Die Umgestaltung des Schulzentrums wird vorangetrieben, auch die Strategie zur Unterbringung von Geflüchteten ist beschlossen.
Geflüchtete, Haushalt, SchulzentrumDas hat der Leichlinger Stadtrat entschieden

Das Schulzentrum in Leichlingen wird wegen zu hoher PCB-Belastung komplett neu geplant. Drei Varianten dafür werden jetzt weiterverfolgt.
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Es war eine recht kurze öffentliche Ratssitzung am vergangenen Mittwoch in Leichlingen. Die Fraktionen und Einzelvertreter folgten im Wesentlichen den Beschlüssen aus den Fachausschüssen und trieben mit ihren Entscheidungen wichtige Projekte in der Blütenstadt voran. Ein Überblick über einige gefasste Beschlüsse.
Schulzentrum
Das wohl größte Projekt, das in Leichlingen in den kommenden Jahren ansteht, ist die Umgestaltung des Schulzentrums Am Hammer. Wegen wohl bald in Kraft tretender neuer PCB-Richtlinien und der Belastung der Schulen mit diesen Stoffen wird das gesamte Gelände neu geplant. Ein eigener Ausschuss befasst sich seit Kurzem nur damit, wie und wo Sekundarschule und Gymnasium sowie die Sporthallen, die Aula und die Mensa neu gebaut werden. Aus anfangs fünf Varianten hatte der Schulzentrumsausschuss drei ausgesucht, die weiterverfolgt werden sollen. Dem schloss sich jetzt auch der Rat einstimmig an.
Die Variante B1 sieht ein „kompaktes Schulzentrum“ mit allen Neubauten auf den bereits bestehenden Flächen Am Hammer vor. Die Variante B2 bezöge das Rewe-Gelände auf der anderen Straßenseite mit ein, das noch nicht der Stadt gehört. Dort könnte die Aula neu gebaut werden. Und schließlich wird die Variante B3 noch in Betracht gezogen, die vorsieht, die Sekundarschule auf der Sporthallenfläche neu zu bauen.
Geflüchtete
67 Schutzsuchende muss die Stadt Leichlingen dem Verteilungsschlüssel für Kommunen nach noch aufnehmen, 491 Menschen leben derzeit in städtischen und von der Stadt angemieteten Gebäuden. Allerdings kommen die bestehenden Kapazitäten an ihre Grenzen, weshalb der Rat jetzt eine von der Verwaltung vorgeschlagene Strategie einstimmig beschlossen hat.
Der wichtigste Teil dieser Strategie ist eine neue Containeranlage hinter dem alten Hallenbad. Die soll nach dem Vorbild der Anlage in der Oberschmitte gestaltet werden. Maximal vier Menschen pro Einheit im Container, wobei Ralf Gawlik, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, in der Sitzung sagte, dass das „sozial schwierig zu vertreten sei“. Bei vier Menschen pro Einheit könnte man theoretisch 88 Geflüchtete unterbringen. Die Stadt plant wegen der sozialen Verträglichkeit aber mit 50 bis 60. Damit wäre der Bedarf von 67 fast vollständig gedeckt. Nach dem nun erfolgten Ratsbeschluss werde man mit der Leichlinger Bäderbetriebs- und Beteiligungsgesellschaft mbH in konkrete Verhandlungen gehen, so Gawlik.
Für den Fall, dass noch Bedarf besteht, will die Verwaltung eine Fläche Am Block vorbereiten. Allerdings soll die nur genutzt werden, wenn es nicht anders geht. Die Villa an der Schützenstraße soll weiter gemietet werden, ein Kauf, wie er mal in Rede stand, scheint damit erst einmal vom Tisch zu sein.
Haushalt
Einen Doppelhaushalt für die Jahre 2027 und 2028, wie die Verwaltung es vorgeschlagen hatte, wird es nicht geben. Die Stadtspitze um Bürgermeister Maurice Winter hatte sich davon erhofft, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten, wenn man sich das Aufstellen eines Haushalts sparen würde. Der Vorschlag fand in der Politik keine Mehrheit und stand nach der Hauptausschusssitzung schon nicht mehr auf der Tagesordnung des Rates. Linken-Ratsmitglied Klaus Reuschel-Schwitalla wagte am Mittwoch noch einen Versuch, der aber abgelehnt wurde.
