Beim Flohmarkt stöberten Hobbyfunker und kamen in den Austausch.
FlohmarktAmateurfunker in Leverkusen sind auf Nachwuchssuche

Amateurfunker stöbern auf dem Flohmarkt nach Fundstücken.
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Der Leverkusener Ortverband des deutschen Amateur-Radio-Clubs hat am Samstag, 11. April, zum Amateurfunk- und Elektronikflohmarkt eingeladen. Amateurfunkerinnen und -funker stöberten nach verschiedenen Geräten, Zubehör und Antennen und kamen ins Gespräch.
Amateurfunker, das sind Menschen die sich hobbymäßig mit dem Funken beziehungsweise dem Funkbetrieb auseinandersetzen. Um dies überhaupt machen zu dürfen, müssen alle Interessierten eine Ausbildung durchlaufen, die mit einer Prüfung endet. Erst wer diese Prüfung erfolgreich absolviert hat, darf auch funken.
Die Idee für den Flohmarkt beim Ortsverband Leverkusen entstand aus einem traurigen Anlass: Eines der Mitglieder war gestorben – dessen Ausrüstung war aber funktionsfähig. Die Einnahmen des Flohmarktes kommen nun dem Förderverein „IGEL“, die Interessengemeinschaft Leverkusener Funkamateure, und besonders der Förderung der jungen Funkerinnen und Funker zu Gute.
Durch die verschiedenen Kisten des Flohmarktes, in denen sich allerlei Ausstattung zum Funken befand, stöberten an diesem Samstag vor allem die Mitglieder des Ortsverbandes, aber auch Hobbyfunker aus der ganzen Region, die ihre gekauften Schätze später auch im Funkraum des Clubs ausprobierten. Der Verein zählte ungefähr 100 Besucherinnen und Besucher des Flohmarktes.
Jugend fehlt bei Leverkusens Amateurfunkern
Marcus Maier ist Mitglied des Clubs und extra aus Solingen für den Flohmarkt angereist. Er habe einfach mal schauen wollen, was auf dem Flohmarkt so angeboten wird und wer durch die Kisten stöbert. Denn viele der Amateurfunker kenne man seit vielen Jahren, so Maier. Warum er das Funken so gerne mag? Die Kommunikation sei besonders, man bastelt viel selber und lernt Leute kennen, so der Hobbyfunker. Was ihm Sorgen bereitet – es sind vor allem die älteren Menschen, die dieses Hobby teilen – die Jugend hingegen bleibt eher fern.
Das bestätigt auch der stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbands Leverkusen Ben Joerdens: Der Altersdurchschnitt im Leverkusener Ortsverband liege bei 62 Jahren. Aber „wir wollen Nachwuchs haben“, so Joerdens. Darum gebe es in Leverkusen auch eine Jugendgruppe. Einer der Mitglieder dort ist Philip Müller, der auch den Instagram-Account des Ortsverbandes leitet. In der Jugendgruppe fange man langsam an und taste sich auch an größere Projekte heran. So baut die Gruppe zurzeit an einem Roboter, erzählt Müller.
Für Ben Joerdens ist die Jugendarbeit auch deshalb wichtig, als das solche handwerklichen Tätigkeiten in der Schule nicht gelehrt werden, beispielsweise wie man mit einem Lötkolben Kabel miteinander verbinden kann. Der Club ist auch an Schulen aktiv, so werden am Werner-Heisenberg-Gymnasium, in einer AG, altersgerechte Bausätze bearbeitet. So sei es auch schon gelungen, Funkkontakt zu den Astronauten der ISS, der internationalen Raumstation, herzustellen. Für die Schülerinnen und Schüler ein ganz besonderes Erlebnis.
Leverkusens Funker haben im Notfall wichtige Rolle
Aber auch für die gesamte Bevölkerung können die Amateurfunker eine wichtige Rolle einnehmen. Damit befasst sich Achim Wagner, der im Ortsverband Leverkusen im Notfunkreferat tätig ist. Wenn die Infrastruktur beispielsweise durch einen Stromausfall stillsteht, könne die Kommunikation über Funk sichergestellt werden. In Notfallsituationen können dann in der Notfunkstelle des Clubs Funksignale aufgenommen werden und als Notruf weitergegeben werden.
Die Notfunkstelle des Ortsverbandes Leverkusen ist auch im selben Gebäude wie das THW, das Technische Hilfswerk, wodurch Funksignale im Notfall direkt weitergegeben werden können. „Da können wir Amateurfunker gut unterstützen“, findet Wagner und ergänzt, dass die Arbeit der Funker auch immer im engen Austausch mit den Behörden erfolgt.
Gerade für den Bereich Notfunk suche der Club „noch ganz dringend Unterstützung“, aber auch allgemein freue man sich über neue interessierte Amateurfunker. Wer Interesse hat, die Prüfung zu absolvieren, um auch als Amateurfunkerin und Funker tätig sein zu dürfen, hat, kann im Herbst einen Kurs des Clubs belegen. Informationen dazu gibt es auf der Webseite der Funker.
https://www.funklizenz.de/
