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Zum Tod der SängerinAuch in Leverkusen hinterließ Sinead O'Connor Spuren

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Die irische Sängerin Sinead O'Connor singt bei den Leverkusener Jazztagen am 9. November 2007 im Forum Leverkusen.

Sinead O'Connor bei ihrem Jazztage-Auftritt am 9. November 2007 im Leverkusener Forum - jetzt starb sie Irin im Alter von 56 Jahren. 

Am Mittwoch starb die irische Sängerin Sinead O'Connor. Im Jahr 2007 war sie Gast bei den Leverkusener Jazztagen gewesen.

Dass Musikerinnen oder Musiker sterben, die einmal bei den Leverkusener Jazztagen zu Gast waren, kam am Mittwoch dieser Woche natürlich nicht zum ersten Mal vor. Doch der Tod der irischen Sängerin Sinead O'Connor ist alles andere als der Tod irgendeiner Künstlerin.

In ihrem Falle zog und zieht er ein nur mit Superstars vergleichbares, riesiges mediales Echo nach sich – weil Sinead O'Connor streitbar, revolutionär, weit über die Musik hinaus inspirierend sowie eine extrem facettenreiche Persönlichkeit war. Und als solche war sie am 9. November 2007 eben auch bei den Leverkusener Jazztagen aufgetreten und hatte für die Menschen im vollen Terrassensaal des Forums gesungen.

Auftritt nach und vor vielen Tragödien

Der Auftritt war damals zu einer Zeit erfolgt, als Sinead O'Connor schon so einiges – doch lange noch nicht alles – an persönlichen Triumphen, Dramen und Tragödien hinter sich gehabt hatte. Da war der weltweite Erfolg des Songs „Nothing compares 2U“ gewesen, den der große Prince für sie komponiert und der sie über Nacht zu einer Pop-Ikone der 90er-Jahre gemacht hatte - weil er für die Menschen, und das gilt bis heute, einer der traurigsten, intimsten und intensivsten Lieder über gebrochene Herzen und gescheiterte Liebe war, die je geschrieben wurden. Inklusive echter Tränen auf den Wangen der jungen Künstlerin im dazugehörigen Video.

Da war zudem ihre zu diesem Zeitpunkt bereits sattsam bekannte Geschichte als von der Mutter missbrauchtes Kind gewesen. Ihre Geschichte als gebrochener Mensch, für den die Musik Katharsis und Befreiung war. Die öffentliche Hetzjagd auf sie, nachdem sie 1992 vor laufenden TV-Kameras ein Bild des Papstes zerrissen hatte. Und nicht zuletzt ihr steter Einsatz gegen den Missbrauch von Kindern im und außerhalb des kirchlichen Kontextes – Jahre bevor das Thema überhaupt erst zum Thema wurde.  

Der Ex-Jazztage-Chef erinnert sich

Viele dieser Dinge, viele dieser Erfahrungen habe man ihr angemerkt, als sie in Leverkusen aufschlug, erinnert sich Eckhard Meszelinsky, der damals die Jazztage geleitet und Sinead O'Connor eingeladen hatte. „Dass es ihr psychisch nicht gut ging, war deutlich zu spüren“, sagt er 15 Jahre später. „Sie war eine extrem genügsame und scheue Person, die zu jedem zuvorkommend war, aber sich eben auch von Anfang an zurückzog. Ich hatte das Gefühl, dass sie noch nicht einmal zur Band, die sie an diesem Abend begleitete, eine nähere Beziehung hatte.“ Gespräche vor oder nach dem Auftritt, wie er sie von zig anderen Künstlerinnen und Künstlern gekannt habe, seien auch nicht möglich gewesen.

Nein: Sinead O'Connor habe sich eine professionelle Massage vor dem Konzert gewünscht – und das sei es gewesen. „Verrückte Dinge und Vorstellungen, wie ich sie bei anderen Musikerinnen und Musikern durchaus erlebt habe, waren ihr fremd.“ 

16 Songs auf der Setliste des Abends

Die Setlist des Konzertes in Leverkusen hatte seinerzeit 16 Stücke umfasst, darunter „Nothing Compares 2U“, was sie in ihrer Karriere auch eine zeitlang gar nicht mehr spielen wollte. Der Opener war das famose „The emperor's new clothes“ gewesen, ebenfalls von ihrem Erfolgsalbum „I do not want what I haven't got“ aus dem Jahre 1990. Dazu extrem ergreifende intime Songs wie „If you had a vineyard“, das düstere „Never get old“ oder das mit viel Irish-Folk-Attitüde daherkommende „The lamb's book of life“.

Der Auftritt war in das versöhnliche „Back where you belong“ gemündet,  dessen Titel Sinead O'Connor wohl am besten beschrieb: Solange sie auf der Bühne stand, war sie stark, ungebrochen und ganz bei sich. Mehr als viele, viele andere ihrer Kolleginnen und Kollegen. Und eine dieser Bühnen war eben auch die in Leverkusen gewesen. 

Am Tag nach ihrem Tod kondolierte ihr auch das Team der Leverkusener Jazztage auf dessen Social-Media-Kanälen. Ein Mitschnitt des Konzertes von Sinead O'Connor bei den Leverkusener Jazztagen ist auf dem You-Tube-Kanal des WDR, der den Auftritt damals im Rahmen der „Rockpalast“-Reihe aufzeichnete, zu sehen.