Leverkusen – Ab Mittwoch soll in Bürrig wieder der Schornstein rauchen. Mit dieser Information überrascht Currenta die Nachbarn seiner havarierten Sondermüll-Verbrennungsanlage.
Die soll bald wieder angefahren werden – die Genehmigung dafür gibt es aber noch nicht. Sie soll von der Bezirksregierung ausgesprochen werden, die sich allerdings nach der Katastrophe vom 27. Juli 2021 mit dem Umweltministerium in Düsseldorf und dessen Fachbehörde, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, abstimmen muss.
Es sind nur Vorbereitungen
Currenta-Chef Frank Hyldmar schreibt in seinem Brief an die Nachbarn auch nur, dass mit den Vorbereitungen für den Betrieb begonnen werden soll. Dafür müsse der eine von zwei Drehrohr-Öfen – der laut Plan zuerst wieder angefahren werden soll – mehrere Tage lang aufgeheizt werden, „damit die für eine saubere Abfallverbrennung erforderliche Betriebstemperatur erreicht werden kann“. Dazu werde er mit Heizöl befeuert.
Bei Currenta geht man davon aus, dass man ab dem 1. Juni am Rauch aus dem Schornstein erkennen kann, „dass wir letzte Systemtests an der Anlage vornehmen“. Diese würden von einem externen Tüv-Gutachter begleitet und abgenommen. Tests und die Aufheizphase sollen mehrere Tage dauern, ergänzt Hyldmar. Sie seien Teil des Sicherheitskonzepts zur Vorbereitung der Wiederinbetriebnahme. Es wird im Abschlussbericht des von der Bezirksregierung beauftragten, aber von Currenta bezahlten Teams um den Experten für Anlagensicherheit, Christian Jochum, als hinreichend bezeichnet, um 31 Chemie-Abfälle behandeln zu können.
Den Entwurf des Abschlussberichts hatte Jochum vor zwei Wochen dem „Begleitkreis“ vorgestellt und um Stellungnahmen bis vorigen Freitag gebeten. Nicht alle, die zu dem Gremium eingeladen waren, sind zufrieden mit der Bewertung durch die Experten.
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Wie es aus Sicht von Currenta weitergehen soll, darüber will Hyldmar die Anwohner „in den kommenden Tagen“ ausführlicher in Kenntnis setzen. Zudem weist der Chef des Chempark-Betreibers auf den Newsletter für die Nachbarn hin. Die Idee, das Sicherheitskonzept, mit dem eine Katastrophe wie im vorigen Sommer vermieden werden soll, in einer öffentlichen Veranstaltung den Bürgern vorzustellen, wird derzeit nur von den Experten im „Begleitkreis“ verfolgt. Von Currenta kommt in dieser Frage bisher nichts.



