Abo

KarnevalFidelio Manfort feiert Jubiläum im renovierten Lindenhof

3 min
Eine Kindertanzgruppe tanzt auf einer Bühne.

Auftritt der „Husaren“ der KG Fidelio am Samstagabend im Lindenhof: Sie feierten 55-jähriges Bestehen.

Die KG Fidelio Manfort blickt auf 77 Jahre Engagement im Leverkusener Karneval zurück – ein stolzes Jubiläum.

Blau-weiße Luftballons hingen von der Decke, der Saal war voll besetzt, Karnevalsstimmung lag in der Luft. In dem Jugendhaus Lindenhof feierte die KG Fidelio Manfort ihr 77-jähriges Bestehen. Die Jubiläumssitzung markierte nicht nur ein besonderes Vereinsjubiläum, sondern auch die Rückkehr an einen Ort mit großer Bedeutung für die Gesellschaft: den frisch renovierten Lindenhof. Gleichzeitig bedeutete die Sitzung einen Neuanfang. Nach Hochwasserschäden und jahrelangen Ausweichquartieren konnte die Fidelio erstmals wieder im Lindenhof feiern.

Der erste Vorsitzende Thorsten Klatt eröffnete die Sitzung und schlug direkt den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Wörtlich schreibt er in der Jubiläumsfestschrift: „Liebe Fidelios, Senatoren und Freunde des rheinischen Brauchtums, 7 × 11 Jahre ist es her, da hatten ein paar Männer eine Idee, sie gründeten eine Karnevalsgesellschaft, unsere Gesellschaft, die KG Fidelio Manfort 1948 e. V., im Stammlokal Fück.“ Klatt erinnerte daran, dass die Anfangsjahre schwierig gewesen seien und zog Parallelen zur heutigen Zeit. Ein Aufgeben habe es damals wie heute nicht gegeben.

In seiner Rede blickte Klatt auf schwierige Phasen zurück. Corona, Bierdiebstähle und der durch Hochwasser unbrauchbare Lindenhof hätten die Gesellschaft gefordert. Entscheidend sei jedoch gewesen, dass man sich immer aufeinander verlassen habe. Das gelte bis heute, sagte er, und betonte den Stolz auf den Zusammenhalt innerhalb des Vereins. Besonders hob Klatt die Tanzgruppen hervor. „Unsere Tanzgruppen machen mich stolz, aus unseren kleinen Husaren, die dieses Jahr ihr 55-jähriges Bestehen feiern, haben sich zwei weitere Tanzgruppen herausgebildet, die durch ihre Kreativität und Vielseitigkeit hervorstechen.“

Unsere Tanzgruppen machen mich stolz, aus unseren kleinen Husaren, die dieses Jahr ihr 55-jähriges Bestehen feiern, haben sich zwei weitere Tanzgruppen herausgebildet
Thorsten Klatt, 1. Vorsitzender der KG Fidelio Manfort

Viele Tänzerinnen und Tänzer hätten bereits als Kinder angefangen und trügen heute Verantwortung in verschiedenen Positionen. Passend dazu eröffneten die Husaren den Abend auf der Bühne. Das Kindertanzcorps zeigte eindrucksvoll, wie sich Tradition weiterentwickelt hatte. Begonnen hatte alles 1971 mit der Idee von Hans Hasbach, ein Kinder-Tanzcorps zu gründen. Aus den damaligen Vier- bis Neunjährigen war im Laufe der Jahre ein leistungsstarkes Husaren-Tanzcorps entstanden.

Tänzerinnen kommen in einen geschmückten Saal.

Der Einlauf der Tanzgruppe „Jeck Op Danze“ bei der Jubiläumssitzung in Manfort

Aus ehemaligen Tänzerinnen entwickelten sich später weitere Gruppen: die Showtanzgruppe „Just4fun!“ und die Gardetanzgruppe „Jeck op Danze“. Sie alle prägen bis heute das Bild der KG Fidelio Manfort – nicht nur in der Session, sondern über das ganze Jahr hinweg.

Veranstaltungsverbote und Kontaktbeschränkungen hatten den Karneval in der Corona-Pandemie nahezu unmöglich gemacht. Um den Mitgliedern dennoch Nähe zu vermitteln, verteilte die Gesellschaft zum Sessionsstart 2020 „Karnevals-Überlebens-Pakete“ in ganz Leverkusen. Später folgten virtuelle Karnevalszüge und ein Online-Adventskalender. Im Januar 2022 richtete die Fidelio sogar einen eigenen „Drive-in“ aus, um zumindest symbolisch gemeinsam anzustoßen. Diese Aktionen hätten gezeigt, dass Karneval nicht nur vom Saal lebe, sondern von den Menschen dahinter.

Klatt bedankte sich ausdrücklich bei der KG Grün-Weiß Schlebusch, die der Fidelio in der schwierigen Zeit Räume zur Verfügung gestellt habe. „An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei ‚Grün-Weiß Schlebusch‘ bedanken, die uns die Möglichkeit gaben, unsere Veranstaltungen im Feierraum dort auszurichten, getreu dem Motto Leever fiere nit lamen-tiere.“ Gefeiert wurde am Samstag lange, geschunkelt noch länger – in einem Saal, der für die KG Fidelio Manfort mehr ist als nur ein Veranstaltungsort.