Leverkusen – Bernd-Ekkehart Scholten, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises in Leverkusen, ist die Zufriedenheit anzuhören, wenn er über die Tagung der Kreissynode spricht. Mehr noch: Er klingt begeistert von diesem jüngsten Treffen von für die evangelischen Gemeinden der Region verantwortlichen Menschen in Monheim am Rhein. Schließlich fand es erstmals seit Ausbruch der Pandemie wieder analog, vor Ort, und nicht nur digital, im Internet, statt. Und es brachte vor allem „viele gute Ergebnisse, Erlebnisse und Eindrücke“.
Physisches Aufeinandertreffen
Eines davon war natürlich das unmittelbare Aufeinandertreffen der Menschen. „Es ist einfach etwas anderes, ob man sich bei einer Online-Konferenz am Bildschirm unterhält – oder mit den anderen auch mal zwischendurch, beim Kaffee, in den Pausen, spricht.“ Physisch eben. Aber Scholten nennt noch zwei weiter Punkte, die ihn begeistert und optimistisch für die Zukunft gestimmt haben und die im Rahmen der Kreissynode diskutiert und offenbar wurden.
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Erstens seien da die Berichte aus den Gemeinden zu nennen. Viele davon drehten sich um das, was Corona und nicht zuletzt – vor allem in Opladen und Leichlingen – die Flut im Juli 2021 angerichtet haben: Gemeindehäuser seien nicht nutzbar. Kirchen nach wie vor beschädigt. Die Pandemie hat zudem viele Menschen vorsichtig gemacht, das Leben läuft erst langsam wieder an.
„Aber dadurch wird Gemeindeleben auch neu gedacht.“ Gruppen und Kreise treffen sich wieder. Gemeindefeste werden noch intensiv organisiert. Kurzum: „Vielen ist bewusst und kostbar geworden, was vorher selbstverständlich war“, sagt Scholten.
Klimaneutralität bis 2035
Punkt zwei sei die – auch von der Landessynode getragene – Entscheidung, in den Gemeinden bis 2035 klimaneutral aufgestellt zu sein. Dazu soll in Zukunft sogar im Kreis ein Klima-Manager oder eine Klima-Managerin eingestellt werden. „Um diesen Prozess zu begleiten“, den Scholten als „dickes Brett“ sieht, das es zu bohren gelte. Denn der Plan sei ambitioniert. „Gleichwohl ist er unumgänglich.“ Auch die Gemeinden müssten sich der Umweltproblematik stellen.
Hinzu kommen Vorhaben wie die Entsiegelung von Flächen auf den Geländen der Gemeinden. Die Einrichtung einer „Winterkirche“, bei der Gottesdienste in der kalten Jahreszeit in Gemeindehäusern und eben nicht extra zu beheizenden Kirchen abgehalten würden. Oder die Anpassung der Gottesdienstzeiten an die Taktung des ÖPNV.
Letztendlich habe die Kreissynode gezeigt, dass man aus Krisen und Katastrophen auch Gutes in Form von Motivation und neuen Ideen, von Zusammenhalt und verstärkter Gemeinschaft ziehen könne.



