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Schuljahr 2025/26Diese Leverkusener Grundschulen müssen Kinder ablehnen

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Die GGS Morsbroicher Straße ist an die Merziger Straße ausgelagert

Die GGS Morsbroicher Straße ist an die Merziger Straße ausgelagert - wie lange, bleibt noch abzuwarten.

In Schlebusch ist eine Überraschung dabei: Die KGS Gezelinschule hat seit Jahren erstmals keinen Anmeldeüberhang.

1564 Leverkusener Kinder sind im offiziellen Anmeldezeitraum für den Schulstart im kommenden August angemeldet worden. Weitere 137 Kinder werden dann laut Unterlagen der Stadt ebenfalls schulpflichtig, sind aber noch nicht angemeldet worden. Die Eltern werden nun erneut daran erinnert. Auch ohne diese fehlenden Anmeldungen ist bereits klar: Einige Grundschulen werden wieder Kinder abweisen müssen.  

Besonders eng ist es erneut im Leverkusener Osten. Wobei eine Schule, die sonst immer einen Anmeldeüberhang hat, in diesem Jahr allen Aufnahmewünschen nachkommen kann: Die KGS Gezelinschule hat 56 Anmeldungen erhalten und ebenso viele Plätze in der zweizügigen Schule. Dass die katholische Schule in diesem Jahr nicht von Anmeldungen überrannt wird, mag an den umfangreichen Bauplänen liegen.

Viel Bedarf im Leverkusener Osten

Bereits im Januar 2024 waren hier Bäume gerodet worden, um Neubau und Abbruch vorzubereiten. Jetzt kündigt die Stadt an, dass der Stadtrat am 13. Juli 2026 die Vergabe an einen Generalunternehmer beschließen soll. Der Baustart solle dann im dritten Quartal 2026 erfolgen. Entsprechend hoch sind die Anmeldezahlen an den umliegenden Schulen. Die GGS Morsbroicher Straße, die in Container an der Merziger Straße auf die Fertigstellung ihres Neubaus wartet, hat 92 Anmeldungen erhalten und wird rund zehn Kinder ablehnen müssen. Ursprünglich war der Rückzug der Schule ins Schlebuscher Zentrum für 2025 vorgesehen. Auf eine aktuelle Anfrage gibt die Stadt das erste Quartal 2027 für die Fertigstellung an.

Solange mindestens wird dann wohl die Waldschule warten müssen, die die Schulcontainer in der Merziger Straße dann für ihre Auslagerung während der ebenfalls dringend nötigen Sanierung nutzen soll. Auch hier wird ein Anmeldeüberhang verzeichnet, 72 Kinder wollen gerne diese Schule besuchen. Und auch die Steinbücheler KGS in der Wasserkuhl, für die ebenfalls aktuelle Baupläne bestehen, haben sich knapp zu viele Kinder angemeldet. Laut Aussagen der Stadt sollen hier die vorbereitenden Tiefbauarbeiten Anfang 2026 starten, Auslagerungscontainer folgen zum Start des Teilabbruchs im Frühjahr/Sommer 2026.

Der Ausbaubedarf im Osten der Stadt ist also nicht zu bestreiten. Auch wenn es dort durchaus noch Schulen mit freien Plätzen gibt. Etwa die Astrid-Lindgren-Schule, die aber zuletzt durch marode OGS-Räume aufgefallen ist, oder die GGS Heinrich-Lübke-Straße.

Sanierungsstau auch in Opladen

Im weiteren Stadtgebiet gibt es noch zwei Schulen mit Anmeldeüberschuss: Die GGS Theodor-Fontane-Schule in Wiesdorf und die GGS Opladen, hier lassen sich Eltern offenbar nicht von den ebenfalls stockenden Sanierungsarbeiten mit Teilauslagerung nach Rheindorf abschrecken. Begonnen wurden die Arbeiten hier im Mai dieses Jahres, allerdings wurden beim Abriss Schadstoffe gefunden, die eine neue Ausschreibung nötig gemacht haben. Nach Schadstoffsanierung und Abbruch sollen im April 2026 die Rohbauarbeiten fortgesetzt werden. 

Besonders viel Platz gibt es noch in Hitdorf: Die GGS Hans-Christian-Andersen findet für alle 52 gut Platz in ihren zwei Eingangsklassen. An der katholischen St.-Stephanus-Schule sind nur 24 Kinder angemeldet, die in eine Klasse passen. Hier wären aber zwei Eingangsklassen möglich. 

Die konkrete Klassenbildung wird zum 15. Januar vorgenommen, wenn dann hoffentlich alle Anmeldungen vorliegen. Dann entscheidet sich auch, wie viele Eingangsklassen die GGS im Steinfeld (Bürrig) und die KGS Burgweg (Rheindorf) bilden werden. Je nach Ausgang könnten auch hier noch einige Kinder abgelehnt werden.

Wie viele Kinder in eine Eingangsklasse maximal kommen, hängt davon ab, wie viele eine Schule bildet. Bei einer einzügigen Grundschule darf die Eingangsklasse aus maximal 29 Kindern bestehen, bei zwei Zügen aus jeweils 28, bei drei Zügen sind es 27 und bei vier Zügen 26 Kinder. Bei mehr als fünf Zügen dürfen Klassen zu Beginn maximal 25 Kinder annehmen. Im Laufe der Schuljahre kann das aber ausgeweitet werden, etwa durch Zuzug. Auch dürfen Schulen auf eigenen Wunsch mehr Kinder annehmen, zum Beispiel, wenn nur einige wenige Anmeldungen zu viel sind.


Auch auswärtige Schüler fürs Landrat-Lucas-Gymnasium

Bei der Anmeldung an Leverkusener Schulen haben Schülerinnen und Schülern mit Wohnsitz in Leverkusen grundsätzlich vor auswärtigen Kindern, sofern sie auch in ihrer Gemeinde eine Schule der gewählten Schulform besuchen können. So ist es in einem Beschluss des Schulausschusses von Januar 2015 geregelt. Nun hat der Bildungsausschuss einer Änderung daran einstimmig zugestimmt: Die Sportklassen an der NRW-Sportschule am Landrat-Lucas-Gymnasium soll auch bei einem Anmeldeüberhang auch auswärtige Schüler aufnehmen dürfen. Für diese Klassen muss zuvor ein sportlicher Aufnahmetest bestanden werden. „Diese Eliteförderung der Kaderathleten haben wir mit der NRW-Staatskanzlei gemeinsam ins Leben gerufen“, erklärt Schulamtsleiterin Caroline Maus vor dem Ausschuss. Deswegen soll das Programm auch überregional zugänglich sein. „Talent hängt schließlich nicht mit dem Wohnort zusammen.“