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Leverkusener DirigentenduellBei Ravels „Bolero“ gewinnen alle

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Publikum und Musizierende im Erholungshaus Leverkusen.

Die Bühne des Erholungshauses war gut gefüllt beim Dirigentenduell  – mit Profis und Nachwuchsmusikfans. 

Im Erholungshaus traten Bar Avni, Werner Erhardt und Bayer-Kultur-Chef Thomas Helfrich vor 500 Kindern zum Dirigentenduell an.

Laut und wuselig war es zu Beginn, als sich die gut 500 Schülerinnen und Schüler ihre Plätze im Saal des Erholungshauses aussuchten, um diesem Dirigentenduell beizuwohnen. Ein paar kamen sogar zu spät, weil sie sich auf dem Klassenfußmarsch von ihrer Schule hin zum Heim der Bayer-Kultur an der Nobelstraße verlaufen hatten.

Und laut und wuselig war es am Ende, als nach gut einer Stunde des Duellierens der Rhythmus des weltbekannten „Bolero“ von Ravel von allen gemeinsam auf den Oberschenkeln geklatscht, auf der Trommel getrommelt oder auf Streichinstrumenten mit Melodien begleitet wurde. Erst leise. Dann mit voller Kraft direkt rein ins abschließende Crescendo. Gewonnen hatten jetzt alle.

Haydn, Rumfuchteln und Foppen

Aber das war ja ohnehin der mehr oder weniger heimliche Sinn dieser besonderen Veranstaltung im Erholungshaus. Natürlich: Zunächst einmal standen da Werner Erhardt, Dirigent des Leverkusener Orchesters L'Arte Del Mondo, Bayer-Kultur-Chef Thomas Helfrich und Bar Avni, Dirigentin der Bayer-Philharmoniker, auf der Bühne und leiteten die vor ihnen sitzenden Musikerinnen und Musiker beim Spielen eines Stückes von Haydn an.

Danach verglichen sie den jeweiligen Applaus, den es von den Kindern im Saal nach jedem Durchgang gab. Und sie foppten sich gegenseitig, solange um die Gunst des Pubikums buhlend, bis am Ende Bar Avni eindeutig gewann, mit ihrer hingebungsvollen Darbietung, der Werner Erhardt trotz eines Schüler-Lobes wie „Das war richtig emotional“ und der charmanten Bewertung „Es war toll, wie er da mit den Armen so rumgefuchtelt hat“ nichts entgegenzusetzen hatte. 

Aber eigentlich ging es ja um die Liebe zur Musik. Darum, wie Musik aufgebaut ist und wie man sie nochmal ganz anders und besonders konzentriert und auf kleine, wichtige Dinge achtend hören und erleben kann. Und der beste wie schönste Beweis dafür, dass dieser Plan der dort vorne stehenden Profis aufging, war eben das gemeinsame „Bolero“-Spielen. Und der Umstand, dass plötzlich ein gutes Dutzend Mädchen und Jungen dort oben auf der Bühne standen, von der famosen Bar Avni einen Crash-Kurs im Dirigieren bekamen – und somit selbst das Orchester vor sich anleiteten.

Ob sie denn Lust hätten, im nächsten Jahr, beim nächsten Dirigentenduell,  nochmal wiederzukommen, fragte Thomas Helfrich am Ende, als das Erholungshaus der vorherigen Ankündigung Werner Erhardts zum Trotz glücklicherweise doch nicht abgerissen worden war durch eine allzu ausufernde Musik-Euphorie. Die Antwort kam fünfhundertfach zurück mit Applaus: Ja. Keine Frage.