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Bayer 04 und LeverkusenJetzt kommt vielleicht doch ein Parkhaus für die VIPs

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Seine Trainingsplätze will Bayer 04 umbauen: zu Parkplätzen. Foto: Ralf Krieger

Auf diesem Platz könnte jetzt doch ein fünfgeschossiges Parkhaus gebaut werden – es gibt Entwürfe, die Politik entscheidet später darüber.

Klub und die Stadt haben zwei Varianten vorgelegt, wie sie mit dem Verlust der VIP-Parkplätze während der Bauzeit der Megastelze umgehen wollen.

Bayer 04 könnte jetzt doch ein Parkhaus als Ersatz für die wegfallenden Parkplätze unter der Stelze bauen. Der Klub und die Stadtverwaltung haben zwei Varianten vorgelegt, wie sie mit dem Verlust der VIP-Parkplätze für die Jahre während der Bauzeit der Megastelze umgehen wollen: Im Ratsinformationssystem stehen zwei Vorentwürfe, mit denen das Problem gelöst werden kann: Einer zeigt ebenerdige Parkplätze, der andere Entwurf zeigt ein Parkhaus neben dem kleinen Stadion auf dem Trainingsplatz.

Die Entscheidung, ob auf den eigenen Trainingsplätzen ein Parkhaus oder ein offener ebenerdiger Parkplatz gebaut werden darf, sollen die Leverkusener Politiker erst später treffen. Da dafür der Bebauungsplan geändert werden muss, entscheidet der Rat.

Wegen des Ausbaus der Stelze werden die Parkplätze unter der Stelze bei den Heimspielen nicht mehr für VIP-Kunden und Medien nutzbar sein, weil dort für Jahre Baustelle sein wird. Aber nicht nur fürs Stadion ist die Parkfläche wichtig: An Tagen ohne Bayer-04-Heimspiele dient der Parkplatz unter der Stelze als sogenannter Stellplatznachweis für den TSV, den SC Leverkusen und mehrere Gebäude in der Innenstadt, etwa fürs Kinopolis oder für das ehemalige Lindner- Hotel.

1500 Parkplätze könnten entstehen

Mit dem fünfgeschossigen Parkhaus, das auf den heutigen Trainingsplätzen stehen könnte, könnten Stellplätze für 1500 Pkw geschaffen werden. Sollte die Entscheidung für den ebenerdigen Parkplatz fallen, würde die gesamte Fläche der Trainingsplätze und zusätzlich des Fußballplatzes des SC Leverkusen an der Tannenbergstraße zu Parkplätzen umgebaut. Insgesamt würden so ebenfalls 1500 Einzelstellplätze entstehen. Fast vier Hektar Sportplätze würden bei der offenen Variante zu Parkplätzen umgebaut und versiegelt.

Der SC Leverkusen würde in diesem Fall auf das alte Spielfeld des BV Wiesdorf in den Stadtpark auf der anderen Seite der Dhünn umgesiedelt. Dort sollen dann ein Kunstrasenplatz, ein neues Vereinsgebäude und ein kleiner zusätzlicher Trainingsplatz entstehen – auf Kosten von Bayer 04, so die bisherige Ansage. Gegen die Variante spricht, dass der Stadtpark im Landschaftsschutzgebiet liegt. Bisher waren dort deshalb auch kleinste Veränderungen verboten.

Der ebenerdige Parkplatz wurde nur für die Zeit der Autobahnbaustelle genehmigt. Danach, so jedenfalls die heutige Planung, sollen die Parkplätze wieder unter die dann auf die doppelte Breite ausgebaute Stelze zurückverlegt werden. Zwar gab es schon Unkenrufe, dass Parken unter Autobahnbrücken künftig womöglich wegen der Brandgefahr von Elektroautos nicht mehr erlaubt sein könnte, aber bisher gilt, dass dort geparkt werden darf. Ein Parkhaus wäre dagegen eine Lösung auf Dauer.

In den jetzt veröffentlichten Unterlagen sind erste Erkenntnisse eines Verkehrsplanungsbüros enthalten, die beide Varianten nicht für optimal halten, weil an den Heimspieltagen die 1500 Stellplätze nicht ausreichend seien. Bei beiden Varianten sollen die Autos über die heutige Zufahrt Am Neuenhof und dann durch die Baustelle zum Parkhaus oder -platz fahren, allerdings erwartet man weniger Autos als heute, weil nicht mehr so viele Parkplätze angeboten werden. Allerdings sind auch derzeit bei Heimspielen längst nicht alle Parkplätze unter der Stelze besetzt. Eine eigene Zählung am vergangenen Samstag ergab um Punkt 15.30 Uhr bei Spielbeginn gegen den VfL Wolfsburg, dass in den abgesperrten Bereichen etwa 600 Pkw parkten und sechs Busse. Eine niedrige Zahl, man muss hier allerdings sicher einrechnen, dass Osterferien sind – im Stadion waren nicht alle Plätze besetzt.

Der Vorlage liegen vorläufige Gutachten bei, die die Bayer-04-Tochter „Tec Arena-Plus“ und „Bayer 04 Immobilien“ in Auftrag gegeben haben. Fazit: Ein Parkhaus benötigt weniger Versiegelung, es heizt die Umgebung tagsüber weniger auf als ein ebenerdiger Parkplatz, gibt dafür nachts mehr Wärme ab als der Parkplatz. Eine Bepflanzung der Fassade sei sinnvoll. Ein Baumgutachter fand erhaltenswerte Baumreihen und ein vorläufiges Artenschutzgutachten sieht keine Probleme für beide Varianten; Vermeidungsmaßnahmen müssten aber sein, etwa an Glasflächen und bei der Beleuchtung.

Luftbild vom Sportpark in Leverkusen mit der Bay-Arena Foto: Geobasis NRW

Ein Luftbild vom Sportpark in Leverkusen mit der Bay-Arena und dem alten Sportplatz im Stadtpark (links unten). Foto: Geobasis NRW

Nicht alle in Politik und Verwaltung waren einverstanden mit dem Plan, dass Bayer 04 den SC-Platz und die Trainingsplätze zu ebenerdigen Parkplätzen mitten in der Innenstadt umbauen wollte. Wohl deshalb musste der Fußballklub eine Variante mit einem Parkhaus vorlegen, wie das etwa von den Grünen von Anfang an gefordert wurde, was Bayer 04 im vergangenen Jahr als nicht machbar abgelehnt hatte.


Gespräche in Monheim laufen

Parallel zu den Vorentscheidungen um den Bebauungsplan im Sportpark arbeitet Bayer 04 im Hintergrund daran, im Monheimer Stadtrat eine Mehrheit für den Trainingscampus zu bekommen. Dort liefen „konstruktive Gespräche mit allen Beteiligten, über die Vertraulichkeit verabredet sei“, so der CDU-Fraktionschef Markus Gronauer auf Anfrage. (rar)