Die Kirchengemeinde will eine Seniorenwohngemeinschaft im Dorfzentrum, das alte Gemeindezentrum müsste dafür abgerissen werden.
SeniorenwohnenEvangelische Kirchengemeinde Witzhelden will Projekt endlich umsetzen

Die evangelische Kirchengemeinde kann das alte Gemeindehaus in Witzhelden nicht unterhalten oder gar renovieren.
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Dass der Bedarf nach Wohnmöglichkeiten für Seniorinnen und Senioren in Witzhelden groß ist, darüber bestehen wohl bei niemandem Zweifel. Darüber, wie man im Höhendorf diesem Bedarf gerecht werden kann, ringen Beteiligte allerdings schon seit Jahren. Buchstäblich im Zentrum steht dabei das alte Gemeindehaus hinter der Kirche und dem neuen Gemeindehaus.
Denn die Idee ist, dort eine Anlage für Seniorenwohngemeinschaften zu errichten. Als letzter Teil eine sogenannten sozial-diakonischen Zentrums: mit Kirche, neuem Gemeindehaus, der Lebenshilfe und eben der Seniorenwohngemeinschaft direkt nebeneinanfer. Die Lebenshilfe betreibt inzwischen seit 2023 ein Haus mit Wohnraum für 15 junge Menschen. Was für die „Vision“, wie es die Kirchengemeinde nennt, noch fehlt, ist die Seniorenwohngemeinschaft. Dafür, dass das seit Jahren in Rede stehende Projekt umgesetzt wird, wird die Gemeinde noch einmal eindringlich.
Anfang des Jahres hatte das Presbyterium nach eigener Aussage dafür einen runden Tisch veranstaltet. Denn nach Eindruck der Kirchengemeinde sei vielen der aktuelle Sachstand nicht bekannt gewesen. Ein Grundproblem ist das alte Gemeindehaus. Die Stadt möchte die Immobilie nicht kaufen, die Politik möchte es wegen Denkmalschutz nicht abreißen. Für die Seniorenwohngemeinschaften müsste es aber abgerissen werden. Und die Kirchengemeinde kann das Gebäude nach eigener Auskunft nicht halten: Man sei „nicht in der Lage, das alte Gemeindehaus weiter zu unterhalten oder gar fachgerecht zu renovieren“, heißt es von der Gemeinde.
Der evangelischen Kirchengemeinde Witzhelden entstehen somit seit mehr als 5 Jahen jährlich erhebliche Kosten für ein nicht genutztes und leergeräumtes Gebäude, welches wir lieber in die Arbeit mit und für die Menschen in Witzhelden investieren würden.
Gerd Bunk, Witzheldener Presbyter und Aufsitzsratsvorsitzender der Diakoniestation Leichlingen und Witzhelden, kann zwar „Bedenken von Menschen im Höhendorf bezüglich eines Abrisses des alten Gemeindehauses verstehen“. Allerdings gebe es viele ältere Menschen im Höhendorf, die gern in der Dorfmitte bezahlbar leben und seniorengerecht versorgt werden würden. Das sozial-diakonische Zentrum könnte für die Region einmalig sein, ein „Vorzeigeobjekt“ und „Leuchtturmprojekt“ für die Stadt.
Mit der „P+P Bergisch Wohnen GmbH & Co. KG“ aus Wermelskirchen gibt es schon seit geraumer Zeit einen Investor für das Projekt, die Diakoniestation könnte die Senioren betreuen. Das Konzept gibt es schon seit mehr als fünf Jahren. Es folgten Streitigkeiten über den Bauantrag inklusive Klagen des Investors gegen die Stadt. Stand jetzt warte man auf einen Orts- und Verhandlungstermin dazu. Die Folge für die Kirchengemeinde: Es „entstehen somit seit mehr als fünf Jahren lährlich erhebliche Kosten für ein nicht genutztes und leergeräumtes Gebäude, welches wir lieber in die Arbeit mit und für die Menschen in Witzhelden investieren würden“.
Den Plänen des Investors nach sollen zwei ambulant-berteute Wohngruppen an der Hauptstraße 4 entstehen, die aus 20 Appartments mit ambulanter Betreuung für Menschen mit Pflegegrad und vier Wohnungen für Menschen ohen Pflegegrad bestehen soll. Der Quadratmeterpreis für die vier Wohnungen läge bei 7,25 Euro pro Quadratmeter. Dazu kämen zehn Tiefgaragenparkplätze. Insgesamt sollen etwa 30 Menschen ein neues Zuhause auf den 1087 Quadratmetern Wohnfläche finden.
