Die beiden japanischen Künstlerinnen Yumi Watanabe und Masami Takeuchi widmen sich den Themen Erinnerung, Verletzlichkeit und Flüchtigkeit.
Kunstverein Leverkusen„Echoes Fleeting“: Neue Ausstellung erinnert an verschiedene Katastrophen

Yumi Watanabe und Masami Takeuchi präsentieren ihre Werke in der neuen Ausstellung „Echoes Fleeting“ beim Kunstverein Leverkusen.
Copyright: Anne Philipp
„Echoes Fleeting“ – so der Name der neuen Ausstellung des Kunstvereins Leverkusen, zu Deutsch etwa „vergängliche Echos“. Die beiden japanischen Künstlerinnen Yumi Watanabe und Masami Takeuchi präsentieren hier ihre Werke – der internationale Austausch ist ein Geschenk für den Verein.
Die Ausstellung widmet sich primär den Themen Erinnerung, Verletzlichkeit und Flüchtigkeit. Für Künstlerin Yumi Watanabe spielen außerdem die Themen Leben, Tod und die Natur eine große Rolle, während Masami Takeuchi sich mit ihrer Kunst den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, sowie der Corona-Pandemie widmet. Der Titel der Ausstellung, „Echoes Fleeting“, ist symbolisch. Ein Echo ist einmal zu hören und danach nicht länger fassbar – es bleibt eine Erinnerung, die noch länger nachklingt.
Ausstellung mit Erinnerungen an verschiedene Katastrophen
Bei Betreten der Ausstellung fällt der Blick als Erstes auf ein großes Werk auf dem Boden des Raumes. Für Ihre Bodeninstallation verarbeitete Takeuchi Pressefotografien zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und Fukushima. Die mit den Fotos bedruckten Fliesen sind unter anderem durch Brennprozesse geprägt. In der Mitte des Werkes verlaufen außerdem Schienen. Ihre Arbeiten fertigte die Künstlerin in der Zeche Zollverein in Essen, wo ihr die Schienen, auf denen früher die Kohle abtransportiert wurde, bewusst wurden. Ein weiterer Aspekt der Bodeninstallation ist die himmlische Leiter, die sich in Richtung des Fensters im Raum erstreckt. Alles zusammen ergibt ein großes Gesamtbild, das die Erinnerung und Verletzlichkeit auch im Kontakt mit der Natur hervorhebt.
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Für eines ihrer ausgestellten Werke, Seeds of Infinity, sammelte Yumi Watanabe Samen auf der gesamten Welt. Mithilfe einer klassischen fotografischen Technik, die ausschließlich auf natürlichem Licht basiert, wurden diese Samen dann als blaue Schatten auf Papier gedruckt. Die Silhouetten der Samen entstanden dabei durch blockiertes Licht. Mit einer Videoinstallation gibt die Künstlerin den Besucherinnen und Besuchern außerdem einen Einblick, wie die Samen gesammelt wurden und woher sie stammen. Für sie ist wichtig, dass die Samen, die für ihr Land einzigartig sind, die natürlichen und ökologischen Merkmale dieser Länder hervorheben.
Auch der Raum spiele im Hinblick auf die Präsentation der Werke eine entscheidende Rolle: So bezog Masami Takeuchi in ihre Bodeninstallation auch noch das Fenster des Raumes mit ein und ein Ausstellungsstück von Yumi Watanabe wurde, anstatt wie eigentlich geplant hochkant, quer aufgehängt, da so für den Betrachter ein höherer Interpretationsspielraum geboten ist. Über das Endergebnis scheinen die beiden Künstlerinnen sehr zufrieden zu sein, und auch das erste Lob habe es schon vor der Eröffnung der Ausstellung gegeben.
Die beiden Künstlerinnen arbeiten nicht gemeinsam an den Werken, und trotzdem funktioniere die Ausstellung. Darüber freut sich Susanne Wedewer-Pampus vom Kunstverein. Die Zusammenarbeit mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern biete auch für sie neue Perspektiven und die Chance, „über den eigenen Tellerrand zu gucken“ – der internationale Kontakt sei für sie ein Geschenk.
Interessierte Besucherinnen und Besucher können sich vom Donnerstag, 26. Februar, bis zum Sonntag, 29. März, beim Kunstverein Leverkusen, Gustav-Heinemann-Straße 80, ein eigenes Bild von der Ausstellung machen.

