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Explosion in Leverkusen Umweltamt gibt Entwarnung für Bürger

schaden im Chempark

Ein durch das Feuer beschädigtes Gebäude der Sondermüll-Verbrennungsanlage des Chempark-Betreibers Currenta in Leverkusen.

  • In einer Sondermüll-Verbrennungsanlage in Leverkusen ist es zu einer Explosion gekommen.
  • Sechs Menschen sind inzwischen tot geborgen, eine Persion wird noch vermisst.
  • Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert.

Leverkusen – In der Sondermüll-Verbrennungsanlage des Chempark-Betreibers Currenta in Leverkusen ist es am Morgen des 27. Juli zu einer Explosion mit starker Rauchentwicklung gekommen. 31 Menschen wurden verletzt. Sechs Mitarbeiter wurden tot geborgen. Ein Menschen wird noch vermisst.

Wir informieren an dieser Stelle fortlaufend.

Donnerstag, 5. August

Alles zum Thema Feuerwehr Köln

Umweltamt findet keine Chemie im Boden

16:18 Uhr: Die Warnungen für Leverkusens Bürger wurden aufgehoben. Am Nachmittag teilte die Stadtverwaltung unter Berufung auf das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz mit, dass weitere Pflanzen- und Bodenproben "keine relevanten Konzentrationen und keinerlei Grenzwertüberschreitungen" ergeben hätten. Die Proben seien auf über 450 verschiedene Bestandteile von Agrarchemikalien untersucht worden. Deshalb gehe das Lanuv derzeit davon aus, dass außerhalb der Sondermüllverbrennungsanlage keine chemischen Stoffe niedergegangen sind, jedenfalls "mit hoher Wahrscheinlichkeit". 

Für die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Stadtteile, die in der Windrichtung der Explosionswolke lagen (Bürrig, Opladen, Küppersteg, Quettingen, Lützenkirchen und Rheindorf) bedeuten die Ergebnisse, dass die bisher dort geltenden Vorsichtsmaßnahmen aufgehoben werden. Trotzdem sollten sie Obst und Gemüse aus dem Garten vor dem Verzehr gut abwaschen oder schälen. Das Wasser aus Regentonnen sollten sie lieber in den Abwasserkanal kippen, Wasser aus Swimmingpools austauschen oder filtern. Verschmutzte Gegenstände und Flächen in den Außenbereichen könnten mit viel Wasser und einem haushaltsüblichen Spülmittel selbst gereinigt werden. Dabei bitte Handschuhe (z.B. Einmalhandschuhe) tragen, da die Rußpartikel sehr sauer waren. Diese sowie Reinigungstücher könnten anschließend über den Restmüll entsorgt werden.

Die Stadtverwaltung hat nach eigenen Angaben ihre Spielplätze sowohl in den öffentlichen Anlagen als auch in Kindergärten, sowie die Außenanlagen von Schulen kontrolliert. Verunreinigungen durch Ruß seien an Currenta gemeldet worden. Der Chempark-Betreiber wolle die Flächen begutachten und je nachdem den Sand austauschen. Auch die Spielgeräte würden gesäubert. Spielplätze, die vorsorglich gesperrt wurden, wo aber keine Rußniederschläge gefunden wurden, würden wieder geöffnet.

Mittwoch, 4. August

Chempark-Chef bringt Brief auf den Weg

16.29 Uhr: Lars Friedrich hat einen Brief an die Nachbarn des Chempark verfasst und die Bürger, die von der Explosion und dem nachfolgenden Großbrand am 27. Juli betroffen sind. Darin bringt er seine Bedauern über das Unglück zum Ausdruck, weist aber auch darauf hin, dass die Unfallstelle noch nicht aufgeräumt ist und dass diese Arbeiten wiederum zu Gerüchen in der Nachbarschaft führen können. Die Reinigung der Umgebung von Rußpartikeln solle so schnell wie möglich abgearbeitet werden. Die Bürger-Hotline ist nach wie vor geschaltet (☎ 0214 / 26 05 99 333); auf der Currenta-Seite gibt es zudem einen Link zu einer Schadensmeldung: Schadensmeldung - www.currenta.de Auch Friedrichs Brief ist auf der Currenta-Seite hinterlegt: www.currenta.de

Dienstag, 3. August

Sechstes Todesopfer geborgen

18.20 Uhr: Eine Woche nach der Explosion und dem Brand in einer Leverkusener Sondermüllverbrennungsanlage ist im Bereich des Unglücks ein weiterer Toter gefunden worden. Das Opfer sei identifiziert worden, bestätigte am Dienstag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Köln. Durch die gewaltige Detonation kamen damit mindestens sechs Menschen ums Leben - nach Angaben der Kölner Polizei gilt ein Mensch noch als vermisst.

