Auch in Leverkusen ist die Enttäuschung groß, dass die Köln/Rhein-Ruhr-Bewerbung gegen München den Kürzeren gezogen hat.
Entscheidung für MünchenLeverkusen erwacht aus dem Olympiatraum – aber ohne Kopfschmerzen

Der Moment der Wahrheit in Köln: Auf dem Zettel steht München
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Auf der Bühne im Rheinauhafen läuft ein Soundcheck. „Another one bites the dust“, haben die Techniker ausgewählt. Es ist sicher nicht als Seitenhieb für jene gemeint, die gerade das Sport- und Olympiamuseum verlassen. Doch es beschreibt die Gefühlslage durchaus gut. Einer musste eben noch ins Gras beißen. Vier ernsthafte Kandidaten für eine deutsche Olympiabewerbung hatte es gegeben. Hamburg und Berlin waren auch dem Weg ausgeschieden – und als dann nur noch zwei übrig waren, triumphierte München über Köln/Rhein-Ruhr, wie mehrere Hundert Besucher am Samstag bei der „Watch-Party“ im Sport- und Olympiamuseum miterleben mussten.

Vor der Verkündung war Stefan Hebbel noch optimistisch.
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Damit ist auch der Traum von Leverkusen ausgeträumt, zumindest mit einem kleinen Beitrag auf die Weltbühne des Sports zu gelangen. „Natürlich ist man jetzt erst mal traurig“, sagt Oberbürgermeister Stefan Hebbel direkt nach der missglückten Verkündung, die aus Baden-Baden live nach Köln übertragen wurde. In Leverkusen hätten olympische Fußballspiele stattfinden sollen, zudem wäre man mit dem nahen olympischen Dorf im Kölner Norden im Epizentrum des größten Sportevents der Welt gewesen. „Wir haben in Leverkusen viele tolle Vereine und tolle Athleten und für die hätte ich mir gewünscht, Olympia zu Hause erleben zu dürfen“, sagt Hebbel.
Ich finde, wir hatten die bessere Bewerbung
Einer davon ist Torben Blech, Stabhochspringer beim TSV Bayer Leverkusen und zweifacher Olympiateilnehmer. Am Samstag steht er vor der Ergebnisverkündung mit weiteren Athleten auf der Bühne, um die Sicht der Athleten zu erklären. Dass der 31-Jährige bei Olympischen Spielen in zehn, 14 oder gar 18 Jahren noch aktiv sein wird, ist eher unwahrscheinlich. Dennoch will der Moderator wissen: Würde er als Leverkusener im Olympischen Dorf wohnen wollen oder nur kurz über die Brücke fahren? „Wenn man bei Olympia ist, will man auch im Dorf wohnen“, sagt Blech. Ob es nun am anderen Ende der Welt liegt, oder nur auf der anderen Seite der Brücke.

Rüdiger Scholz und Stefan Hebbel im Sport- und Olympiamuseum.
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Auch bei Leverkusens Landtagsabgeordnetem Rüdiger Scholz ist die Enttäuschung groß: „Ich finde, wir hatten die bessere Bewerbung.“ Besonders leid tue ihm die Niederlage für die Tausenden ehrenamtlichen Helfer, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten für Köln/Rhein-Ruhr eingesetzt haben. „Aber jetzt gilt: alle gemeinsam, um Olympia nach Deutschland zu holen“, sagt Scholz. Eine Meinung, auf die sich schnell alle einigen. Auch Hebbel betont: „Wir stellen uns jetzt komplett in den Dienst von München, damit Deutschland die Spiele bekommt.“
Und Leverkusen? Erwacht ohne weitere Kopfschmerzen aus dem Traum. „Wir wollten das ja aus bestehenden Strukturen bestreiten“, sagt Hebbel. Es sollte nichts neu gebaut werden, entsprechend muss man jetzt, anders als in Köln, auch keine Pläne wieder umschmeißen. „Wir werden uns weiter an der Bay-Arena erfreuen, so wie sie ist“, sagt der Oberbürgermeister. „Und auch sonst gibt es in Leverkusen viele tolle Vereine, bei denen man hochklassigen Sport sehen kann.“
