CDU-Landtagskandidat für Rhein-BergMachtkampf um Herbert Reul spitzt sich zu
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Parteifreunde und Kontrahenten bei der Kandidatenkür: Uwe Pakendorf (links) und Herbert Reul.
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Rhein-Berg – Vor der Entscheidung über den Landtagskandidaten, den die CDU bei der Wahl im Mai für den bergischen Wahlkreis 22 aufstellt, zu dem auch Leichlingen und Burscheid zählen, haben sich jetzt zwei Gruppierungen des Kreisverbandes gegen eine Kandidatur von Herbert Reul ausgesprochen. Der 69-jährige NRW-Innenminister aus Leichlingen konkurriert wie berichtet mit mehreren Parteikolleginnen und -kollegen, darunter dem Kreisvorsitzenden Uwe Pakendorf. Die Unterstützung seines Stadtverbandes hat Reul sicher – der Leichlinger Vorstand der Union hat ihn einstimmig nominiert.
Junge Union für Pakendorf
Der Vorstand der Jungen Union (JU) aber hat nun eine Empfehlung für Uwe Pakendorf ausgesprochen, Reuls größten innerparteilichen Widersacher bei der Kandidatenfrage. Der 43-jährige Familienvater und Verbandsgeschäftsführer hat seine politische Karriere bei der Jungen Union begonnen. Er war von 1999 bis 2001 ihr Vorsitzender in Rösrath, danach auch Pressesprecher im Landesvorstand und Bezirksvorsitzender der JU.
Der JU sei es wichtig, mit der Nominierung ein „klares Zeichen für Erneuerung und Verjüngung innerhalb der CDU zu setzen und damit einen Generationenwechsel einzuleiten“, heißt es in einer Mitteilung. Innenminister Reul will die Junge Union freilich nicht des Feldes verweisen. Ihm schlägt die JU eine Kandidatur über die Landesliste der NRW-Partei vor – was der Leichlinger im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ jedoch bereits als „Schlafwagennummer“ abgelehnt hat.
Stefan Knecht
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Der Vorstand der Frauen Union hat Isabell Johann aus Odenthal nominiert. Denn: „Wir wünschen uns, dass eine Frau aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis in den Landtag einzieht.“ Daraus wird jedoch nichts. Denn Johann hat ihre Kandidatur inzwischen zurückgezogen. Wie die Kreisgeschäftsstelle mitteilte, erklärte die 42-Jährige: „Zum Zeitpunkt meiner Kandidatur-Bekanntgabe war meine die erste offiziell eingereichte Bewerbung. Dass es weitere Bewerbungen geben würde, war immer klar. Es war aber nicht damit zu rechnen, dass sowohl der Innenminister unseres Landes als auch der Kreisvorsitzende unserer Partei sich in diesem Wahlkreis um ein Mandat bewerben würden.“ Gegen sie wolle sie nicht antreten, obwohl sie überzeugt sei, dass die CDU dringend Belebung, Erfahrung und Kompetenzen von außen benötige. „Wer mich aber kennt, weiß, dass ich weder unserem Innenminister im Weg stehen, noch unseren Kreisvorsitzenden bei seiner wichtigen Aufgabe für unsere CDU behindern möchte.“
Unterdessen ist ein neuer Konkurrent um die Direktkandidatur aufgetaucht: Stefan Knecht aus Kürten will gegen Reul und Pakendorf antreten. Der 30-Jährige Architekt arbeitet nach Studium und Auslandsaufenthalt im Fachbereich Gebäudewirtschaft bei der Stadt Leverkusen. Ehrenamtlich ist er zweiter Vorsitzender des Bergischen Geschichtsvereins. Rhein-Berg. (mit hgb)
Die Wahlkreisversammlung, bei der die CDU-Mitglieder über ihren Kandidaten abstimmen, ist am Dienstag, 25. Oktober, 19 Uhr, in der Gesamtschule Burscheid.