Um eine behindertengerechte Rampe bauen zu können, müsste die ganze Unterführung erneuert werden.
Bahnhof Leverkusen-ManfortDie Bahn hat vor der Sanierung nicht genau nachgesehen

Eine Runde mit Politik, Stadtverwaltung, Bahn und Behindertenbeirat trafen sich am Bahnhof Manfort, um darüber zu reden, dass der Bahnhof auch künftig nur teilweise barrierefrei ist.
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Woran liegt es, dass im Manforter Bahnhof während der bald zu Ende gehenden Sperrpause zum Mittelbahnsteig kein barrierefreier Zugang gebaut wurde, obwohl die Bahn das angekündigt hatte? Um das herauszubekommen, haben sich am Dienstag Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Bahn, Lokalpolitiker und Betroffene mit Gehbehinderung an der Bahnhofsbaustelle getroffen.
Wie es aussieht, haben die sich die Bauleute von der Bahn den Zustand der Bausubstanz der alten Fußgängerunterführung bei der Vorplanung nicht genau genug angesehen. Bei Marvin Thöne, der für die Modernisierung der Bahnhöfe verantwortlich ist, klingt das so: Erst als man Schotter und Gleisbett im Bahnhof herausgenommen habe, habe man entdeckt, dass die Bausubstanz der Unterführung es nicht zulasse, einen Durchbruch durch die Stützwand der Unterführung als Zugang für eine Rampe herauszuschneiden.
Geplant sei vor Beginn der Sperrpause gewesen, von der Unterführung, gegenüber der bestehenden Treppe eine rollstuhl-, kinderwagen- und rollatorgerechte Rampe hinauf zum Mittelbahnsteig zu den Gleisen 2 und 3 zu bauen. Die Ingenieure hätten dem aber nicht zugestimmt, weil die Unterführung dann statisch nicht mehr in Ordnung gewesen wäre, sagt Thöne.
Unterführung müsste neu gebaut werden
Um den Bau der Rampe noch verwirklichen zu können, werde man eine komplett neue Unterführung bauen müssen, so Thöne. Das in der aktuellen fünfmonatigen Sperrpause im Nachhinein noch zu planen und beim Eisenbahnbundesamt zugelassen zu bekommen, sei in der Kürze der Zeit ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, so Thöne.
Beim Umbau des Bahnhofs hat die Bahn die Bahnsteige angehoben, so dass man demnächst auch als Rollstuhlfahrer und mit Kinderwagen in die Züge ein- und aussteigen kann – aber nur Gleis 1 hat auch eine barrierefreie Verbindung zur Straße.
Das heißt, für Reisende, die etwa aus Köln kommen oder die in einen Zug in Richtung Düsseldorf einsteigen wollen, ist die Barrierefreiheit jetzt gegeben, bemerkte der Bahnhofsmanager Kai Rossmann, der sich in der Runde zerknirscht gab. Reisenden mit Gehbehinderungen oder Kinderwagen biete die Bahn den Service an, dass sie unter der Nummer 030-65212888 ein für ihren Transport geeignetes Taxi buchen können, das sie nach Opladen zum Bahnhof bringt, denn der ist barrierefrei. Die Bestellung sollte am besten mehrere Stunden vor Fahrtantritt angemeldet werden. Schilder mit der Rufnummer sollen in Manfort aufgehängt werden.

So sieht es am Bahnhof jetzt aus.
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Von der Verwaltung war unter anderem der Sozialdezernent Alexander Lünenbach zur Bahnhofsrunde gekommen. Eine interessante Frage war, wie lange die Bahn jetzt brauchen werde, bis es mal wieder eine Sperrpause für den Zugverkehr gebe, die lang genug sein wird, um die Unterführung zu erneuern, damit die Rampe doch noch gebaut werden kann. Das sei der sprichwörtliche Blick in die Glaskugel, sagte Rossmann. Er selbst gehe in sechs Jahren in Rente und gab sich in der Runde optimistisch. er hoffe, dass man das in fünf Jahren hinbekommen könne. Andere redeten von zehn Jahren. Das veranlasste den Rollstuhlfahrer Axel Böttcher vom Arbeitskreis Mobilität zu der Randbemerkung, dass er nicht glaube, dass er das noch erleben werde.
Am 10. Juli sollen nach der fünfmonatigen Sperrpause der vor über 150 Jahren eröffneten Bahnstrecke wieder Züge verkehren. Alle Restarbeiten am Manforter Bahnhof dürften dann noch nicht abgeschlossen sein, das kann man jetzt schon ahnen. Und: Die ersten Graffiti sind von der neuen Lärmschutzwand schon entfernt worden.
