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Ab 1. MärzE-Auto-Fahrer verlieren Rabatt bei der Energieversorgung Leverkusen

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Die EVL-Ladesäule in der Tiefgarage Citycenter

Auch den Betrieb der Ladesäule in der Tiefgarage an der Friedrich Ebert Straße gibt die EVL an einen Dienstleister ab. Damit entfällt der Kundenrabatt.

Das „TankE“-Netzwerk löst sich auf. Damit wird es für EVL-Kunden zehn Cent teurer.

Wolfgang Pussak ist nicht erfreut. Er ist Kunde der EVL, und er hat sein Auto öfter an einer der E-Ladesäulen der Energieversorgung betankt. Dafür hatte er einen Vertrag mit der Firma geschlossen. Der wird zum 28. Februar gekündigt. Der Versorger zieht sich aus dem Betrieb der Ladesäulen zurück.

Für Pussak ist das ein Nachteil: Weil er auch daheim Kunde der EVL ist, profitierte er von einem Preisnachlass. Der war durchaus spürbar: zehn Cent pro Kilowattstunde. Zuletzt bezahlte Pussak also nicht 49, sondern nur 39 Cent. Das leppert sich.

Am Donnerstag bestätigte eine Nachfrage bei der EVL Pussaks Befürchtung. Ab März wird es den Rabatt für EVL-Kunden nicht mehr geben. Da der Leverkusener Versorger den Strom aus den Ladesäulen nicht mehr abrechnet, kann er auch den Preisnachlass nicht mehr gewähren.

Eine eigene App kam nicht in Frage

Das Ungemach hatte Pussak schon kommen sehen. Seit Ende Oktober war klar, dass das „TankE“-Netzwerk immer weiter zerbröselt. Es war 2017 gegründet worden; die meist weißen Säulen mit dem „TankE“-Logo verbreiteten sich in den Städten.

Seitdem hat sich beim Stromtanken einiges verändert. „Das Netz an Ladestationen ist deutlich dichter geworden und überregionale Anbieter mit umfassenden Roaming-Angeboten, die Zugang zu Ladestationen vieler Betreiber bieten, haben an Bedeutung gewonnen“, heißt es im Kündigungsschreiben der EVL, das am Mittwoch versendet wurde. Die zugehörige „TankE“-App für das Smartphone wurde schon mit dem Jahreswechsel offiziell eingestellt. Neu installieren kann man sie seitdem nicht mehr. Eine eigene App bauen zu lassen, das sei für die EVL nicht in Frage gekommen, so der Versorger.

Ab 1. März werde die App dann nicht mehr funktionieren. Stattdessen können die wenigen EVL-Säulen angezapft werden, indem man ad hoc lädt: Dazu muss ein QR-Code gescannt werden, der am Ladepunkt angebracht ist. Er führt zum neuen Betreiber Backend Success, über den der Ladevorgang auch bezahlt wird. Eine andere Möglichkeit sind Ladekarten und Apps von Drittanbietern. Allerdings lässt sich dann der Strompreis nicht so einfach ermitteln.

Wer direkt über Backend Success lädt, zahlt nach Auskunft von EVL-Sprecher Stefan Kreidewolf 49 Cent pro Kilowattstunde. Eine Preisauskunft werde es rechtzeitig auf der Internetseite der EVL geben. Alle drei Monate soll der Preis geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die 49 Cent gelten allerdings auch für EVL-Kunden. Also auch für Wolfgang Pussak.