Im aktuellen Weißbuch warnt der Sportpark vor weiteren Einschnitten, einige Sanierungen sind bereits geplant.
BerichtSportpark Leverkusen sieht Grundversorgung an Sportstätten in Gefahr

Der Sportplatz Birkenberg in Opladen soll mit Hilfe eines Bundesprogramms saniert werden.
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Schimmelbefall in Umkleidekabinen in Quettingen und Steinbüchel; diverse Mängel in der Ostermann-Arena und Spielfelder in Opladen und Rheindorf, die praktisch nicht mehr bespielbar sind. Die Leverkusener Sportanlagen haben viele Baustellen – allesamt aufgelistet im neuen Weißbuch des Sportpark Leverkusen (SPL). Seit 1998 hat der SPL insgesamt rund 32 Millionen Euro in seine Anlagen investiert, davon rund 8,2 Millionen Euro in die Spielfelder der Sportplatzanlagen.
Nicht genug, um alle Sportstätten in gutem Zustand zu halten. Für die Jahre 2026 bis 2030 plant der Sportpark daher trotz angespannter Haushaltslage weitere zehn Millionen Euro an Investitionen. Einen Großteil davon, um strukturelle Probleme zu beheben, die seit Jahren aufgeschoben wurden.
Bereits jetzt habe die knappe Stadtkasse „zu einer starken Reduzierung des Angebots des SPL beigetragen“, warnt der Sportpark in seinem Bericht. Dadurch könne aktuell nur der Grundbedarf an Sportangeboten gedeckt werden. „Weitere Einschnitte in das Angebots-Portfolio des SPL würden bedeuten, dass die Grundversorgung mit Sportstätten, sportlichen und gesundheitsbezogenen Angeboten sowie sportlichen Veranstaltungen nicht mehr sichergestellt werden kann.“
Kein Wunder, dass die Verantwortlichen im Sportpark große Hoffnungen in eine Olympiabewerbung und damit verbundene Investitionen in die Sportstätten der Stadt setzen. Ein Überblick über einige anstehende Projekte.
Ostermann-Arena

Die Ostermann-Arena an der Bismarckstraße.
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Das größte Sorgenkind bei den Hallen ist die Ostermann-Arena an der Bismarckstraße – die frühere Wilhelm-Dopatka-Halle. Die Mehrzweckarena, in der unter anderem Basketball und Handball gespielt werden, steht seit Jahren auf der städtischen Schadstoffliste: Sie wurde in die Prioritätsstufe III des städtischen PCB-Katasters aufgenommen. Seit 1999 werden hier immer wieder erhöhte PCB-Werte gemessen, die allerdings weit unter dem Interventionswert liegen, deswegen soll die Sanierung so lange hinausgezögert werden, bis ohnehin weitere Sanierungsaufgaben an der Halle anstehen.
Auf der Kostenliste für 2026 stehen daher vor allem die Erneuerung der elektrischen Beschallungsanlage (260.000 Euro), die Erneuerung der Niederspannungshauptverteilung (40.000 Euro) sowie die Installation weiterer Hängepunkte für den Hallenbetrieb (38.000 Euro). Für 2030 ist die Erneuerung der kompletten Fensteranlage mit 250.000 Euro veranschlagt. Insgesamt summieren sich die Maßnahmen auf mehr als 700.000 Euro für den Zeitraum von 2026 bis 2030.
Sporthalle Bergisch Neukirchen
Die größte Einzelinvestition im Bereich der Sporthallen, die nicht auf einen Neubau abzielt, ist in Bergisch Neukirchen vorgesehen. Hier ist immer wieder Feuchtigkeit ein Problem. Der SPL hat 2025 eine Studie in Auftrag gegeben, wie eine neue Dachkonstruktion installiert werden könnte – mit statischer Reserve für eine Photovoltaikanlage. Diese Lösung, ein Umbau in ein Flachdach inklusive PV-Anlage und Wärmepumpe, ist für 2029/2030 mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt.
Dreifachsporthalle Bahnstadt

Die Sporthalle an der Werkstättenstraße soll im Sommer fertig werden.
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Die neue Dreifachsporthalle in der Neuen Bahnstadt Opladen ist ein Lichtblick im angespannten Hallenbelegungsplan der Stadt. Vorrangig soll sie vom Landrat-Lucas-Gymnasium als NRW-Sportschule genutzt werden. Nach einigen Verzögerungen soll sie im September 2026 fertig werden. Dann allerdings muss der SPL noch eine Abschlussrate von 1,08 Millionen Euro des Eigenanteils von rund 6,48 Millionen Euro aufbringen, die restlichen Baukosten sind vom Land gefördert. Laufende Wartungskosten halten sich laut Plan dann ab 2027 mit rund 10.000 Euro jährlich in überschaubarem Rahmen.
Umkleidehaus Quettingen
Der teuerste Neubau steht in Quettingen an. Zwar ist die Sportanlage am Weidenbusch erst 2021 komplett neu gemacht worden, das alte Umkleidegebäude – ein Containerbau aus den 1970er-Jahren – allerdings blieb stehen. Und gilt jetzt als nicht mehr dauerhaft sanierungsfähig. Der SPL plant zunächst 10.000 Euro für eine Voruntersuchung im Jahr 2027, dann ab 2028 den Neubau in Containerbauweise für 900.000 Euro. Bis dahin werden Schäden an Dächern und schimmelnden Decken notdürftig behoben.
Sportplätze Rheindorf und Birkenberg
Bei den Außenanlagen stehen zwei große Projekte schon lange auf der Liste – der Sportpark macht aber direkt klar, dass hier ohne die erhofften Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunalerSportstätten“ wohl in naher Zukunft kaum etwas passieren wird.
Die Sportanlage Rheindorf soll vollständig neu gestaltet werden, mit Kunststoffrasen, Rundlaufbahnen und leichtathletischen Anlagen. Gesamtkosten: rund 2,16 Millionen Euro netto, 75 Prozent der förderfähigen Kosten soll ein Bundesprogramm übernehmen. Der SPL-Eigenanteil würde rund 540.600 Euro betragen – und ist in der Kostentabelle für 2027 eingeplant, falls die Zusage der Förderung kommt.
In Opladen am Birkenberg ist die Situation ähnlich: Das Terrassenhaus muss energetisch saniert werden, Fassade, Dach, Fenster und Heizung sind nicht mehr zeitgemäß. Der Hauptplatz soll eine Tartanbahn, Leichtathletikanlagen und neuen Kunstrasen bekommen. Gesamtkosten laut Entwurfsplanung: rund 3,28 Millionen Euro netto (Terrassenhaus 1,26 Millionen Euro, Sportanlage 2,02 Millionen), auch hier sollen 75 Prozent der Kosten die Bundesförderung übernehmen.
