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ArtenschutzLeichlinger platziert Nistkästen für Vögel

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Wolfgang Vasen platziert Brutkörbe für Enten.

Wolfgang Vasen platziert Brutkörbe für Enten.

Wolfgang Vasen ist Jagdpächter und will etwas für die Tiere in seinem Revier tun.

Wolfgang Vasen steht in seiner Garage. Gerade werden Pakete angeliefert. Darin befinden sich Nistkästen für heimische Singvögel, die Vasen in seinem Revier aufhängen wird. Er ist der Jagdpächter des Reviers Leichlingen 2. Dort hat er mit der Unterstützung des Hegerings Leichlingen und eines Opladener Nachbarreviers ein Artenschutzprojekt auf die Beine gestellt, das verschiedene Schwerpunkte bedient. Im Moment haben die Vögel Vorrang. Die Lege- und Brutzeit steht kurz bevor. Bereits in wenigen Tagen werden sich die Tiere einen Platz suchen, um ein Nest zu bauen und ihren Nachwuchs großzuziehen.

Der Arten- und Naturschutz liegt dem Jagdpächter am Herzen. Dafür investiert er erhebliche Summen aus seiner eigenen Tasche. Förderung durch das Land oder den Bund erhält der Hegering nicht. Ein Crowdfunding-Aufruf brachte für dieses Projekt 200 Euro ein, was etwas weiterhilft, aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist.

Die natürlichen, optimalen Nist- und Brutplätze für Vögel werden weniger. Das Gelände, das nur wenige Laufmeter von der Wietscher Mühle entfernt liegt, ist aber ideal für Vasens Projekt. Hier will er Nistkästen platzieren. „Das Gute an dem Gelände ist, dass es nicht genutzt wird“, erklärt Vasen. „Dadurch kommen hier kaum Menschen hin. Die Tiere sind hier ungestört.“

Die Kronen von Kopfweiden sind gute Nistplätze für Vögel.

Die Kronen von Kopfweiden sind gute Nistplätze für Vögel.

Ein Kasten hängt bereits seit einiger Zeit in einem Baum und wird gerne genutzt. An einer anderen Stelle des Geländes stehen eine Reihe von Kopfweiden. „Die haben wir letzte Woche freigeschnitten“, berichtet der Jagdpächter weiter. „Die Kronen dieser Bäume sind ideale Nistplätze für die Vögel.“ Die heimischen Vogelarten, wie Blau-, Kohl-, Hauben- oder Sumpfmeise, um nur ein paar zu nennen, sind nicht nur niedlich anzusehen. „Die Vögel erfüllen eine wichtige Aufgabe“, erklärt der Jäger. „Sie fressen die verschiedensten Schädlinge wie Blattläuse, Raupen oder den eingewanderten Eichenprozessionsspinner. Dessen Haare können bei Kontakt Allergien bei Menschen auslösen. Dadurch werden Apfelbäume, Rosen und andere Garten- und Kulturpflanzen auf natürliche Art und Weise geschützt. Die Bekämpfung durch Gifte kann man sich dadurch sparen.“

Neben den Singvögeln greift Vasen einer weiteren Vogelart unter die Flügel. Die Population der heimischen Stockente geht zurück. „Ich platziere hier Brutkörbe für die Enten in den Kopfweiden“, erklärt er. Einer dieser Körbe befindet sich bereits auf dem eigenen Grundstück und werde von den Enten gut angenommen.

Mit einfachen Mitteln viel erreichen

Artenschutz liegt aber nicht nur in der Verantwortung der Jagdpächter, Jäger und Jagdaufseher, sondern in der Verantwortung aller Menschen. Schon mit einfachen Mitteln lässt sich viel erreichen. „Alle Menschen, die einen Garten oder ein großes Grundstück besitzen, können etwas für die Natur tun“, erklärt Vasen. „Im Garten kann man darauf achten, Blumen zu säen, die für Bienen, Hummeln und andere Insekten als Nahrung geeignet sind. Eine Wildblumenmischung ist perfekt dafür. Bei Hecken sind Weißdorn oder Hainbuche gut geeignet. Die beliebten Lorbeerhecken bieten leider keine Nahrung für die Tiere. Abschnitte davon landen leider auch oft am Waldrand. Dadurch setzt sich im Wald diese Art Hecke oft selbst und verdrängt einheimische Pflanzen. Es empfiehlt sich hier, die Entsorgung über die Biotonne vorzunehmen.“

Auch das Anbringen von Vogelkästen im Garten ist eine Möglichkeit, sich am Artenschutz zu beteiligen. Dies erfordert aber auch etwas Pflege. „Der Kasten muss nach einer Brutsaison gereinigt werden. Die beste Zeit hierfür liegt zwischen Januar und Mitte Februar“, erklärt der Jäger. Gute Nistmöglichkeiten seien auch tote Bäume.

Eine weitere Möglichkeit, sich am Artenschutz zu beteiligen, ist die Spende. Spendengelder, die beim Hegering Leichlingen eingehen, werden für die genannten Projekte und noch einige mehr verwendet. Spendenwillige nehmen am besten mit dem Hegering Leichlingen auf. Entweder über das Kontaktformular unter der Adresse www.hegering-leichlingen.de/kontakt oder per Mail info@hegering-leichlingen.de.