Auf dem großen Gelände des Chemparks in Leverkusen dauern die Ermittlungen der Kölner Polizei weiter an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion. Die Aufräum- und Bergungsarbeiten werden nach Einschätzung des Chempark-Betreibers Currenta noch längere Zeit dauern. Zunächst hatte der WDR berichtet.

  • Montag, 2. August

Zwei Opfer immer noch nicht geborgen

12.57 Uhr: Sechs Tage nach der Explosion und dem Brand in der Leverkusener Sondermüllverbrennungsanlage gelten weiter zwei Menschen als vermisst. „Es wurden keine weiteren Menschen geborgen“, sagte eine Sprecherin der Kölner Staatsanwaltschaft am Montag auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion.

Die Aufräum- und Bergungsarbeiten werden nach Einschätzung des Chempark-Betreibers Currenta noch längere Zeit dauern. Ein Sprecher verdeutlichte, dass es sich auch um große Trümmerteile handele, die zum Teil ineinander verkeilt seien. Es müssten sowohl Vorsichtsmaßnahmen als auch die laufenden Ermittlungen berücksichtigt werden. „Das wird uns eine ganze Weile beschäftigen“, sagte der Sprecher.

Nach der Detonation am vergangenen Dienstag waren vier Menschen tot gefunden worden. Ein Schwerverletzter starb im Krankenhaus. Die Zahl der Vermissten beläuft sich bereits seit einigen Tagen auf zwei.

  • Samstag, 31. Juli

Heinen-Esser fordert Aufklärung

13.28 Uhr: Nach der schweren Explosion in einer Leverkusener Sondermüllverbrennungsanlage hat NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) den Unglücksort besucht und Aufklärung gefordert. „Jetzt müssen vor allem die Ursachen genau aufgeklärt und aufgearbeitet werden. Schnellstmöglich sind alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, damit sich künftig ein derartig schlimmes Unglück nicht wiederholt“, erklärte die Politikerin am Samstag.

Nach der Detonation am Dienstagmorgen am Chempark waren mindestens fünf Menschen gestorben, zwei gelten weiterhin als vermisst. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen“, sagte Heinen-Esser. „Zugleich gilt der Dank allen Einsatzkräften, die Tag und Nacht um das Leben der Kolleginnen und Kollegen gekämpft haben und noch kämpfen und eine weitere Ausweitung des Brandes verhindert haben.“

Die Ursache für das Unglück ist noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion gegen Unbekannt. Sie will herausfinden, ob menschliche Fehler zur Katastrophe führten.

Nach der Explosion war es zudem zu einem Großbrand gekommen. Viele kleine Rußpartikel gingen über benachbarte Ortschaften nieder. Das NRW-Landesumweltamt (LANUV) hat in diesen bislang keine Rückstände von Dioxin nachweisen können, von Polychlorierten Biphenylen (PCB) und Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) seien nur sehr geringe Werte gemessen worden. Für Anwohner, die giftige Substanzen befürchtet hatten, bedeutete das eine erste Entwarnung. Allerdings soll es noch weitere Analysen geben. Nach Angaben des Umweltministeriums von Samstag wurde „für die Analytik der Brandrückstände“ eigens eine „Task Force vereinbart“.

  • Freitag, 30. Juli

Umweltamt: Keine Rückstände von Dioxin in Rußpartikeln festgestellt

14:50 Uhr: Die Untersuchungen der Ruß- und Staubrückstände, die nach dem Brand in der Müllverbrennung des Chemieparks Leverkusen in den umliegenden Wohngebieten niedergingen, haben nach Angaben des Landesumweltamtes nur eine geringe Schadstoffbelastung ergeben. Es seien keine Rückstände von Dioxin und dioxinähnlichen Stoffen in den Rußpartikeln festgestellt worden, teilte das Landesamt am Freitag mit. Bei den Polychlorierten Biphenylen (PCB) und den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) seien sehr geringe Werte gemessen worden, die die Bewertungsgrenzen unterschritten. 

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die am Brandereignis beteiligten Stoffe nur ein geringes Dioxin-Bildungspotential gehabt hätten. Die Ermittlungen, welche weiteren Stoffe bei dem Unfall beteiligt waren, dauerten noch an. Daher sei noch unklar, ob weitere, bisher unbekannte Stoffe in die nähere Umgebung der Brandstelle eingetragen worden seien. Deshalb empfehle das Landesamt, die bisher geltenden Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge aufrecht zu erhalten.

