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Konzert in RemisePreisträger von „Jugend musiziert“ zeigten in Zülpich-Langendorf ihr Können

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Die vier Musikerinnen sitzen hinter Notenständern und spielen auf ihren Streichinstrumenten.

Hannah Laufen, Selma Hagemann, Josefine Jüngermann und Berta Dieterle Biosca (v.l.) waren die Jüngsten beim Preisträgerkonzert.

Beim Preisträgerkonzert auf Burg Langendorf überzeugten die jungen Musiker und Musikerinnen mit ihrer Virtuosität.

Das alljährliche Preisträgerkonzert auf Burg Langendorf ist immer eine spannende Sache. Viele junge Musikerinnen und Musiker, die beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ den ersten Platz holten, präsentieren in unterschiedlichen Besetzungen ihr Repertoire. Dabei darf das Publikum nicht nur über die Vielfalt der Musikliteratur staunen und neue Komponisten kennen lernen, sondern vor allem das Können der Nachwuchskünstlerinnen und -künstler bewundern.

Die Obengenannten stehen in einer Reihe, drei halten Urkunden in den Händen.

Ann-Kristin Vetter (r.) verlieh in diesem Jahr den Sonderpreis an Paula Linke, Viktoria Kneip und Max-Magnus Separant (v.l.).

Die Remise der Burg war ordentlich gefüllt, als Matthias Pannes vom Verband Deutscher Musikschulen und Mitglied des Stiftungsrates der Manfred-Vetter-Stiftung für Kunst und Kultur das erste Ensemble ansagte. Hannah Laufen (Violine), Selma Hagemann (Violine), Josefine Jüngermann (Viola) und Berta Dieterle Biosca waren am Samstagabend die Jüngsten im Bunde, setzten aber schon gleich hohe Maßstäbe.

Junges Quartett begeisterte mit toller Technik

Mit dem Intermezzo aus dem Streichquartett Nr.1 g-Moll op. 27 stimmten sie die Zuhörer mit viel Energie auf den umfangreichen Konzertabend ein, bevor sie es dann mit Werken von Johann Wenzel Kalliwoda und Sulkhan Tsintsadze auf musikalische Entdeckungsreise mitnahmen. Das Quartett, das beim Wettbewerb in der Altersgruppe III (13 bis 14 Jahre) antrat, begeisterte durch eine tolle Technik, schönen Ausdruck und rasante Tempi.

Überraschend kantig und resolut erklang das „Divertissement à la francaise“ von André Caplet, das Eva Maria Kochs auf der Harfe spielte. Das Stück war voller Überraschungen, die sich auf einem enormen Tonraum in großer dynamischer Bandbreite auftaten.

Das Publikum wurde mit verträumten Klängen verwöhnt

Die junge Künstlerin agierte mit einer sagenhaften Fingerarbeit und verband französische Leichtigkeit reizvoll mit bewegender Tiefe. Dann richtete sie sich einen Moment mental auf „Prés du ruisseau“ op. 9 der Komponistin Mel Bonis ein und verwöhnte das Publikum mit verträumten Klängen. Ein Genuss für Ohren und Augen.

Die junge Frau an der Harfe.

Eva Maria Kochs spielte französische Harfenmusik.

Frido Limper spielt Posaune.

Für Frido Limper war es beinahe ein Heimspiel. Seine Großeltern leben in Zülpich.

Für Frido Limper (Posaune) war es beinahe ein Heimspiel. Seine Großeltern leben in Haus Dürffenthal bei Zülpich und waren am Samstagabend auf Burg Langendorf im Publikum dabei. Bereits im vergangenen Jahr war er beim Preisträgerkonzert Teil eines Ensembles. Diesmal betrat er gemeinsam mit Ben Stümke (Trompete) die Bühne.

Trompete und Posaune erklangen im Duett

Der Trompeter faszinierte mit einem unglaublich klaren, glanzvollen Ton, als zwei festliche Sätze aus der „Wassermusik“, Suite Nr. 2 D-Dur HWV 349 von Georg Friedrich Händel, erklangen. Ein warmer, runder Posaunenton von Frido Limper legte sich weich darunter. Christopher Houlding gelang hier eine Bearbeitung des Orchesterwerks, die es auf den Punkt brachte und die Schönheit der beiden Instrumente strahlen ließ.

