Das Wahrzeichen des Höhendorf ist jetzt ein geschütztes Denkmal.
Sichtbares Zeichen für das EhrenamtWitzheldener Wasserturm trägt jetzt Denkmalplakette

Freuten sich auf dem kleinen Festakt über die Plakette: Martin Schwarz (v.l., Boule-Spielgemeinschaft), Silvia Pallenberg (stellvertretende Bürgermeisterin), Carsten Leisner (Förderverein Alter Wasserturm), Maurice Winter (Bürgermeister) und Philip Preuß (Amtsleiter Bauordnung)
Copyright: Dominik Scholz
Er ist weit mehr als nur ein technisches Relikt aus vergangenen Jahren: Der alte Wasserturm in Witzhelden ist Wahrzeichen, Treffpunkt und nun auch offiziell ein geschütztes Denkmal. Am vergangenen Dienstag erhielt das markante Bauwerk im Höhendorf seine offizielle Plakette. Ein Festakt, der ganz bewusst ohne „großes Getöse“, dafür aber mit viel Herzblut im Rahmen des Trainings der Boule-Spielgemeinschaft stattfand.

Die Denkmalplakette
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Wo sonst die Kugeln über den Schotter rollen, versammelten sich Vertreter aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft, um die Auszeichnung des 1928 errichteten Turms zu feiern. In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Maurice Winter, dass der Schutzstatus nicht nur die historische Bausubstanz würdige, sondern vor allem die Menschen, die sie mit Leben füllen. „Die Denkmalplakette ist ein wichtiges Zeichen für die Anerkennung des Ehrenamtes, das dies hier alles überhaupt erst möglich macht“, unterstrich Winter. Besonders hob er hervor, dass der Wasserturm heute ein Ort der Begegnung sei – ob beim sportlichen Wettkampf der Boule-Spieler oder bei der wiederbelebten „Reisebreikirmes“.
Ein Denkmal der genossenschaftlichen Sparsamkeit
Die Geschichte des Turms ist eng mit der Wasserwerksgenossenschaft Witzhelden verknüpft. 1927 beschlossen, sollte der rund zwölf Meter hohe Turm mit seinen 60 Quadratmeter Fassungsvermögen die Wasserversorgung aus dem Wersbach sichern. Interessant ist dabei die Architektur: Während ursprüngliche Entwürfe eines Solinger Architekten expressionistische Züge trugen, entschied man sich letztlich für eine schlichtere, kostengünstigere Variante.
„Ein Ausdruck der genossenschaftlichen Sparsamkeit“, wie es in der historischen Einordnung heißt. Doch gerade diese Sachlichkeit verleiht dem Turm heute seinen „ganz eigenen Charme“, so der Bürgermeister. Bis 1966 war das Bauwerk in Betrieb, bevor es technisch stillgelegt wurde. Dass es nicht verfiel, ist dem 1999 gegründeten Förderverein zu verdanken.
Gedenken an die Wegbereiter
In der Stunde des Erfolgs blickte die Gemeinschaft auch zurück. Maurice Winter erinnerte in seiner Rede explizit an zwei verstorbene Weggefährten, die den Erhalt des Turms maßgeblich geprägt haben: Hans Jung und Friedhelm Tranbote. „Diese Denkmalplakette gehört mit Sicherheit auch ein kleines Stückchen diesen beiden“, so Winter sichtlich bewegt.
Für den Förderverein um den Vorsitzenden Carsten Leisner und seinen Stellvertreter Martin Schwab ist die Plakette ein Ansporn. Der Verein hofft, durch die neue Sichtbarkeit auch weitere tatkräftige Mitglieder zu gewinnen, um das Gelände rund um den Turm auch in den kommenden Jahrzehnten als „Wahrzeichen des Höhendorfs“ zu erhalten.