Die Menschen sollten weiterhin auf den Verzehr von Obst und Gemüse aus dem Garten verzichten, verunreinigte Flächen nicht anfassen und auch nicht selber reinigen. Das gelte für das betroffene Stadtgebiet Leverkusen und die unmittelbar angrenzenden Bereiche der Städte Leichlingen und Opladen.  Mehr dazu hier,

Die Suche nach Vermissten geht weiter

6.50 Uhr: Nach der gewaltigen Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen mit mindestens fünf Toten werden zwei Menschen weiter vermisst. „Die Suche geht heute weiter“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Die Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden, war bereits am Donnerstagabend verschwindend gering gewesen.
Bislang wurden vier Menschen tot aufgefunden. Ein Schwerverletzter starb zudem im Krankenhaus.

Freigesetzte Stoffe werden analysiert

6.45 Uhr: Drei Tage nach der gewaltigen Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage rückt das Ergebnis einer Analyse der dabei freigesetzten Stoffe immer näher. Das mit der Untersuchung betraute nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) hat einen entsprechenden Bericht für „voraussichtlich Ende der Woche“ in Aussicht gestellt.

Nach der Detonation hatten am Dienstag im Leverkusener Chempark - einem Gelände mit Chemie-Unternehmen - Tanks gebrannt, in denen nach Angaben der Betreiberfirma Currenta „organische Lösungsmittel“ lagerten. „Das ist eine Klasse an Lösungsmitteln, die in der Chemie einfach als Reststoffe dann anfällt“, hatte Chempark-Leiter Lars Friedrich erklärt.

Nach dem Brand waren in Leverkusen viele kleine Rußpartikel niedergegangen. Die Stadt riet ihren Bürgern unter anderem, kein Obst oder Gemüse aus dem Garten zu essen, wenn sich entsprechender Staub darauf angesammelt habe.

In einer ersten Einschätzung war das LANUV davon ausgegangen, dass es sich um „Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen“ gehandelt haben könnte, die über die Rauchwolke in umliegende Wohngebiete getragen wurden. Grundsätzlich sei es so, dass Dioxine bei jedem Brandereignis in mehr oder weniger hohen Konzentrationen entstünden. Wie hoch die vorhandenen Rückstände mit diesen Substanzen belastet sind, werde sich erst nach der aufwendigen Auswertung zeigen.

„Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen werden durchaus in Zusammenhang gebracht mit Missbildungen bei Neugeborenen von Tieren, weniger beim Menschen, als Umweltöstrogene oder auch Krebs erregende Substanzen beim Menschen“, hatte der Experte Daniel Dietrich von der Uni Konstanz der Deutschen Presse-Agentur erklärt. „Aber – und das ist das große Aber – nur in hohen Konzentrationen.“

Nach seiner Einschätzung bestehe keine akute Gefahr für die Bevölkerung, wenn sie sich an die Handlungsempfehlungen des Landesumweltamtes und der anderen involvierten Behörden halte.

  • Donnerstag, 29. Juli

Aufräumen sorgt für Gerüche

21.38 Uhr: Der Chempark-Betreiber Currenta teilt mit, dass die Aufräumarbeiten in Bürrig für Gerüche in der Luft sorgen. Alles werde mit dem Luftmesswagen kontinuierlich überprüft, „um sicherzustellen, dass keine Gefahrstoffe in die Umwelt gelangen“. Auch in den kommenden Tagen müssten die Leverkusener mit Geruchsbelästigungen rechnen. 

Drei weitere Tote geborgen

15.44 Uhr: Drei weitere Personen sind aus den Trümmern des Tanklagers tot geborgen worden. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft soeben bekannt. Zur Identität würden keine Angaben gemacht, hieß es.

Besorgte Bürger melden Gerüche - Luftmesswagen unterwegs

14.04 Uhr: Nach der Explosion herrscht große Verunsicherung in der Leverkusener Bevölkerung. Bereits am Vormittag hatten sich Bürger im Chempark und in den Redaktionen des  „Leverkusener Anzeiger“ und von „Radio Leverkusen“ gemeldet und auf verdächtige Gerüche hingewiesen. Wegen des starken Winds war nicht auszumachen, ob sie aus dem Werk kommen oder aus der havarierten Sondermüllverbrennung. Seit Stunden patrouilliert deshalb ein Luftmesswagen des Chempark-Betreibers Currenta durch Leverkusen. Über die Ergebnisse will das Unternehmen schnellstmöglich berichten. 

