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Markt in DenklingenTöpferpaar aus Nümbrecht hat eine treue Kundschaft in aller Welt

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Am Pfingstsonntag und Pfingstmontag präsentieren Tessa Lekebusch und Töpfermeister Rainer Brodesser aus der Nümbrechter Ortschaft Distelkamp ihre fragile Ware im Hof der Burg von Reichshof-Denklingen.

Am Pfingstsonntag und Pfingstmontag präsentieren Tessa Lekebusch und Töpfermeister Rainer Brodesser aus der Nümbrechter Ortschaft Distelkamp ihre fragile Ware im Hof der Burg von Reichshof-Denklingen.

An den Pfingsttagen zeigen Tessa Lekebusch und Rainer Brodesser ihre Arbeiten in der Burg Denklingen. In Distelkamp haben sie ihre Werkstatt.

Herrlich im Grünen gelegen, produziert die Nümbrechter Töpferei Distelkamp seit gut 40 Jahren Gebrauchskeramik, Deko und allerlei Nützliches für den Haushalt. Gerade bereiten sich Töpfermeister Rainer Brodesser und seine Ehefrau Tessa Lekebusch auf den Töpfermarkt in Reichshof-Denklingen vor, der beginnt am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026. Während Brodesser die bei gut 1200 Grad gebrannte Keramik nach einer dreitägigen Abkühlphase aus dem Ofen holt, verpackt Lekebusch die Gegenstände gleich in Transportkisten.

Brodesser erzählt, dass er 1975 in der Werkstatt eines Töpferei-Museums in Langerwehe seine Lehre begonnen hat. Dort sei es üblich gewesen, die Ausgangsmaterialien, also Tone und Glasuren, grundsätzlich selbst anzumischen und nicht fertig zuzukaufen. Diese Technik hat er bis heute beibehalten.

Die Rückkehr von Rainer Brodesser als Töpfermeister nach Oberberg wurde tüchtig gefeiert

Nach seiner Lehre arbeitet Brodesser zunächst vier Jahre in Nürnberg und macht 1983 – zeitgleich mit dem Erwerb des ehemaligen Bauerngehöfts in Distelkamp – seinen Meister in Köln. Noch heute erinnert er sich an die Rückkehr nach seiner Prüfung: „Das ganze Dorf hat mich mit einer Feier in unserer Remise empfangen.“

1992 tritt Tessa Lekebusch als Auszubildende in sein Leben und unterstützt ihn als Gesellin bis heute. Brodesser hat den Brand der glasierten Rohlinge in nur einem Arbeitsgang perfektioniert. Anstatt diese zunächst für den Schrühbrand in den Ofen zu stellen, dann zu glasieren und erneut zu brennen, erledigt er das in einem: „Das spart enorm viel Energie und auch Zeit, weil eine Aufheiz- und Abkühlphase entfällt.“ Allerdings erfordere das eine spezielle Technik beim Auftragen der Glasur, damit diese während des Schrumpfens der Keramik beim Brennen nicht springt.

Die Aufgaben der beiden sind gut verteilt. Während er die Technik organisiert und neue Tonrezepturen ersinnt, kümmert sie sich um den Verkauf auf Märkten in ganz Deutschland.

Rote Stecknadelköpfe markieren die Orte, in denen die Kundschaft der Nümbrechter zu Hause ist

Ab Mitte der 1990er Jahre bis 2018 gab es zudem einen Laden am Altenberger Dom, in dem das Paar Kundschaft aus aller Welt von Alaska bis Neuseeland quer über den Globus gefunden hat. Rote Stecknadelköpfe markieren deren Herkunft auf einer Weltkarte. „Viele sind uns bis heute treu geblieben“, freut sich Lekebusch.

Neben dem Verkaufsraum in der Nümbrechter Ortschaft, der an jedem ersten Samstag im Monat geöffnet ist, gibt es einen Internetshop: „Der hat uns über die Coronazeit gerettet.“ Im Angebot hat die Töpferei vor allem Gebrauchskeramik: Derzeit seien Obstsiebe der Renner, in denen etwa Beeren nach dem Abwaschen serviert werden. Seit Jahren findet auch die Bergische Butterdose guten Absatz, in der Butter auch ungekühlt frisch bleibt.

Die Idee dazu hatte Brodesser schon während seiner Lehre bei der Ausstellung „Bauernkeramik“ im Museum. Dort wurde ein Fass für die Aufbewahrung von zehn Kilogramm Butter gezeigt, als es noch keine Kühlschränke gab: „Da habe ich mir gedacht, so etwas kann ich auch für den Hausgebrauch machen.“


Der Töpfermarkt in Reichshof-Denklingen

Zahlreiche Töpfer- und Keramik-Künstler aus vielen Regionen Deutschlands präsentieren ihre Arbeiten im Hof der Denklinger Burg. Auf dem Markt des Heimat- und Verschönerungsvereins Denklingen werden etwa Geschirr aus Steinzeug, Steingut und Porzellan sowie Gartenkeramik und Keramik aus dem Rau- und Holzbrand angeboten.

Er öffnet am Sonntag, 24. Mai 2026, von 11 bis 18 Uhr und am Montag, 25. Mai 2026, von 11 bis 17 Uhr. Parkplätze gibt es am Rathaus an der Hauptstraße 12 in Reichshof-Denklingen und auf dem benachbarten Festplatz.