Abo

Neuausrichtung in LeverkusenKommissarischer Chef soll IVL dauerhaft leiten

3 min
Ein Aufsteller mit dem IVL-Logo

Ein Aufsteller mit dem IVL-Logo in dem Bürogebäude an der Marie-Curie-Straße

Der kommissarische Geschäftsführer Holger Breuer soll für die kommenden fünf Jahre die IVL weiterentwickeln, sofern der Rat zustimmt.

Holger Breuer soll IVL-Geschäftsführer für die kommenden fünf Jahre werden, vorbehaltlich eines Beschlusses des Stadtrates, der hierzu das letzte Wort hat. Das teilte die Stadt jetzt mit. Seit der bisherige Chef der Informationsverarbeitung Leverkusen (IVL), Ulf Dunker, im April 2025 von den Gesellschaftern freigestellt worden war, hatte die städtische Tochtergesellschaft in Breuer nur einen kommissarischen Leiter. Das hatten die Gesellschafter – die Stadt Leverkusen und die Energieversorgung Leverkusen (EVL) – mit Bedacht so eingerichtet, weil die IVL ja mit der viel größeren Regio IT aus Aachen fusionieren sollte.

Der Manager war bislang von der EVL entsandt, dort von seinen Aufgaben freigestellt und hatte bislang einen IVL-Vertrag bis Ende 2026. Doch vor wenigen Wochen platzte der Fusionsplan mit der Regio IT, weil sich die dortige Gesellschaftermehrheit eines Anderen besonnen hatte und urplötzlich befand, dass ein Zusammengehen mit den Leverkusenern strategisch keinen Sinn mehr ergebe.

Damit standen die Gesellschafter nun vor der Aufgabe, die IVL-Leitung mit einem vertraglich etwas längeren Atem auszustatten, um die strategische Weiterentwicklung des kommunalen IT-Dienstleisters abzusichern. „Mit Holger Breuer sichern wir die notwendige Kontinuität in einer Phase strategischer Weiterentwicklung und gewährleisten eine verlässliche Führung der ivl“, wird Oberbürgermeister Stefan Hebbel in der Mitteilung zitiert. 

Im Sachstandsbericht der Verwaltung über die IVL heißt es zur strategischen Zielsetzung, die Stadt(-verwaltung) und die EVL sollten digital handlungsfähig bleiben und zwar über „leistungsfähige, zuverlässige und zukunftsfähige IT-Infrastrukturen und -services“. Genau für diese Aufgabe sollte die IVL eigentlich mit der Regio IT fusionieren. Nun soll der IT-Dienstleister als leistungsfähiger Digitalisierungspartner gestärkt werden, wie es dort weiter heißt. Ob damit auch ein weiterer personeller Aufwuchs der bislang etwa 90 Köpfe starken IVL-Mannschaft gemeint ist, steht nicht in dem Bericht.

In jedem Fall soll das städtische Tochterunternehmen für einzelne seiner Aufgaben unterhalb der Ebene einer Fusion weiter „Kooperationsoptionen im kommunalen IT-Markt“ suchen und finden. Als Zeitrahmen steht das Jahr 2030 in den Informationen für die Ratsfrauen und -herren. Denn derzeit soll für dieses Jahr ein „Zielbild“ der IVL entwickelt werden. In den kommenden vier bis sechs Monaten nimmt die IVL 110.000 Euro aus ihrem eigenen Etat in die Hand, um die strategische Weiterentwicklung auf die Schiene zu setzen. „Personelle Maßnahmen“, heißt es ausdrücklich weiter, seien damit nicht verbunden.

Bei  alldem verlieren die Gesellschafter nicht aus den Augen, dass die IVL auch Geld verdienen soll – in den Worten der Stadtverwaltung heißt das „Ausschüttungsfähigkeit“. 2024 erwirtschaftete die IVL einen Überschuss von 1,7 Millionen Euro nach Steuern. Den Löwentanteil davon – 90 Prozent –  erhielt die EVL, weil sie neun Zehntel der Gesellschafteranteile hält.