Vermissten-Suche nach Explosion: Polizei will mit DNA-Proben arbeiten

13:30 Uhr: Bei der Suche der nach der Explosion in Leverkusen noch vermissten Menschen könnten auch DNA-Proben von Angehörigen zum Einsatz kommen. Die Polizei beabsichtigte, „von Angehörigen der Vermissten vorsorglich DNA-Proben zu entnehmen“, um gegebenenfalls „eine Identifizierung zu erleichtern“, erklärte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Der Betreiber des von der Detonation erschütterten Leverkusener Chemparks geht davon aus, dass alle der noch fünf vermissten Arbeiter tot sind. Auch mehrere Tage nach der Detonation waren sie noch nicht in den Ruinen der Anlage gefunden worden.

Helfer stellen Suche nach Überlebenden ein 

8.03 Uhr: Nach der schweren Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage konzentrieren sich die Einsatzkräfte vor Ort nach Unternehmensangaben nun in Abstimmung mit den Ermittlern auf die Vorbereitung der Aufräum- und Bergungsarbeiten. Im Zuge dessen laufe auch die Vermisstensuche weiter, sagte ein Sprecher der Chempark-Betreiberfirma Currenta am Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor war die Hoffnung, Überlebende zu finden, immer weiter gesunken. „Wir haben keine Hoffnung mehr, jemanden lebend zu finden“, so der Sprecher. Die Behörden würden jetzt die Ermittlungen zur Ursache der Detonation aufnehmen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gegen Unbekannt. Bei der Kölner Polizei wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Sie werde mit zwei Teams vor Ort sein, sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen. Ein Team stehe bereit um zu dokumentieren und zusammen mit der Feuerwehr eventuell Leichen zu bergen. Die Begehung finde mit Vertretern von Umweltbehörden, Sachverständigen, des Unternehmens und des Landeskriminalamts statt. Die Polizei will bei den Ermittlungen auch Drohnen einsetzen. Noch sei jedoch fraglich, ob alle Bereiche schon begangen werden können: Teile seien einsturzgefährdet, andere Bereiche kontaminiert. 

Bei der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage des Chemparks am Dienstagmorgen waren mindestens zwei Menschen getötet worden. 31 wurden laut Currenta verletzt. Fünf Menschen werden vermisst. Es handle sich demnach um vier Mitarbeiter des Unternehmens und einen Mitarbeiter einer externen Firma.

  • Mittwoch, 28. Juli

Staatsanwaltschaft schließt menschliches Versagen nicht aus

Nach der Explosion in Leverkusen hat die Polizei Köln unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Köln eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts des fahrlässigen Herbeiführens eine Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Tötung aufgenommen. Das Verfahren richtet sich gegen Unbekannt. „Menschliches Versagen kann nicht ausgeschlossen werden“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer dieser Zeitung. Ob es zu dem schwierigen Vorfall bei Arbeiten auf dem Werk kam, könne noch nicht gesagt werden. 

LANUV geht von giftigen Stoffen in freigesetzter Rauchwolke aus

Das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) teilte mit, man gehe „derzeit“ davon aus, dass über die freigesetzte Rauchwolke „Dioxin,- PCB- und Furanverbindungen“ in die umliegende Wohngebiete getragen worden seien. Die Betreiber-Firma des von der Detonation erschütterten Chemparks erklärte derweil, dass sie vom Tod der noch vermissten fünf Mitarbeiter ausgehe. Die Explosion hatte mindestens zwei Menschen getötet, 31 wurden nach Angaben des Betreibers Currenta verletzt. Die Ursache für die Detonation ist noch unklar.

Nach dem Unglück hatten Tanks gebrannt, in denen nach Angaben von Currenta „organische Lösungsmittel“ gelagert waren. Anschließend stieg eine riesige Rauchwolke auf, Rußpartikel gingen auf nahe gelegene Ortschaften nieder. Unklar war zunächst, welche Stoffe sich genau im Rauch befunden hatten. Die Stadt Leverkusen empfahl ihren Einwohnern unter anderem, kein Obst- oder Gemüse aus dem Garten zu essen, auf dem sich Partikel abgelagert hatten.

Das LANUV erklärte, nach seinen Informationen seien in den betroffenen Tanks unter anderem chlorierte Lösungsmittel gelagert worden. „Die besondere Problematik bei Stoffen, die Chlor beinhalten, ist, dass bei einem Verbrennungsprozess Chlorverbindungen zu Dioxin- oder PCB-Verbindungen werden können“, erläuterte ein Sprecher. In welcher Konzentration dies tatsächlich geschehen sei, werde aktuell noch in einem eigenen Dioxinlabor untersucht. „Diese Untersuchungen sind recht aufwendig, daher werden die Ergebnisse nicht vor Ende dieser Woche vorliegen.“

