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Second HandLeverkusen erlaubt nun doch private Flohmärkte am Sonntag

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Birgit Faber und Angelika Schmitz an einem Tisch mit Trödel am Bendenweg in Bürrig.

Bei der Bürriger Trödel-Premiere 2023 waren auch Birgit Faber und Angelika Schmitz vom Bendenweg dabei.

Der fünfte Bürriger Stadtteiltrödel sollte auf einen Sonntag fallen. Das Ordnungsamt wollte das lange nicht.

Benjamin Roth musste fünf Monate warten und immer wieder mal nachfragen. Jetzt kann der Bürriger einen Erfolg vermelden: Die Juristen in der Stadtverwaltung haben dem Ordnungsamt widersprochen und wollen den nächsten Bürriger Trödel nun doch an einem Sonntag gestatten. Der ist nun endgültig auf den 21. Juni terminiert.

Die ersten vier Stadtteiltrödel waren jeweils an einem Samstag. Weil an Roth, der in Bürrig die Nachbarschaft vernetzt, aber der Wunsch herangetragen wurde, die Veranstaltung auf einen Sonntag zu legen, versuchte er im Rathaus sein Glück. Und scheiterte zunächst am Ordnungsamt.

In Köln war man großzügiger

Einsehen konnte er die rigide Haltung allerdings nicht. Denn nebenan in Köln wird die Sache deutlich lockerer gehandhabt: Private Trödelmärkte, in deren Rahmen sich Bürger von privaten Habseligkeiten trennen, sind dort auch sonntags gestattet.

Also begann Roth einen Schriftverkehr, zunächst mit dem Ordnungsamt, dann mit dem Rechtsamt. Am Mittwoch kam dann die ersehnte Nachricht: Die Stadtverwaltung hat ihre Meinung geändert. „Unsere juristische Prüfung hat ergeben, dass private Trödelmärkte unter gewissen Voraussetzungen rechtlich unbedenklich und mit dem Sonn- und Feiertagsgesetz NRW vereinbar sein können“, schreibt Michael Schmidt aus dem Rathaus.

Es gibt klare Einschränkungen

Diese Voraussetzungen seien: Der Trödelmarkt darf nur gemeinnützigen Zwecken dienen, gewerbliche Teilnehmer sind ausgeschlossen, es darf keine Neuware angeboten werden. Außerdem darf der private Trödelmarkt frühestens um 11 Uhr beginnen: „außerhalb der Hauptgottesdienstzeiten“, präzisiert Schmidt. Öfter als ein- oder zweimal im Jahr ist auch nicht erwünscht, außerdem soll der Trödelmarkt nicht allzu groß werden. Allzu viel Platz auf der Straße sollten die Hobbytrödler auch nicht belegen – damit sich die Nachbarn nicht beschweren, so die Weisung der Stadtjuristen.

Benjamin Roth frohlockt: „Ein sonntäglicher Stadtteiltrödel ist somit rechtlich möglich entgegen der bisherigen Darstellung der Stadt Leverkusen.“ Die Juristen gelangten also „zu einem Ergebnis, das mit der bereits veröffentlichten Einschätzung der Stadt Köln übereinstimmt und sich deutlich von der bisherigen Darstellung auf der städtischen Webseite unterscheidet“. Diese neue Bewertung schaffe „eine klare Grundlage für die weitere Planung und entspricht dem Wunsch der großen Mehrheit der Bürriger Nachbarschaft nach einem Sonntagstermin“.

Dass die Stadtverwaltung in Leverkusen ihre Meinung geändert hat, freut auch Martin Müller. Er ist Geschäftsführer und Co-Gründer von „Hoffloh“. Das ist eine Plattform, auf der Nachbarn private Trödelmärkte organisieren können. Für Müller sind Hofflohmärkte „gelebte Nachbarschaft. Sie stehen für Nachhaltigkeit und fördern den sozialen Zusammenhalt.“ Auch Müller will nun die neue Freiheit in Leverkusen nutzen und Sonntagstermine anbieten.