Spektakulär wurde es dann in seinen eigenen Kompositionen „Mr. Purcell's Masque“ und „Driven“. Weite Glissandi auf der Posaune, Staccati und extrem raue Register forderten die beiden technisch heraus. Das Duo verlieh den ungewöhnlichen Klängen durch seine fröhliche Ausstrahlung den Pfiff.

Wunderschöne Ballade einfühlsam interpretiert

Vielseitig zeigte sich auch der Pianist David Dehpour, der in der Altersgruppe VI (19 bis 21 Jahre) angetreten war. Nach einer wunderschönen, einfühlsam interpretierten Ballade von Frédéric Chopin holte er mit den „Variations“ op. 41 von Nikolai Kapustin eine prickelnde Mischung aus klassischer Form und Jazz ins Haus.

Charmant fing das Stück an und steigerte sich in Kraft und Virtuosität, die der Pianist mit toller Motorik, klarem, markantem Anschlag und einer hervorragenden rhythmischen Klarheit meisterlich wirken ließ. Das Publikum war völlig aus dem Häuschen.

Flötistinnen hatten keine Hand zum Umblättern frei

Treue Besucher der Preisträgerkonzerte auf Burg Langendorf kennen schon die besonders aufsehenerregenden Beiträge der Blockflöten. Da wird es schon mal ungemütlich, wie auch diesmal, als Catharina Volbers und Anna Catharina Diekamp „Floppy Blue“ von Michel Kaustermans interpretierten.

Dazu brachten sie eine große Sammlung an Flöten in allen Tonlagen mit und breiteten die Noten über vier Notenständer aus, denn zum Umblättern hat man nun wirklich keine Hand frei, wenn man auf zwei Flöten gleichzeitig spielt. In tiefen Lagen auf Bass- und Tenorflöte ging es los, entwickelte sich dann nach oben in ein geordnetes Wirrwarr bis zu äußerst schrillem Pfeifen auf der Piccolo-Flöte. Mit viel Raffinesse holten die beiden einfach alles aus ihren Instrumenten heraus.

Trio bekam mit 5000 Euro dotierten Preis

Mit herausragendem technischen Können beeindruckten Dayoung Yoon (Violine) und Hanui Kim (Violoncello) in der höchst anspruchsvollen Passacaglia nach einem Thema von Georg Friedrich Händel in g-Moll aus der Feder von Johan Halvorsen. Mal traditionell, mal modern variierten sie in Rhythmus und Artikulation.

Paula Linke (Violine), Viktoria Kneip (Klarinette) und Max-Magnus Separant (Klavier) sind das Trio Kozatske, das am Samstagabend den Sonderpreis der Manfred-Vetter-Stiftung für Kunst und Kultur 2026 im Bereich Besondere Besetzungen und der Kategorie Neue Musik entgegennahm. Ann-Kristin Vetter vom Vorstand der Stiftung überreichte den strahlenden Gewinnern die Urkunden und den mit 5000 Euro dotierten Preis.

Konzertreihe geht in die Sommerpause

Eine Kostprobe gab dieses Ensemble natürlich auch. Die Komponistin Thea Musgrave schuf mit „Pierrot“ sehr fantasievolle Musik, die das Trio stimmungsvoll und bildhaft musikalisch in Szene setzte. Dabei wechselten Violine und Klarinette immer wieder die Position, spielten mal mit großem räumlichem Abstand und dann ganz eng beieinander.

Mit viel Aufmerksamkeit, Fingerspitzengefühl und einem wundervollen Ton machten die drei ihren Beitrag zu einem Highlight. Mit zwei spannenden, vielseitigen und sehr virtuosen Sätzen aus dem Trio von Paul Schoenfield endete das Programm.

Burgherrin Juliane B. Vetter dankte Matthias Pannes herzlich für seine „informative und inspirierende Moderation“. Die Konzerte in der Remise gehen nun in die Sommerpause. Weiter geht es am 6. September ab 11 Uhr mit einer Matinee des Bundes-Jugend-Jazzorchesters.