Die Frage nach der Konzentration ist entscheidend. „Dioxin,- PCB- und Furanverbindungen werden durchaus in Zusammenhang gebracht mit Missbildungen bei Neugeborenen von Tieren, weniger beim Menschen, als Umweltöstrogene oder auch Krebs erregende Substanzen beim Menschen“, sagte Daniel Dietrich, Leiter der Arbeitsgruppe Human- und Umwelttoxikologie an der Universität Konstanz, der Deutschen Presse-Agentur. „Aber – und das ist das große Aber – nur in hohen Konzentrationen. Und die liegen nicht vor, wenn das entsprechende Gebiet im Laufe der Zeit gereinigt und dekontaminiert wird.“

Die Stoffe klebten an Oberflächen, sagte er. „Sie springen einen nicht an, man müsste sie schon aktiv in den Körper transportieren – etwa, wenn man sich nach der Arbeit im Garten die Hände abschleckt.“ Selbst wenn man von oben bis unten mit den Partikeln bedeckt wäre, könnte man diese ohne Gefahr mit Seife abwaschen. „Nach meiner Einschätzung besteht also keine akute Gefahr für die Bevölkerung, wenn sie sich an die Handlungsempfehlungen des Landesumweltamtes und der anderen involvierten Behörden hält“, sagte Dietrich.

Da die endgültige Analyse zunächst noch ausstand, hielt die Stadt Leverkusen ihre Empfehlungen an die Bürger aufrecht. Der Ruß sollte nicht in die Wohnung getragen werden. Neben Obst und Gemüse seien in den betroffenen Arealen etwa auch Gartenmöbel oder Pools zu meiden. Wer dringend im Garten arbeiten müsse, sollte dabei vorsorglich Handschuhe tragen. Die Spielplätze in den - nahe am Explosionsort gelegenen - Stadtteilen Bürrig und Opladen blieben vorerst gesperrt. Bereits am Dienstag hatte die Kommune erklärt, Currenta werde „zeitnah die Straßen, Gehwege und Hauseingänge reinigen“. 

Betreiber Currenta hat keine Hoffnung mehr, die Vermissten lebend zu finden

Bei den zwei geborgenen Opfern der Explosion im Leverkusener Chempark handelt es sich um einen Currenta-Mitarbeiter und einen externer Mitarbeiter ums Leben gekommen, erklärten Currenta-Chefs und -Mitarbeiter bei einer Pressekonferenz an diesem Mittwoch. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass wir die fünf weiteren Vermissten nicht finden werden“, erklärte Frank Hyldmar, Geschäftsführer bei Currenta. Vier der vermissten Mitarbeiter seien bei Currenta selbst angestellt, der fünfte sei ein externer Mitarbeiter. Das Unternehmen sprach den Angehörigen und Familien sein Beileid aus.

31 Kollegen und Mitarbeiter wurden verletzt. Ein Kollege davon sei schwer verletzt, über den Zustand der anderen könne Hyldmar nichts sagen. Er bedankt sich bei den Rettungskräften, der Stadt Leverkusen und Kollegen der Currenta, die sich eingesetzt haben.

Die Luft in Leverkusen und der Umgebung werde weiterhin auf Verschmutzungen überprüft. Da es sich um eine Einsatzstelle handele, könne man wenig weitere Informationen geben. Sobald möglich, werde man diese nachreichen. 

„Im Moment ist ein wesentlicher Einsatzschwerpunkt die Suche nach den vermissten Personen. Dazu setzen wir auch hochauflösende Drohnen ein", sagte Stephan Hummel, Leiter der Werksfeuerwehr. Zudem sichere man die Einsatzstelle in enger Koordination mit der Berufsfeuerwehr. 

Leverkusener sollen wegen Ruß nach Explosion vorsichtig bleiben

Die Stadt Leverkusen hält ihre Bürger wegen niedergegangenen Rußpartikeln weiterhin zur Vorsicht an. Die Empfehlungen vom Vortag seien nach wie vor aktuell, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Noch gebe es keine genauen Analyseergebnisse des Landesumweltamtes (LANUV) zu den beobachteten Stoffen.

An Orten, an denen nach dem Unglück Rußniederschläge zu verzeichnen waren, sollen Leverkusener demnach vorsorglich kein Obst oder Gemüse aus dem Garten essen. Auch betroffene Gartenmöbel oder Pools seien besser zu meiden. Wer dringend im Garten arbeiten müsse, sollte dabei vorsorglich Handschuhe tragen. „Bitte keinen Ruß mit in die Wohnung tragen, das heißt die Schuhe ausziehen und vor der Haustür lassen“, hieß es in dem Aufruf der Stadt.

