Seit über 10 Jahren können Interessierte mit ehrenamtlicher Hilfe ihren kaputten Kaffeemaschinen & Co eine zweite Chance geben.
Reparieren statt wegwerfen„Ausbesserungswert“ im Opladener Probierwerk immer beliebter

Helmut Leisner hilft bei der Reparatur eines Rasenmähers
Copyright: Anne Philipp
Zum nun mittlerweile 106. Mal gaben Interessierte am vergangenen Samstag in der Reparaturwerkstatt kaputten Elektrogeräten, Spielsachen, Textilien und vielen weiteren Gegenständen mit ehrenamtlicher Unterstützung eine zweite Chance. Die Nachfrage im Probierwerk in Opladen war dabei sehr hoch.
Seit mehr als 10 Jahren helfen die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler des „Ausbesserungswert Leverkusen“ schon den Bürgerinnen und Bürgern mit ihren kaputten Gegenständen. Dabei blicken sie auf sehenswerte Zahlen zurück: rund 4400 Besucherinnen und Besucher mit rund 2700 Reparaturen, so erzählt Frank Obermaier, der ebenfalls bei der Aktion aushilft. Ein Mal im Monat macht die Reparaturwerkstatt in den verschiedenen Leverkusener Stadtteilen halt – in den ungraden Monaten ist der Stopp immer im Probierwerk in Opladen.
„Das meiste, was kommt, ist Elektro“, berichtet Obermaier. An diesem Samstag unter anderem Kaffeemaschinen, CD-Player oder auch ein Babyphone. Weiter erklärt er: „Es geht darum, dass wir das mit den Kundinnen und Kunden gemeinsam reparieren“, ganz nach dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe. Denn dann können die Besucherinnen und Besucher beim nächsten Mal vielleicht auch alleine zu Hause die nötige Reparatur erledigen. Ganz häufig seien nur ganz kleine Auslöser die Probleme. Und nach einer erfolgreichen Reparatur begutachten die Kundinnen und Kunden dann noch bei einem Kaffee oder Snack ihre reparierten Gegenstände, es sei ja schließlich auch ein „Repair Cafe“, so Obermaier.
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Es geht darum, dass wir das mit den Kundinnen und Kunden gemeinsam reparieren
„Die meisten Kundinnen und Kunden sind älter, die haben dann auch eine Beziehung zu ihrem CD-Player oder der Uhr“, so Obermaier. Die Leute dann mit einem breiten Lachen das Probierwerk verlassen zu sehen, das ist auch für den Ehrenamtler Ingo Leifheit etwas ganz besonderes. Der Älteste der Ehrenamtlerinnen und der Ehrenamtler feiert in der nächsten Woche seinen 90. Geburtstag, die jüngste Ehrenamtlerin ist Ende Zwanzig. An diesem Samstag auch mit dabei: ein ehrenamtlicher Helfer einer Reparaturwerkstatt in Köln-Ehrenfeld. Denn der Austausch mit anderen Werkstätten, der sei für alle ein Gewinn, so Obermaier, „Wenn die mal loslegen, ich verstehe dann nichts mehr“, fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.
Und auch wenn hin und wieder auch Kinder in die Werkstatt kommen - „Was wir noch nicht so geschafft haben, ist die Jugend zu begeistern“, bedauert Frank Obermaier. Es gebe zwar Ansätze, um auch die Jugendlichen für die Aktion zu begeistern, bisher aber noch ohne großen Erfolg.
Was wir noch nicht so geschafft haben, ist die Jugend zu begeistern
Auch Frau Hatscher ist an diesem Samstag nach Opladen gekommen – ihr Rasenmäher hat den Geist aufgegeben. Mit einem Ersatzteil, das sie selbst nicht eingebaut bekommen hat, versucht Ehrenamtler Helmut Leisner nun das Gerät wieder in Gang zu bekommen. Auf die Reparaturwerkstatt war sie durch die Empfehlung eines Freundes aufmerksam geworden. Dass man Sachen nicht gleich wegwirft, „das kenne ich so von früher“, so Hatscher. „Wir wollen ja nicht alle fünf Jahre einen neuen Rasenmäher kaufen“, fügt sie hinzu.
Je nach Jahreszeit und Monat bringen die Leute typische Gegenstände ins Repair Café, so Obermaier. Am vergangenen Samstag, seien ganz viele Kundinnen und Kunden mit Weihnachtsdeko gekommen, die in der Adventszeit kaputt gegangen ist. Ab März erwartet er die ersten Fahrräder mit Reparaturbedarf, die seien dieses Mal noch nicht so vertreten gewesen.
Ende des Monats macht die Reparaturwerkstatt am Samstag, 28. Februar, 11 bis 15 Uhr, Halt in Rheindorf. Im Rheindorfer Laden, Königsberger Platz 13, werden dann kaputte Geräte wieder funktionstüchtig gemacht.
