Abo

FeuerwehreinsätzeNicht überall in Leverkusen kommt genug Löschwasser aus der Leitung

3 min
Bei dem Großbrand in Atzlenbach wurde im vergangenen Dezember ein Wohnhaus stark beschädigt.

Bei dem Großbrand in Atzlenbach wurde im vergangenen Dezember ein Wohnhaus stark beschädigt. Die Grundversorgung mit Löschwasser soll in dem Dorf aber ausreichend sein.

Es gibt offene Fragen, aber die Feuerwehr behilft sich etwa mit Tankwagen - Bäche und Seen werden auch genutzt.

In Leverkusen gibt es Straßen, an denen kann es im Brandfall zu einer Unterversorgung mit Löschwasser kommen. Das ist einer Antwort der Stadtverwaltung an die Ratsgremien zu entnehmen. Der Verein Opladen Plus hatte der Stadt den Fragenkatalog zu einem Brand in Atzlenbach am Abend des 9. Dezember 2025 gestellt. Bei diesem Brand hatte die Feuerwehr Leverkusen offenbar Schwierigkeiten, genügend Löschwasser zu zapfen. Die Feuerwehr musste improvisieren: Sie staute den Ölbach im Tal auf und pumpte das Bachwasser zur Einsatzstelle.

Ein bisschen unklar bleibt die Feuerwehr in der Antwort auf die Opladen-Plus-Nachfrage, wenn sie schreibt, für den Grundschutz in Atzlenbach und Grunder Wiesen sei mit einer Hydrantenkapazität von 800 Litern (ungefähr vier Badewannen) pro Minute genug Wasser verfügbar. Allerdings habe man feststellen müssen, dass der Wasserdruck gering gewesen sei. Das will man jetzt mit dem Wasserversorgungsverband besprechen.

Wo es nicht genug Wasser gibt, werden Versorgungsleitungen gelegt.

Wo es nicht genug Wasser gibt, werden Versorgungsleitungen gelegt.

Die Löschwassermenge, die in Atzlenbach theoretisch zur Verfügung stehe, reiche aus, um einen „üblichen Wohnungsbrand“ zu löschen. Der Brand am 9. Dezember 2025 habe sich aber so schnell ausgebreitet, dass mehr Wasser gebraucht worden sei. Zum Einsatz an dem brennenden Fachwerkhaus kamen mehrere Strahlrohre und eine fest an der Drehleiter installierte Feuerspritze, die viel Wasser abgibt. Den Bach aufzustauen, soll ein Vorschlag von Friedhelm Kamphausen gewesen sein; der ist der Bauer vom Grunder Hof, kennt das Bachufer genau und ist selbst Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr. Er stellte zusätzlich das Wasser seiner zwei Zisternen zum Löschen zur Verfügung. Dennoch brannte es schwer unterm Dach des Hauses. Das Fachwerkhaus ist heute unbewohnbar, soll aber zum Teil zu retten sein, der untere Teil könnte erhalten werden.

Dass die Feuerwehr zeitweise den Ölbach angezapft habe, habe nicht an einer grundsätzlichen Unterversorgung im Netz gelegen, sondern daran, dass sich das Feuer von einem in Brand geratenen Akku in der Garage aus schnell auf das Haus übergegriffen habe.

In Grund und Atzlenbach scheint die Leitungskapazität ausreichend zu sein, wo genau in der Stadt die Kapazität der Leitungen zu gering ist, wird in der Mitteilung an die Ratsgremien nicht geschrieben, obwohl Opladen Plus ausdrücklich danach fragt. 

Löschwassermangelgebiete bleiben ungenannt

Lediglich heißt es: „Die Löschwassermangelgebiete sind durch die Feuerwehr strukturiert erfasst worden und sind jeweils in einem Datenblatt beschrieben. Dabei wird jeweils auch auf Kompensationsmaßnahmen (zum Beispiel alternative Entnahmestellen) eingegangen.“

Klar dürfte aber sein: In kleineren Dörfern kann die Wasserleitung nicht ausreichend sein, um größere Brände zu löschen. Für die Löschwasserversorgung ist die Gemeinde zuständig. Wo nur dünne Rohre liegen, behilft sich die Feuerwehr etwa mit Tankwagen. 2023 seien zwei große Tankwagen mit 9000 Litern angeschafft worden, schreibt die Stadt. Oder man legt Versorgungsleitungen über weitere Strecken; dafür wird bei großen Bränden auch die örtliche Freiwillige Feuerwehr angefordert. Dieser Job gehört schon zum Ausbildungsprogramm der Jugendfeuerwehren; es gibt in der Disziplin Schläucheverlegen eigene Wettbewerbe, in denen sich die Jugendgruppen bei ihren Treffen messen.

Grund und Atzlenbach würden über eine zehn Zentimeter dicke Trinkwasserleitung versorgt, sagt Friedhelm Kamphausen, der sich in der Wasserversorgungsgesellschaft Bergisch Neukirchen engagiert. Die Genossenschaft betreibt das Leitungsnetz, fördert aber kein eigenes Wasser mehr, sondern übernimmt es aus dem städtischen Netz der EVL.