Nach Angaben der Stadt waren nach der Detonation und der anschließenden Rauchwolke „cent- bis eurogroße Partikel“ mit einer öligen Konsistenz registriert worden - vor allem im nahen Stadtteil Bürrig. Das Landesumweltamt (LANUV) habe die Niederschläge begutachtet und sei in der Analyse. Ergebnisse seien allerdings nicht vor Donnerstag zu erwarten. Daher bleiben auch weiterhin die Spielplätze in den - nahe am Explosionsort gelegenen - Stadtteilen Bürrig und Opladen gesperrt, wie die Stadtsprecherin sagte. Fenster könnten aber wieder geöffnet werden. Die Warnung sei aufgehoben.

Zweiter Toter ist zugeordnet

Bei dem zweiten, am Dienstagabend von Currenta gemeldeten Todesopfer der Explosion handelt es sich um den Mitarbeiter, der mit schwersten Verbrennungen in die Klinik in Köln-Merheim geflogen worden war. Das wurde aus dem Umfeld des Unternehmens bestätigt. 

Polizei will am Donnerstag Explosionsort in Leverkusen untersuchen

Nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen will die Polizei am Donnerstag mit Untersuchungen am Unglücksort beginnen. Geplant sei eine erste Begehung zusammen mit einem Sachverständigen und Verantwortlichen des betroffenen Leverkusener Chemparks, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Aktuell stehe noch die Suche nach vermissten Mitarbeitern im Vordergrund. 

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Suche nach Vermissten kann länger dauern

Die Suche nach den fünf Vermissten im Chempark Leverkusen kann nach Einschätzung der Feuerwehr noch länger dauern. „Es ist die ganze Nacht gesucht worden und nachgelöscht worden und das wird heute im Laufe des Tages fortgesetzt“, sagte der Leiter der Leverkusener Feuerwehr, Hermann Greven, in einem Interview von WDR2 am Mittwochmorgen.

„Bis da endgültig Klarheit herrscht, wird es noch dauern“, fügte er hinzu. Von der Einsatzstelle gehe im Moment keine Gefahr aus. Rund 360 Einsatzkräfte seien nach der Explosion und dem Brand im Laufe des Tages im Einsatz gewesen.

Die gewaltige Explosion und der Brand hatten sich am Dienstagvormittag im Tanklager eines Entsorgungszentrums im Chempark Leverkusen ereignet. Die Ursache ist bisher noch nicht bekannt.

Suche nach Vermissten nach Explosion in Leverkusen geht weiter

Nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen geht die Suche nach den Vermissten weiter. Wie schon am Vorabend würden im Chempark noch immer fünf Menschen vermisst, sagte ein Sprecher am frühen Mittwochmorgen. Die Nachlöscharbeiten liefen ebenfalls weiter. „Da gibt es keine neue Entwicklung.“

Bei dem Unglück am Vortag waren nach Angaben von Chempark-Leiter Lars Friedrich vom Dienstagabend mindestens zwei Menschen gestorben. Die Zahl der Verletzten beträgt 31. Davon schwebt ein Mensch den Angaben zufolge in Lebensgefahr.

Die Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden, werde immer geringer, hatte Friedrich am Abend gesagt. Die gewaltige Explosion, die nach Zeugenberichten im Umkreis von vielen Kilometern zu hören war, ereignete sich im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig.

Die Ursache für die Explosion ist weiter unklar. Das Unternehmen rechnet damit, dass es noch einige Zeit dauern könnte, bis es erste Erkenntnisse gibt.

Aktuell gelten für Anwohner folgende Handlungsempfehlungen:

  • Nahrungsmittel aus dem Garten vorsorglich nicht verzehren.
  • Vorsorglich keine Spielplätze, Spielgeräte, Gartenmöbel, Pools etc. nutzen, auf denen Ruß niedergegangen ist.
  • Vorsorglich keine Reinigung der verschmutzten Gegenstände vornehmen, da eine erhöhte Schadstoffkonzentration bislang nicht ausgeschlossen werden kann.
  • Bei nicht aufschiebbaren Arbeiten im Garten vorsorglich Handschuhe tragen.

Sollten Rückstände und Rußniederschlage auf den Grundstücken und Straßen entdeckt werden, bitte an die Bürgerhotline melden: 0214-4063333

  • Dienstag, 27. Juli

Zweites Todesopfer geborgen

Rettungskräfte haben ein zweites Todesopfer geborgen. Das hat der Chempark am Abend bekanntgegeben. „Meine Gedanken sind bei den Verletzten und Angehörigen. Die Suche nach den Vermissten läuft weiter auf Hochdruck. Leider schwindet die Hoffnung, sie lebend zu finden zusehends”, so Chempark-Leiter Lars Friedrich.

Fünf Menschen werden derzeit noch vermisst.

