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Nach Angriff auf Polizisten
Razzien bei Clan-Großfamilie in Leverkusen

2 min
Razzien gegen Großfamilie nach Angriff auf Polizisten

Die Polizei ist seit dem frühen Morgen in Leverkusen im Einsatz.

Nach einem brutalen Angriff auf Polizisten in Opladen durchsucht die Polizei nun gezielt Gebäude der Hauptverdächtigen.

Nachdem bei einer Massenprügelei am 6. April 2026 in der Shisha-Bar „Views“ in Opladen mehrere Polizeikräfte teilweise schwer verletzt worden waren, haben am Freitagmorgen, 5. Juni, Kräfte der Kripo und der Bereitschaftspolizei mehrere Gebäude durchsucht. Angeordnet hatte die Razzia laut Polizei die Staatsanwaltschaft. Es läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch sowie des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, so die Polizei.

Rund 50 Leute der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie hatten im April die Haftentlassung von Michael Goman gefeiert. Dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Rund 50 Leute der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie hatten im April die Haftentlassung von Michael Goman gefeiert. Dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Rückblick: Anlässlich der Haftentlassung von Clan-Größe Michael Goman hatte die stadtbekannte Leverkusener Großfamilie dort gefeiert – mit ungefähr 50 Leuten, inklusive Frauen und Kindern. Laut Polizeibericht vom 6. April hätten sich mehrere Menschen bei der Polizei wegen des Lärms an der Uhlandstraße beschwert. Als die Polizei gegen 23 Uhr die Feier beenden wollte, seien sie angegriffen worden. „Auch in der Bar gingen Gäste aufeinander los“, hieß es von der Polizei.

Die Einsatzkräfte forderten Verstärkung an und beendeten mit 150 Polizistinnen und Polizisten die Party schließlich. Wenige Tage später meldete dann die Polizei, dass man „gegen 22 Angehörige einer Großfamilie“ ermittele. Die Angreifer hatten einen Polizisten und eine Polizistin schwer verletzt. Sie hatten einer 29-jährigen Kommissarin eine Flasche ins Gesicht geworfen. Sie verlor mehrere Zähne und erlitt Verletzungen am Kiefer. Ihr Kollege brach sich den Unterarm. Die beiden seien „auf längere Zeit nicht dienstfähig“, so die Polizei am 10. April. Eine weitere Beamtin habe Schnittverletzungen und eine Stauchung an der Hand erlitten, konnte aber weiter ihren Dienst tun.

Die Bar wurde nach dem Vorfall versiegelt.

Die Bar wurde nach dem Vorfall versiegelt.

Inzwischen konzentrieren sich die Ermittlungen laut Polizei auf drei Männer – 25, 26 und 35 Jahre alt. In Opladen und Küppersteg durchsuchte die Polizei am Freitag drei Wohnungen und stellte dabei mehrere Mobiltelefone sicher. Außerdem fanden die Einsatzkräfte mehrere verbotene Waffen, darunter ein Klapp- und ein Wurfmesser.

Die Shisha-Bar wurde unmittelbar nach dem Vorfall versiegelt. Wie Fabian Stiens, Betreiber des Scala-Clubs nur ein paar Schritte weiter, dem „Leverkusener Anzeiger“ mitgeteilt hatte, gab es immer wieder Probleme mit den Betreibern des „Views“. Zum Beispiel wegen der Lautstärke.

Zuletzt hatte ein Urteil des Kölner Landgerichts für Aufsehen gesorgt, das in Zusammenhang mit den Feierlichkeiten in der Shisha-Bar steht: Michael Goman muss vier Immobilien und zwei Autos abgeben, weil sie nach Ansicht des Gerichts mit gewaschenem Geld über Strohmänner bezahlt worden waren. Das Urteil fiel in einem Revisionsprozess, Michael Goman war im ursprünglichen Prozess zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Die Entlassung feierte man im April in Opladen.