafür ist die Karnevalsgesellschaft Lebenshilfe Bürvenich, die seit 1979 besteht und sich sowohl im Regionalverband Düren als auch im Bund Deutscher Karneval einen Namen gemacht hat. Mit der Prinzengarde Zülpich organisiert sie seit Jahren inklusive Karnevalssitzungen, bei denen Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigung gemeinsam feiern und das Bühnenprogramm gestalten. „In der KG feiern wir das Miteinander und nicht die Perfektion“, betonte Präsidentin Birte Karstens.

Dass die Lebenshilfe von Beginn an eng mit dem Dorfleben verbunden war, erinnerte Ludwig Foemer, Vorsitzender der Ortsgemeinschaft Bürvenich/Eppenich. Bereits zwei Jahre nach der Gründung habe das erste Sommerfest auf dem Gelände des HPZ stattgefunden, das den Ortsvereinen zur Verfügung gestellt wurde. Aus dieser Zusammenarbeit entwickelte sich eine Tradition, an der sich nach und nach alle Vereine beteiligten – und die schließlich den Grundstein für die heutige Ortsgemeinschaft legte.

Dieses Miteinander ist für alle Beteiligten ein großer Gewinn.
Ludwig Foemer, Ortsgemeinschaft Bürvenich/Eppenich

„Dieses Miteinander ist für alle Beteiligten ein großer Gewinn“, sagte Foemer. Ob als Übungsgelände für die Freiwillige Feuerwehr oder als wichtiger Arbeitgeber in der Region – die Lebenshilfe habe sich für Bürvenich und die weiteren Standorte als Glücksfall erwiesen.

Beim Jubiläumsfest standen deshalb auch die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer im Mittelpunkt. Moderator René Blum führte durch das Programm, während Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Habscheid den zahlreichen Förderern dankte – darunter der Stiftung Lebenshilfe und der Initiative „Wir, gemeinsam für Kinder in Not“.

Deren Hilfe ermögliche unter anderem Freizeit- und Ferienangebote für die Klientinnen und Klienten. „Ob ein Mäppchen für die Schule, ein Poster fürs Zimmer oder einfach Zeit für persönliche Gespräche – immer wieder stellt sich die Frage, was gebraucht wird und wie schnell geholfen werden kann“, sagte Habscheid.

Landrat Ramers appellierte, dieses Engagement auch in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte fortzuführen. Finanzielle Debatten dürften nicht zu Zukunftsängsten bei den Betroffenen führen. „Nie wieder wollen wir dahin zurück, dass Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden“, sagte der Landrat.