Entwarnung auch für Stadtteil Bürrig

Nachdem die Stadt am Nachmittag bereits Entwarnung für die übrigen Stadtteile gegeben hatte, ist nun auch die Warnung für den Stadtteil Bürrig aufgehoben. Fenster und Türen müssen nun nicht mehr geschlossen gehalten werden.

Laschet dankt Helfern nach Explosion in Leverkusen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat nach der Explosion im Chempark Leverkusen Familien und Mitarbeitern sein Mitgefühl ausgesprochen. Zugleich dankte er am Dienstag den Rettungskräften, „die durch ihren mutigen Einsatz Schlimmeres verhindert“ hätten und weiter unter Hochdruck nach Vermissten suchten, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Zweiter Tank drohte laut Reul zu explodieren

Nach dem Brand im Leverkusener Chempark bestand nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) bei einem zweiten Tank Explosionsgefahr. Der Tank habe 100.000 Liter hochentzündliche, giftige Abfallstoffe enthalten, sagte Reul am Dienstag. Die Feuerwehr habe die Gefahr aber bannen können. Nach Reuls Angaben waren allein 300 Feuerwehrleute im Einsatz.

Leverkusen gibt fast überall Entwarnung

Nach der Explosion in einem Tanklager des Chemparks Leverkusen sollen Bürgerinnen und Bürger nur noch im besonders betroffenen Stadtteil Bürrig Fenster und Türen geschlossen halten. Für das übrige Stadtgebiet hob die Stadt diese Warnung am Dienstagnachmittag auf.

Die Luftqualität werde durch ein Messfahrzeug des Landesumweltamtes (LANUV) weiter kontinuierlich überwacht. Aktuell seien keine erhöhten Schadstoffbelastungen in der Luft messbar. Der Chempark erklärte auf Twitter, in Leverkusen würden Sirenen mit einem Dauerton auf die Entwarnung aufmerksam machen.

Rettungskräfte weiter im Einsatz – Straßensperrungen aufgehoben

Die Arbeiten im Gefahrenbereich dauern aktuell noch an. Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei sind weiter im Einsatz. Erst wenn diese abgeschlossen sind, werden Brandspezialisten der Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Ursache der Explosion aufnehmen.

Laut derzeitigem Stand (16 Uhr) werden 31 verletzte Mitarbeiter medizinisch versorgt, fünf von ihnen erlitten schwere Verletzungen und werden intensivmedizinisch behandelt.

Vier weitere Menschen gelten aktuell als vermisst. Ein Mitarbeiter konnte nur noch tot geborgen werden. Aussagen zur Identität, Alter und den Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen nicht veröffentlichen.

Alle Straßensperrungen um den Gefahrenbereich sind aufgehoben worden.

Warnung vor Rauchgasen im Oberbergischen Kreis aufgehoben

Der Oberbergische Kreis hat die Warnung vor Ausbreitung der Rauchgase am Nachmittag aufgehoben. Auch die Bürgerhotline, die der Kreis eingerichtet hatte, ist nicht mehr besetzt.

Ein Schwerstverletzter befindet sich in Lebensgefahr 

Ein Schwerstverletzter befindet sich nach der Explosion mit schwersten Brandverletzungen im Krankenhaus in Merheim, es besteht Lebensgefahr. Zur Identität des Verstorbenen gibt es aktuell keine Angaben. Ein weiterer Mitarbeiter ist schwer verletzt, weitere 14 sind mit leichteren Verletzungen in Behandlung. Vier Mitarbeiter werden noch vermisst. "Wir haben noch Hoffnung, sie lebend zu finden", sagt Chempark-Leiter Lars Friedrich. "Aber konkrete Aussagen dazu sind derzeit unseriös und reine Spekulation."

Ruß-Niederschläge: Spielplätze vorsorglich gesperrt – Bürgerhotlines eingerichtet

Eine Einschätzung, ob in den Niederschlägen relevante Stoffe zu finden sind, ist nach Auskunft des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) noch nicht möglich. Die Spielplätze in Bürrig und Opladen werden temporär als Vorsichtsmaßnahme bis auf Weiteres geschlossen. Die Messwerte seien aktuell im „grünen Bereich".

Als Vorsichtsmaßnahmen gilt: Nahrungsmittel im Garten abwaschen. Dazu rät auch NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.
Sollten Rückstände und Ruß-Niederschlag auf den Grundstücken und Straßen entdeckt werden, bitte an die Bürgerhotline unter 0214 406-33333 wenden. Auch der Oberbergische Kreis hat ein Bürgertelefon eingerichtet, es ist unter 02281 88-3888 erreichbar.

