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WGL-LeverkusenWiderstand gegen Abbruch der Sternhäuser wird breiter

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Sogenannte Sternhäuser am Königsberger Platz

Der WGL-Geschäftsführer will die Sternhäuser am Königsberger Platz abbrechen. Dagegen sprechen sich nicht nur Mieter aus.

Die Linke hat Fragen zum von der WGL geplanten Abbruch der Rheindorfer Sternhäuser.

Der Rheindorfer CDU-Ratsherr und Landtagsabgeordnete Rüdiger Scholz macht öffentlich Front gegen den von der WGL (Wohnungsgesellschaft Leverkusen) geplanten Abbruch der Sternhäuser am Königsberger Platz, seit die Pläne publik geworden sind. Er bekommt jetzt Unterstützung aus einer ganz anderen politischen Richtung: Die Leverkusener Linken haben formell Einspruch gegen den Bebauungsplan eingelegt und Anfragen an den Oberbürgermeister gerichtet; um eine Entscheidung fällen zu können, fehlten ihnen zu viele zentrale Informationen, schreibt die Partei in einer Pressemitteilung. Dort heißt es: „Weder zu den zukünftigen Mietpreisen noch zu verbindlichen Rückkehrrechten der heutigen Bewohner liegen klare und rechtssichere Zusagen vor. Auch zu städtebaulichen und ökologischen Auswirkungen bestehen weiterhin erhebliche Unklarheiten.“

Das Atrium eines der Sternhäuser in Rheindorf am Königsberger Platz. Sie  sind dem Abbruch geweiht, wenn es nach der WGL geht. Bild: Ralf Krieger

Das Atrium eines der Sternhäuser in Rheindorf am Königsberger Platz.

Die Reaktionen in der Bürgerversammlung im Februar in der Kirche Heilig Geist hätten gezeigt, wie groß die Verunsicherung der Mieter der Sternhäuser sei. Klare Zusagen an die Mieter seien nicht gegeben worden und Transparenz in der Sache habe die WGL bis heute nicht hergestellt.

Linken-Forderung an die WGL: Transparenz schaffen und sozial bleiben

Nach derzeitigem Stand würden durch das Projekt keine zusätzlichen bezahlbaren Wohnungen geschaffen, so die Linke. Stattdessen werde bestehender Wohnraum durch neue Wohnungen ersetzt, während gleichzeitig frei finanzierte Wohnungen „voraussichtlich im höherpreisigen Segment“ entstünden, schreibt die Linke.

Die WGL ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt Leverkusen, wenn sie Gewinne macht, fließen die in die Stadtkasse. Die Linke dazu: „Wohnen ist ein Grundrecht und keine Einnahmequelle für die leere Stadtkasse.“ Sollten bezahlbarer Wohnraum und die Interessen der jetzigen Mieter weiterhin hinter wirtschaftlichen Erwägungen zurückgestellt werden, werde sich der politische und öffentliche Widerstand gegen dieses Projekt verstärken, prophezeit die Linke.

Die WGL plant am Königsberger Platz, die acht Sternhäuser mit jeweils 16 Wohnungen zwischen Elbe-, Solinger und Memelstraße abzubrechen und durch Neubauten zu ersetzen. WGL-Chef Hochkamer rechnete vor, dass in der Summe ein Plus von 180 Wohnungen entstehen soll. 

Die Häuser haben eine außergewöhnliche Architektur, sie verfügen über ein zentrales Atrium mit umlaufenden Galerien. Die Sternhäuser stehen in einem aus heutiger Sicht äußerst großzügigen Abstand voneinander am westlichen Rand des Königsberger Platzes. Auf der Grünfläche zwischen den Häusern stehen große Bäume, die bei einem Abbruch wenigstens zum Teil gerettet werden können.

Mieterinnen hatten auch im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“ Befürchtungen geäußert, dass sie sich nach einer möglichen Umsiedlung die neuen Wohnungen nicht mehr leisten können.