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Kinder- und JugendhilfeLeverkusens neue Kita-Planung trifft auf Zustimmung und leichte Skepsis

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Kita am Hemmelrather Hof Bild: Ralf Krieger

Viele Investoren interessieren sich für Kita-Neubauten in Leverkusen, wie hier am Hemmelrather Hof.

Geplante Kita-Neubauten sollen doch nicht umgesetzt werden – das sorgt im Kinder- und Jugendhilfeausschuss für einige Nachfragen. 

Der Plan der Stadtverwaltung, die Kitaplanung grundlegend neu zu sortieren, ist im Kinder- und Jugendhilfeausschuss positiv aufgenommen worden. „Es ist hier seit zehn Jahren ein Thema, dass wir bedarfsgerechter werden wollen“, sagt Irina Prüm (Grüne). Vor diesem Hintergrund begrüße sie auch die erneute Befragung angehender Kita-Eltern zu ihren Wünschen und Bedürfnissen an die Kinderbetreuung.

Hintergrund der neuen Bedarfsplanung ist eine sinkende Nachfrage in Kindertagesstätten, die die Stadt zum einen auf sinkende Geburtenzahlen, aber auch auf veränderte Betreuungskonzepte in den Familien zurückführt. Zuletzt sprach Fachbereichsleiterin Aylin Doğan von rund 400 unbesetzten Betreuungsplätzen. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die Bedarfsquote für U3-Kinder ab dem Kita-Jahr 2027/2028 von 60 auf 50 Prozent zu senken, während für Kinder ab drei Jahren weiterhin mit einer Quote von 100 Prozent geplant werden soll. Außerdem sollen insgesamt sechs geplante Neubauprojekte nicht weiter verfolgt werden. Auch die Leverkusener Tageseltern hatten bereits ihre Sorge darüber geäußert, dass sie ihre Plätze nicht mehr besetzt bekommen.

Ein bisschen Glaskugel bleibt

Die Sorge aber bleibt, dass man dann am Ende aus welchen Gründen auch immer doch wieder in einen Betreuungsnotstand wie noch vor wenigen Jahren rutscht. „Es bleibt ein bisschen Glaskugel“, sagt  Thorsten Woelki. Prüm ergänzt: „Es fällt mir schwer, jetzt Kita-Projekte abzusagen.“ Sie wüsste gerne, ob alle freien Träger ihre Angebote aufrechterhalten oder ob hier auch geplant werde, etwa alte oder weniger rentable Einrichtungen zu schließen. Zudem fragt sie, warum man nicht die zu viel vorhandenen Ü3-Plätze in U3-Plätze umwandelt, wo noch Bedarf bestehe. Das werde geprüft und stellenweise gemacht, sagt Sabine Jarosch, stellvertretende Fachbereichsleiterin. „Aber wir können das nicht gnadenlos machen, weil wir das Verhältnis im Blick haben müssen.“ Schließlich werden auch Kleinkinder eines Tages älter als drei Jahre und müssten dann vielleicht in eine andere Kita wechseln. Das wolle man zwingend vermeiden. 

Sabine Jarosch beruhigt: „Es ist nichts in Stein gemeißelt und wir beobachten die Lage natürlich genau.“ Investoren für Neubauprojekte zu bekommen, sei mittlerweile auch kein Problem mehr. „Bei uns rufen regelmäßig Investoren an, die gerne auch unserem Stadtgebiet Kitas bauen wollen.“ 

Nicht auf der Streichliste steht bislang die beschlossene, aber politisch umstrittene Neubau-Kita am Bohofsweg in Mathildenhof. Warum man daran weiter festhalte, will Marcus von Laszewski (Opladen Plus) wissen. Die Planung sei bereits vorangeschritten und vom Stadtrat beschlossen. „Die Streichliste sind unsere Vorschläge, die wir nicht noch ‚on top‘ machen wollen“, erklärt Jarosch. Der Politik stehe es aber jederzeit frei, weitere Projekte infrage zu stellen. Man könnte sich im Nachgang auch noch gegen andere Projekte aussprechen. Damit sind die Ausschussmitglieder zufrieden und stimmen mehrheitlich für den Vorschlag der Stadtverwaltung. 


Jugendstadtrat reist nach Oulu

Als im April 2025 Jugendliche aus Leverkusens Partnerstädten zum „Jugendstadtrat International“ zusammenkamen, hatte sich auch der Bürgermeister von Oulu per Videoschalte in den Leverkusener Ratssaal geschaltet. Und eine Einladung an die Leverkusener Jugendlichen ausgesprochen, die finnische Partnerstadt in ihrem Jahr als europäische Kulturhauptstadt zu besuchen. Das findet nun statt: Vom 20. bis 23. Oktober reisen 12 Jugendliche sowie zwei Betreuer nach Oulu. „Möglich wurde das, weil die finnischen Kolleginnen und Kollegen erfolgreich eine Förderung aus dem Erasmus+-Programm der Europäischen Union einwerben konnten“, berichtet Dezernent Marc Adomat dem Kinder- und Jugendhilfeausschuss. Das konkrete Programm werde derzeit gemeinsam mit den Jugendlichen in Oulu erarbeitet.