Sperrung der A1 aufgehoben

Die Sperrung der A1 am Autobahnkreuz Leverkusen-West ist aufgehoben. Die innerstädtischen Verkehrssperrungen bleiben vorerst bestehen, wie die Polizei mitteilt.

Ein Vermisster tot geborgen

Rettungskräfte der Werkfeuerwehr Chempark haben einen vermissten Mitarbeiter nur noch tot bergen können.

„Wir sind tief betroffen über diesen tragischen Unfall und den Tod eines Mitarbeiters. Unser besonderes Mitgefühl gilt vor allem den Angehörigen, aber auch den Kollegen, die mit ihm zusammengearbeitet haben“, erklärte der Chempark-Leiter Lars Friedrich.

Aufgrund der temporär nicht gesicherten Stromversorgung des Standortes wurden alle administrativ tätigen Mitarbeiter vorsorglich gebeten, den Standort zu verlassen. Die Betriebe im Chempark wurden in einen sicheren Zustand gebracht.

Warnung vor Rauchgasen im Oberbergischen Kreis

Die Behörden warnen nach der Explosion vor der Ausbreitung von Rauchgasen In Hückeswagen, Radevormwald und Wipperführt. Anwohner werden gebeten, sich in geschlossene Räume zu begeben.

Brand nach Explosion gelöscht

Der Brand auf dem Gelände des Chemparks konnte gelöscht werden. Nun suchen Einsatzkräfte nach Angabe des Unternehmens weiter mit Hochdruck nach Vermissten.

Pressekonferenz zur Explosion in Leverkusen

Krankenhaus in Opladen in Alarmbereitschaft

Das St. Remigius Krankenhaus in Opladen ist nach der Explosion im Chempark in Alarmbereitschaft gesetzt worden, wie der Kaufmännische Leiter der Klinik Thomas Karls erklärt. Demnach bereitet sich das Krankenhaus auf einen möglichen sogenannten MANV vor: einen Massenanfall von Verletzten.

Hotline eingerichtet

Für die Bevölkerung wurde eine Hotline eingerichtet, die unter folgender Telefonnummer zu erreichen ist: Leverkusen 0214-2605 99333.

Feuer drohte sich auszuweiten

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 Die Löschgruppe Widdersdorf der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Köln untersucht die Luft in der Paulinenhofstraße in Flittard.

Dem Chempark zufolge ist durch die Explosion gegen 9.30 Uhr am Dienstag ein Tanklager mit Lösungsmitteln in Brand geraten. Die Löscharbeiten mussten zunächst warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ drohte das Feuer auf ein weiteres Tanklager überzugreifen. Demnach wurden Anwohner vor einer möglichen zweiten Explosion gewarnt. Kursierenden Meldungen über Evakuierungsmaßnahmen widerspricht die Stadt Leverkusen. Es werde nicht evakuiert, sagt eine Sprecherin der Stadt.

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Explosion im Chempark Leverkusen

Werkfeuerwehr und Luftmesswagen sind im Einsatz. Feuerwehren aus dem weiten Umland sind ebenfalls am Einsatz beteiligt. Leverkusen hat einen Krisenstab einberufen.

Rauch zieht Richtung Burscheid, Leichlingen und Opladen

Laut Warnapp Nina zieht die Rauchwolke in Richtung Burscheid, Leichlingen und Opladen. Anwohner werden gebeten, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Türen und Fenster geschlossen zu halten. Der Großraum Leverkusen soll weiträumig gemieden werden.

Aktuell keine Gefahr für Köln

Für das Stadtgebiet Köln besteht laut Feuerwehr aktuell keine Gefahr. In angrenzenden Kölner Stadtteilen waren am Vormittag vorsorglich Spezialfahrzeuge der Umweltschutzeinheiten tätig und führten Luftmessungen sowie Wischproben durch. Eine Gefährdung für die Bevölkerung in den angrenzenden Kölner Stadtteilen konnte aufgrund der Messergebisse durchgehend ausgeschlossen werden, teilte die Feuerwehr mit.

Mehrere Autobahnen gesperrt

Das Autobahnkreuz Leverkusen-West ist vollgesperrt, ebenso die A1 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und Köln-Nord, die A59 ab dem Kreuz Monheim-Süd bis Leverkusen-West und die A3 zwischen Leverkusener Kreuz und dem Kreuz Langenfeld. Gesperrt ist auch der Westring in Leverkusen, der an der brennenden Anlage verbeiführt. 

Die Arbeiten an der Baustelle der Leverkusener Rheinbrücke wurden eingestellt. Alle Mitarbeiter der Baufirmen hätten die Baustellen verlassen, hieß es nach Angaben von Straßen.NRW. Im Bereich der Autobahnen seien aber keine Personen zu Schaden gekommen. (red)