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RettungsdienstNeue mobile Sanitätsstation stärkt Einsatzbereitschaft in Denklingen

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Die Verantwortlichen stehen vor der mobilen Sanitätsstation.

Ab sofort im Einsatz ist die mobile Sanitätsstation, die Christian Köln (r.), Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Wiehl-Reichshof, vorgestellt hat.

In Denklingen stellt das Deutsches Rotes Kreuz eine moderne mobile Sanitätsstation für Events und Notfälle vor.

Der Ortsverein Wiehl-Reichshof des Deutschen Roten Kreuzes hat am Dienstag in Denklingen seine neue mobile Sanitätsstation vorgestellt. Hauptschwerpunkt bei kommenden Einsätzen sind Sanitätswachdienste bei größeren Veranstaltungen. Gefördert worden ist der Zwei-Tonnen-Anhänger im Wert von knapp 84.000 Euro mit gut 55.000 Euro über das Leader-Programm „1000 Dörfer – Eine Zukunft“. Weitere 15.000 Euro hatte die Wiehler Sozialstiftung beigesteuert, 5000 Euro die Sozialstiftung der Kreissparkasse Köln. Auch die Gemeinde Reichshof hatte sich mit 2500 Euro an dem Projekt beteiligt.

„Eine solche Station ist wichtig für medizinische Notfälle bei den verschiedensten Veranstaltungen“, betonte Frank Herhaus, Planungsdezernent des Oberbergischen Kreises und Vorsitzender des Trägervereins der Leader-Region Oberberg. Meist hätten Mitarbeitende im Sanitätsdienst ansonsten keine Aufenthaltsmöglichkeiten und keine optimalen Behandlungsmöglichkeiten.

Die erste Station in Oberberg

Herhaus unterstrich, dass dieses Projekt nach der Antragstellung im April 2024 bei dem Auswahlgremium sofort auf positive Resonanz gestoßen sei: „Diese mobile Sanitätsstation ist die erste im Kreis.“

Reichshofs Bürgermeister Jan Gutowski zeigte sich erfreut darüber, dass auch in Zeiten von Zentralisierungen das DRK einen Stützpunkt in Denklingen unterhalte. Er erinnerte sich an einen der ersten Einsätze, bei dem sich die Station an den Schneewochenenden auf dem Blockhaus bereits bewährt habe: „Glücklicherweise gab es nur kleine Blessuren, aber der Wagen ist klasse zum Aufwärmen.“ Schmunzelnd fügte er hinzu, dass auch die Kräfte des Ordnungsamtes dies genutzt hatten. Schließlich brach er eine Lanze für das Oberbergische: „Eine ländliche Prägung bedeutet nicht, dass es dort keine Innovationen gibt und man nicht Vorreiter sein kann.“

Christian Köhn, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins, demonstrierte gemeinsam mit seiner Kollegin Claudia Lenk die Vorteile der Mobilstation: „Die Idee ist in einem Bauwagen auf dem Blockhaus entstanden.“ Der Wagen war kaum beheizbar und er bot nur Platz zum Sitzen, Behandlungen seien nicht möglich gewesen: „Das war alles suboptimal.“ Daraufhin habe er sich bei benachbarten Kreisverbänden umgehört, die bereits solche Stationen im Einsatz haben: „Einmal gesehen – und Blut geleckt.“

Der Anhänger ist zweigeteilt in einen Aufenthalts- und einen Behandlungsraum. Beide sind beheizbar für Einsätze im Winter, klimatisiert für den Sommer und gut beleuchtet. Zahlreiche Schränke können mit Sanitätsmaterial bestückt werden. Eine Rampe am Ende ermöglicht den direkten Transport in einen Rettungswagen ohne Umbettung. Ausgerüstet ist der schwere Anhänger zudem mit einem elektrischen „Mover“: „Damit können wir die Station an Stellen rangieren, an denen wir sie mit dem Auto niemals abstellen könnten.“ Allein der Funk fehlt noch: Der soll in den kommenden Monaten nachgerüstet werden.